Der Finanzbetrug hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt und zeigt, wie schnell Betrüger auf neue Technologien reagieren. Am 5. Januar 2026 veröffentlichte die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) ihre neuesten Erkenntnisse zu den Trends des Jahres 2025. Dabei standen insbesonder
Der Finanzbetrug hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt und zeigt, wie schnell Betrüger auf neue Technologien reagieren. Am 5. Januar 2026 veröffentlichte die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) ihre neuesten Erkenntnisse zu den Trends des Jahres 2025. Dabei standen insbesondere Deepfakes, WhatsApp-Gruppen und KI-gestützte Chatbots im Fokus. Diese Entwicklungen zeigen nicht nur die Innovationskraft der Betrüger, sondern auch die zunehmenden Herausforderungen für die Aufsichtsbehörden in Österreich.
Deepfakes sind manipulierte Videos, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt werden. Sie ermöglichen es, realistisch wirkende Aufnahmen von Personen zu erstellen, die Dinge sagen oder tun, die sie in Wirklichkeit nie gesagt oder getan haben. Diese Technologie wird zunehmend von Betrügern genutzt, um Vertrauen zu schaffen und Anleger in die Irre zu führen. In Österreich wurden 2025 mehrere Fälle bekannt, in denen Deepfakes verwendet wurden, um prominente Persönlichkeiten in vermeintlichen Anlageempfehlungen zu zeigen.
Ein weiterer Trend des Jahres 2025 war der Einsatz von WhatsApp-Gruppen für betrügerische Zwecke. Diese Gruppen werden oft über gezielte Werbung oder gefälschte Profile auf Social-Media-Plattformen beworben. In den Gruppen selbst werden vermeintliche Insider-Tipps und exklusive Investitionschancen diskutiert. Laut FMA-Analysen sind diese Gruppen oft mit KI-betriebenen Chatbots durchsetzt, die eine aktive Community vortäuschen. Die Opfer werden dann in privaten Chats zu Investitionen auf betrügerischen Plattformen gedrängt, wobei die Gelder meist auf ausländische Konten transferiert werden.
Die Aufdeckung und Verfolgung solcher Betrugsfälle stellt die FMA vor erhebliche Herausforderungen. Die Anonymität der Täter und die ständige Veränderung von Gruppennamen und Plattformen erschweren die Zuordnung und Verfolgung. Zudem verlagert sich der unerlaubte Geschäftsbetrieb zunehmend in private Kanäle, was die Ermittlungen weiter kompliziert. Die FMA plant, im Jahr 2026 verstärkt auf diese Entwicklungen zu reagieren und die Präventionsmaßnahmen auszubauen.
Die FMA setzt auf umfangreiche Aufklärungsmaßnahmen, um Verbraucher über die Risiken von Anlagebetrug zu informieren. Das Informationsformat „Reden wir über Geld“ ist ein zentraler Bestandteil dieser Bemühungen. Es bietet nicht nur wertvolle Informationen für Verbraucher, sondern wird auch als didaktisches Material für den Schulunterricht verwendet. Die FMA hat zudem ihre Präsenz auf Social Media verstärkt und bietet unter anderem auf Instagram und in Podcasts aktuelle Informationen und Tipps.
Die Statistiken der FMA für das Jahr 2025 sind alarmierend. Insgesamt wurden 843 Betrugsfälle mit einer Schadenssumme von 19,6 Millionen Euro gemeldet. Der höchste Einzelfallverlust betrug 830.000 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 853 Fälle mit einer Gesamtschadenssumme von 15,5 Millionen Euro registriert wurden, zeigt sich eine deutliche Zunahme der Schadenshöhe. Diese Zahlen verdeutlichen die zunehmende Professionalität und Raffinesse der Betrüger.
Auch in anderen Ländern wie Deutschland und der Schweiz sind ähnliche Trends zu beobachten. In Deutschland wurden 2025 zahlreiche Fälle von Deepfake-Betrug gemeldet, während in der Schweiz verstärkt auf die Rolle von Social Media bei der Verbreitung von Betrugsmaschen hingewiesen wurde. Die internationalen Aufsichtsbehörden arbeiten eng zusammen, um diesen grenzüberschreitenden Phänomenen entgegenzuwirken.
Die FMA plant, ihre Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen im Jahr 2026 weiter auszubauen. Dies umfasst nicht nur die Intensivierung der öffentlichen Warnungen und die Bereitstellung von Informationsmaterialien, sondern auch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Ziel ist es, die Verbraucher besser zu schützen und die Aufklärung über die Risiken von Anlagebetrug zu verbessern. Die Entwicklung neuer Technologien wird auch künftig von Betrügern genutzt werden, weshalb die FMA ihre Strategien kontinuierlich anpassen muss.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass der Finanzbetrug eine ernstzunehmende Bedrohung darstellt, der mit vereinten Kräften begegnet werden muss. Verbraucher sollten wachsam bleiben und sich regelmäßig über die neuesten Betrugsmaschen informieren.