FMTG veröffentlicht freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht 2025
Die Tourismusgruppe senkt Scope‑2‑Emissionen, erhöht erneuerbare Energien und benennt nächste Schritte ihrer Klimastrategie.
Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group legt ihren zweiten freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht vor: Zahlen zu Energie, Emissionen, Zertifizierungen und Personalentwicklung.
Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group (FMTG) hat ihren zweiten freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Der Bericht wurde erneut freiwillig in Anlehnung an die europäischen Berichtsstandards ESRS erstellt, obwohl das Unternehmen nach geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht mehr in den verpflichtenden Anwendungsbereich der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) fällt. Die FMTG beschreibt die Veröffentlichung als Fortsetzung ihres Wegs zu einer transparenten und nachvollziehbaren Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Der Bericht dokumentiert Fortschritte in den Bereichen Klimaschutz, Energie, Zertifizierungen und Personalentwicklung und benennt zugleich Bereiche mit weiterem Handlungsbedarf. Nachhaltigkeit wird im Bericht als langfristiger strategischer Entwicklungsprozess dargestellt, der ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte miteinander verbindet.
Deutliche Fortschritte bei Energie und Emissionen
Die FMTG benennt die größten Fortschritte im Bereich Energieversorgung und Klimaschutz. Die marktbasierten Scope‑2‑Emissionen sanken gegenüber 2024 um 27 Prozent, von 11.331 auf 8.288 Tonnen CO₂‑Äquivalent. Als ausschlaggebend werden Veränderungen im Portfolio sowie der konsequente Einsatz erneuerbarer Energie an den österreichischen Standorten genannt. An diesen Standorten stamme mittlerweile rund 90 Prozent des Stroms, der Wärme und der Kälte aus erneuerbaren Quellen.
Der Anteil erneuerbarer Energie am gesamten Energieverbrauch der Gruppe stieg innerhalb eines Jahres von 49,5 auf 54,6 Prozent. Zur Eigenstromproduktion trugen zwei zusätzliche Photovoltaikanlagen bei; die Eigenstromproduktion erhöhte sich 2025 um rund 32 Prozent auf insgesamt 458 Megawattstunden.
Gleichzeitig weisen die veröffentlichten Zahlen darauf hin, dass die gesamten Scope‑1‑, ‑2‑ und ‑3‑Emissionen der Unternehmensgruppe um 39 Prozent stiegen. Als Hauptursache für diesen Anstieg nennt die FMTG umfangreiche Bautätigkeiten bei Entwicklungsprojekten in Salò am Gardasee (Brescia, ITA) und Licata (Sizilien, ITA). Betrachtet man ausschließlich die Hotel‑ und Campingbetriebe, verbesserte sich laut Bericht die CO₂‑Intensität je Übernachtung um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Alle österreichischen Hotels zertifiziert
Bei den Nachhaltigkeitszertifizierungen erreichte die FMTG 2025 einen weiteren Meilenstein: Das gesamte österreichische Hotelportfolio trägt nach Unternehmensangaben sowohl das Österreichische Umweltzeichen als auch das EU‑Ecolabel. Im Jahr 2025 seien acht Betriebe neu oder erneut zertifiziert worden. Laut Bericht soll die externe Zertifizierung künftig schrittweise auf weitere Hotels und Campingbetriebe der Gruppe ausgeweitet werden.
Investitionen in Mitarbeiterentwicklung
Im Bereich Human Resources setzte die Unternehmensgruppe ihre Programme 2025 fort. Der Ausbau von People Development, Leadership Trainings und gruppenweiten On‑the‑Job‑Coachings habe die interne Weiterentwicklung gestärkt. Die Zahl der Youngstars (Falkensteiner Lehrlinge) stieg von 22 im Jahr 2021 auf 41 im Jahr 2025 — ein Zuwachs von rund 86 Prozent innerhalb von vier Jahren beziehungsweise 17 Prozent gegenüber 2024.
Externe Auszeichnungen dokumentieren Teile dieses Engagements: 2025 erreichte die FMTG unter anderem den ersten Platz beim HR Inside Award, den zweiten Platz beim Constantinus Award und gewann sieben Medaillen bei den Junior Skills, dem österreichischen Wettbewerb für Lehrlinge in Tourismusberufen.
