FH-Konferenz fordert Doktoratsprogramme und mehr Finanzierung
19. Forschungsforum diskutiert Zukunft der angewandten Forschung
Beim 19. Forschungsforum am FH CAMPUS 02 forderte die Fachhochschul-Konferenz strukturelle Gleichstellung und eigenständige Doktoratsprogramme.
Das 19. Forschungsforum der österreichischen Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (FH/HAW) ist am FH CAMPUS 02 eröffnet worden. Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der angewandten Forschung.
FH-Präsidentin betont politischen Handlungsbedarf
FHK-Präsidentin Ulrike Prommer unterstrich die zunehmende Bedeutung der FH/HAW für den österreichischen Innovations- und Wissenschaftsstandort. "Unsere Hochschulen leisten mit ihrer anwendungsorientierten Forschung einen entscheidenden Beitrag zur Lösung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen – von Sicherheit, Digitalisierung und Gesundheitsversorgung bis hin zu Fragen des Klimaschutzes und der Bewältigung von globalen Wirtschaftskrisen", so Prommer.
Debatte um Doktoratsprogramme
Ein zentrales Thema ist die aktuelle Debatte um eigenständige Doktoratsprogramme an Fachhochschulen. ÖAW-Präsident Heinz Fassmann sprach sich dafür aus, den Zugang zu Doktoraten an Qualitätskriterien zu knüpfen, anstatt ihn FH/HAW grundsätzlich zu verwehren.
"Diese Entwicklung zeigt, dass Qualität und Leistungsfähigkeit unserer Hochschulen Wirkung zeigen. Jetzt gilt es, die nächsten konsequenten Schritte zu setzen – insbesondere durch die Schaffung eigenständiger, akkreditierter Doktoratsprogramme an unseren Hochschulen", erklärte Prommer.
Hohe Forschungsleistung der Fachhochschulen
Die österreichischen FH/HAW tragen derzeit mit rund 2.500 Forschungsprojekten und etwa 180 Millionen Euro an jährlichen Forschungsinvestitionen zur Innovationskraft des Landes bei. Charakteristisch für den Sektor ist die enge Verzahnung von Forschung und Praxis, wobei Forschungsergebnisse unmittelbar in wirtschaftliche Anwendungen und gesellschaftliche Lösungen einfließen.
Forderungen nach struktureller Gleichstellung
Die FHK sieht nun Bedarf für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Systems. Dazu zählen eine verlässliche Forschungsbasisfinanzierung, die strukturelle Gleichstellung mit anderen Hochschulsektoren sowie der Ausbau von forschungsgeleiteten Qualifizierungswegen.
"Eine zukunftsorientierte Hochschulpolitik entscheidet maßgeblich über die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Unsere Hochschulen haben das Potenzial, ein zentrales Element dieser Entwicklung zu sein – dieses Potenzial gilt es jetzt voll zu nutzen", betonte FHK-Generalsekretär Kurt Koleznik.
Das Forschungsforum bietet in den kommenden Tagen eine Plattform für intensiven Austausch zu aktuellen Forschungsthemen und zur Weiterentwicklung des Hochschulsektors.
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