Rekordinvestitionen von 330 Millionen Euro geplant - Dividende bleibt bei 1,65 Euro je Aktie
Die Flughafen Wien AG verzeichnet 2025 einen Umsatzanstieg auf 1,13 Milliarden Euro, trotz Belastungen durch Abschreibungen der dritten Piste.
Die Flughafen Wien AG hat fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2025 solide Ergebnisse vorgelegt, die von einem krĂ€ftigen Umsatzwachstum geprĂ€gt sind. Trotz einmaliger Belastungen durch die Einstellung des Projekts der dritten Piste konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 7,2 Prozent auf 1,128.9 Millionen Euro steigern.
Das GeschĂ€ftsjahr 2025 war fĂŒr den Flughafen Wien von gegensĂ€tzlichen Entwicklungen geprĂ€gt. WĂ€hrend der Umsatz deutlich zulegte, fĂŒhrte eine einmalige Abschreibung von 55,9 Millionen Euro im Zusammenhang mit der eingestellten dritten Piste zu einem RĂŒckgang des EBITDA um 6,8 Prozent auf 412,4 Millionen Euro. Das EBIT sank um 8,7 Prozent auf 279,5 Millionen Euro.
Der Konzerngewinn belief sich auf 210,1 Millionen Euro, was einem RĂŒckgang von 12,3 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr entspricht. Bemerkenswert ist jedoch, dass die positive GeschĂ€ftsentwicklung die negativen Auswirkungen der Abschreibung zur HĂ€lfte kompensieren konnte.
"2025 war ein wirtschaftlich starkes Jahr fĂŒr uns mit einer Umsatzsteigerung von 7,2 Prozent", erklĂ€rt GĂŒnther Ofner, Vorstandsvorsitzender und CFO der Flughafen Wien AG. "Infolge der einmaligen Abschreibung von Vermögenswerten im Zusammenhang mit dem eingestellten Projekt der dritten Piste ist der Konzerngewinn leicht auf 210,1 Millionen Euro gesunken."
Trotz der finanziellen Belastungen plant der Vorstand, der Hauptversammlung eine unverĂ€nderte Dividende von 1,65 Euro je Aktie vorzuschlagen. Dies entspricht einer AusschĂŒttungsquote von etwa 75 Prozent und einer Dividendenrendite von ungefĂ€hr 3 Prozent. Auch die Mitarbeiter profitieren ĂŒber die Mitarbeiterstiftung, die zehn Prozent der Unternehmensanteile hĂ€lt.
Das Jahr 2025 markierte einen neuen Passagierrekord fĂŒr den Flughafen Wien mit 32,6 Millionen Reisenden. FĂŒr 2026 zeigt sich das Management vorsichtiger optimistisch und erwartet etwa 30 Millionen Passagiere am Wiener Flughafen sowie rund 41,5 Millionen Passagiere in der gesamten Flughafen Wien Gruppe, die auch die Standorte Malta und Kosice umfasst.
"Unser Ziel fĂŒr das Jahr 2035 sind 40 Millionen Passagiere am Flughafen Wien", erklĂ€rt Julian JĂ€ger, Vorstandsvorsitzender und COO. "Wir bereiten uns bereits heute darauf vor, indem wir umfangreich in QualitĂ€t und Infrastruktur investieren."
FĂŒr 2026 plant die Flughafen Wien AG Rekordinvestitionen von etwa 330 Millionen Euro. Das gröĂte Einzelprojekt ist der Terminal 3 SĂŒd-Erweiterungsbau, der im zweiten Quartal 2027 in Betrieb genommen werden soll. Bereits 2025 wurden 281,3 Millionen Euro in Sachanlagen und Immobilien investiert, verglichen mit 189,8 Millionen Euro im Vorjahr.
"Die gute GeschĂ€ftsentwicklung ermöglicht die gröĂte Investitionsoffensive in der Unternehmensgeschichte", betont Ofner. Die neuen Investitionen umfassen neben dem Terminal-Ausbau auch die Modernisierung der Sicherheitskontrollen mit CT-Scannern, die bis Sommer 2026 abgeschlossen werden soll.
Der neue Terminal 3 SĂŒd-Erweiterungsbau wird auf 70.000 Quadratmetern neue Shopping- und Restaurantangebote, gerĂ€umige Lounges sowie eine groĂe zentrale Sicherheitskontrolle bieten. Nach der Fertigstellung beginnen die Arbeiten zur Erweiterung des Pier Nord um zusĂ€tzliche Gates und Abstellpositionen fĂŒr GroĂraumflugzeuge, die bis 2031 abgeschlossen werden sollen.