Nächste Schritte: Klimaübergangsplan und kontinuierliche Dekarbonisierung
Für die kommenden Jahre benennt die FMTG mehrere Entwicklungsschwerpunkte. Dazu zählen die weitere Verbesserung der Datenqualität im Zuge des wachsenden Hotel‑ und Campingportfolios, die gruppenweite Vereinheitlichung der Nachhaltigkeitsstandards sowie die Ausweitung externer Zertifizierungen.
Im Zentrum steht für 2026 laut Bericht die Erarbeitung eines Klimaübergangsplans. Auf Basis des Jahres 2025 sollen erstmals konkrete Reduktionsziele für die Jahre 2030, 2040 und 2050 definiert werden. Gleichzeitig will die Unternehmensgruppe den Anteil erneuerbarer Energie auf Gruppenebene bis 2030 auf 70 Prozent steigern. Bis 2035 soll die Wärmeversorgung zudem vollständig ohne fossile Energieträger auskommen.
Nachhaltigkeit als eigenes Beratungsfeld: Michaeler & Partner
Die Mitte 2024 gegründete Abteilung Nachhaltigkeit & ESG bei Michaeler & Partner begleitet laut Meldung Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von ESG‑Strategien. Im ersten Jahr ihres Bestehens habe sich die Abteilung auf den Aufbau und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie der FMTG konzentriert. Dazu zählten unter anderem die Entwicklung der ESG‑Strategie, das CO₂‑Management, die Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie die Etablierung gruppenweiter Prozesse und Standards.
Nach der Implementierung innerhalb der FMTG begleite die Abteilung mittlerweile auch fünf externe Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer ESG‑Strategien. Das Leistungsspektrum werde laut Aussendung mit folgenden Punkten beziffert: ESG‑Strategieentwicklung und ‑implementierung, Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD und dem freiwilligen Standard für KMU (VSME), Erstellung von Corporate Carbon Footprints und Klimaübergangsplänen, ESG‑Ratings sowie Begleitung von banken‑ und investorenseitigen Due‑Diligence‑Prozessen.
Oliver Pessoa Huber, Managing Director Nachhaltigkeit & ESG bei Michaeler & Partner, wird im Bericht zitiert: „Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeit wirtschaftlich sinnvoll umzusetzen. ESG muss sich im operativen Betrieb, in Investitionsentscheidungen und letztlich auch im Gästeerlebnis widerspiegeln“ und „Deshalb verbinden wir regulatorische Anforderungen mit praktikablen Lösungen für Unternehmen“. Otmar Michaeler, CEO der FMTG, heißt es im Bericht weiter: „Nachhaltigkeit ist für uns kein Projekt, sondern ein kontinuierlicher Veränderungsprozess. Auch ohne gesetzliche Verpflichtung schaffen wir bewusst Transparenz über unsere Entwicklung“ und „Wir verstehen den Bericht als Arbeitsinstrument, das Fortschritte sichtbar macht, aber auch offene Handlungsfelder klar benennt“.
CSRD, ESRS, Scope‑Emissionen und weitere Begriffe erklärt
Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD): Die CSRD ist im Bericht als rechtlicher Bezugsrahmen erwähnt. Die FMTG gibt an, dass das Unternehmen nach den geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht mehr in den verpflichtenden Anwendungsbereich der CSRD falle, den Bericht aber freiwillig in Anlehnung an die ESRS erstelle.
European Sustainability Reporting Standards (ESRS): Die ESRS sind in der Aussendung als europäische Berichtsstandards genannt, an denen sich die FMTG bei der freiwilligen Berichterstellung orientiert hat. ESRS dienen dazu, Nachhaltigkeitsinformationen systematisch und vergleichbar zu berichten.
Scope‑1, ‑2 und ‑3‑Emissionen: Im Bericht unterscheidet die FMTG zwischen direkten Emissionen (Scope‑1), indirekten emissionsbezogenen Energiekäufen (Scope‑2) und weiteren indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Scope‑3). Die FMTG weist für 2025 eine Reduktion der marktbasierten Scope‑2‑Emissionen und zugleich einen Anstieg der gesamten Scope‑1‑, ‑2‑ und ‑3‑Emissionen aus.
Klimaübergangsplan: Die FMTG plant laut Bericht für 2026 die Erstellung eines Klimaübergangsplans, der auf Basis des Jahres 2025 konkrete Reduktionsziele für 2030, 2040 und 2050 definieren soll. Solche Pläne fassen üblicherweise Schritte zusammen, wie ein Unternehmen Emissionen über Zeiträume hinweg reduzieren will.
VSME (freiwilliger Standard für KMU): Im Bericht wird die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach dem freiwilligen Standard für KMU (VSME) als Bestandteil des Beratungsangebots von Michaeler & Partner genannt.
Welche Entwicklungsschwerpunkte nennt die FMTG
Die FMTG nennt im Bericht drei Schwerpunkte für die kommenden Jahre: Verbesserung der Datenqualität, Vereinheitlichung der Nachhaltigkeitsstandards in der Gruppe und Ausweitung externer Zertifizierungen. Für 2026 wird konkret die Erstellung eines Klimaübergangsplans genannt. Für 2030 und 2035 werden Zieljahre genannt, für die die FMTG bestimmte Zielwerte formuliert hat (70 Prozent Anteil erneuerbarer Energie auf Gruppenebene bis 2030; Wärmeversorgung ohne fossile Energieträger bis 2035).
Gleichzeitig dokumentiert der Bericht, dass Bautätigkeiten bei Entwicklungsprojekten in Italien (Salò am Gardasee und Licata in Sizilien) die gesamten Emissionen der Gruppe im Berichtsjahr erhöhten. Der Bericht trennt dabei die Entwicklung des Portfolios von der operativen Leistung der Hotel‑ und Campingbetriebe, in denen die CO₂‑Intensität je Übernachtung verbessert wurde.
FAQ zur Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsberichts
Was umfasst der Bericht?
Der veröffentlichte Bericht ist der zweite freiwillige Nachhaltigkeitsbericht der FMTG und umfasst das Geschäftsjahr 2025. Er wurde freiwillig in Anlehnung an die europäischen Berichtsstandards ESRS erstellt und dokumentiert Fortschritte in Klimaschutz, Energie, Zertifizierungen und Personalentwicklung.
Warum wurde der Bericht freiwillig erstellt?
Nach Unternehmensangaben fällt die FMTG nach geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht mehr in den verpflichtenden Anwendungsbereich der CSRD. Dennoch habe die Gruppe den Bericht erneut freiwillig in Anlehnung an die ESRS erstellt, um Transparenz über die Entwicklung zu schaffen, wie Otmar Michaeler im Bericht zitiert wird.
Wie haben sich die Scope‑2‑Emissionen verändert?
Laut Bericht sanken die marktbasierten Scope‑2‑Emissionen gegenüber 2024 um 27 Prozent, von 11.331 auf 8.288 Tonnen CO₂‑Äquivalent. Die FMTG führt diese Entwicklung auf Portfolioveränderungen und den Einsatz erneuerbarer Energien an österreichischen Standorten zurück.
Warum stiegen die Gesamtemissionen um 39 Prozent?
Im Bericht nennt die FMTG als Hauptursache für den Anstieg der gesamten Scope‑1‑, ‑2‑ und ‑3‑Emissionen umfangreiche Bautätigkeiten bei Entwicklungsprojekten in Salò am Gardasee (Brescia, ITA) und Licata (Sizilien, ITA). Die Erhöhung betrifft damit die gruppenweiten Emissionen inklusive Entwicklungsprojekten.
Welche Ziele hat die FMTG für die kommenden Jahre genannt?
Die FMTG kündigt im Bericht an, für 2026 einen Klimaübergangsplan zu erarbeiten, auf dessen Basis Reduktionsziele für 2030, 2040 und 2050 definiert werden sollen. Weiterhin wird ein Anteil erneuerbarer Energie auf Gruppenebene von 70 Prozent bis 2030 und eine Wärmeversorgung ohne fossile Energieträger bis 2035 genannt.
Welche Rolle spielt Michaeler & Partner laut Bericht?
Michaeler & Partner hat Mitte 2024 eine Abteilung Nachhaltigkeit & ESG gegründet, die zunächst die FMTG‑Strategie aufgebaut und umgesetzt hat. Danach begleite diese Abteilung laut Aussendung fünf externe Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung von ESG‑Strategien und biete Leistungen wie CO₂‑Management, Klimapläne und Nachhaltigkeitsberichterstattung an.
Quellen und Kontakt
Quelle: FalkensteinerMichaeler Tourism Group (Aussendung zum freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht 2025).
Kontakt: FMTG - Falkensteiner Michaeler Tourism Group AG, Alexandra Geyer, Director PR & Public Affairs, Telefon: +43 69917187073, E‑Mail: Alexandra.Geyer[at]falkensteiner.com