SĂ€mtliche GeschĂ€ftssegmente der Flughafen Wien AG trugen positiv zum Ergebnis bei. Der Airport-Bereich steigerte seinen Umsatz auf 536,5 Millionen Euro, primĂ€r getrieben durch die gute Verkehrsentwicklung und GebĂŒhrenanpassungen. Das Segment erzielte ein EBIT von 96,0 Millionen Euro.
Der Bereich Handling und Security Services verzeichnete einen Umsatzanstieg auf 198,0 Millionen Euro, angetrieben durch ein Rekordvolumen bei der Luftfracht. Das EBIT erreichte 8,7 Millionen Euro. Das Retail & Properties Segment meldete eine Umsatzsteigerung auf 215,0 Millionen Euro, hauptsÀchlich durch höhere Einnahmen aus Shopping, Gastronomie, Lounges und Parken. Das EBIT verbesserte sich auf 97,2 Millionen Euro.
Besonders erfreulich entwickelte sich das Malta-Segment mit einem Umsatzanstieg auf 157,0 Millionen Euro und einem EBIT-Wachstum auf 75,4 Millionen Euro, getrieben durch stark steigende Passagierzahlen.
Die AirportCity setzt ihren Wachstumskurs fort. 2025 siedelten sich 20 neue Unternehmen am Wiener Flughafen an. FĂŒr 2026 werden fĂŒnf weitere Space-Tech-Unternehmen dem Luftfahrt-Cluster "VIE Space Hub" beitreten. Mit dem neuen Office Park 4 NEXT entstehen zusĂ€tzlich 17.000 Quadratmeter BĂŒro- und KonferenzflĂ€chen, die 2028 bezugsfertig sein sollen.
DarĂŒber hinaus wird in KĂŒrze das dritte Hotel am Flughafen Wien eröffnet - mit 510 Zimmern das gröĂte Hotel Niederösterreichs. Der Flughafen Wien ist mit ĂŒber 23.500 BeschĂ€ftigten in mehr als 250 Unternehmen der gröĂte Arbeitgeber Ostösterreichs.
Die kontinuierlichen Investitionen in die ServicequalitĂ€t zahlen sich aus. Der Flughafen Wien erhielt kĂŒrzlich den ASQ Award der renommierten Luftfahrtvereinigung ACI als "Bester Flughafen bei AbflĂŒgen 25-40 Millionen Passagiere/Europa" sowie zum fĂŒnften Mal den Skytrax-Award als "Bestes Flughafenpersonal Europa". Zudem rangiert Wien bei der PĂŒnktlichkeit auf Platz drei unter den europĂ€ischen Drehkreuzen mit mehr als 25 Millionen Passagieren.
FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr 2026 erwartet die Flughafen Wien Gruppe einen Gesamtumsatz von etwa 1.050 Millionen Euro sowie ein EBITDA von rund 415 Millionen Euro. Der Konzerngewinn vor Anteilen Dritter soll bei etwa 210 Millionen Euro liegen, nach Anteilen Dritter bei ungefĂ€hr 185 Millionen Euro.
"Trotz der GebĂŒhrensenkungen und eines schwierigen GeschĂ€ftsumfeldes erwarten wir eine stabile Ergebnisentwicklung von etwa 210 Millionen Euro im Jahr 2026", so Ofner. Die Kapitalausgaben werden voraussichtlich etwa 330 Millionen Euro betragen.
Ofner kritisiert dabei die regulatorische Entwicklung in Europa: "Die Luftfahrtbranche generiert weltweit erhebliches Wachstum, wĂ€hrend Europa die regulatorische âHandbremse' anzieht und den Sektor mit falschen und diskriminierenden Vorschriften belastet, die das Wachstum hemmen." Er fordert eine Korrektur der aktuell luftfahrtfeindlichen Haltung der EU-Kommission sowie eine deutliche Reduktion der Flugabgabe in Ăsterreich.
Die Bilanzstruktur der Flughafen Wien AG bleibt solide. Das Eigenkapital stieg auf 1.726,9 Millionen Euro (2024: 1.667,2 Millionen Euro). Die NettoliquiditĂ€t belief sich auf 413,8 Millionen Euro, was eine komfortable Finanzierungsbasis fĂŒr die geplanten Investitionen darstellt.
Der operative Cashflow erreichte 333,3 Millionen Euro, was einem RĂŒckgang von 24,9 Prozent entspricht. Der Free Cashflow stieg jedoch auf 159,3 Millionen Euro (2024: 114,2 Millionen Euro), was die solide Finanzierungskraft des Unternehmens unterstreicht.
Die Flughafen Wien AG zeigt sich damit trotz der aktuellen Herausforderungen gut positioniert fĂŒr die Zukunft und setzt auf nachhaltiges Wachstum durch strategische Investitionen in Infrastruktur und ServicequalitĂ€t.