Der waff setzt bei Female First auf Workshops, Coaching und konkrete Kontakte zu Arbeitgebern. Für viele Frauen ist genau diese Mischung wichtiger als ein einzelner Vortrag.
Female First brachte Frauen in Wien Beratung, Workshops und Arbeitgeberkontakte an einem Ort zusammen. Der Hintergrund: Weiterbildung, Wiedereinstieg und faire Chancen am Arbeitsmarkt brauchen konkrete, leicht zugängliche Angebote.
Female First war in der Ariana in der Donaustadt mehr als ein klassisches Karriereevent. Der Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds, kurz waff, setzte am 27. Mai 2026 auf ein Format, das Beratung, Weiterbildung, Coaching, Arbeitgeberkontakte und niederschwellige Orientierung miteinander verbindet. Genau darin liegt die Relevanz der Veranstaltung: Viele berufliche Entscheidungen scheitern nicht daran, dass Frauen keine Ziele hätten, sondern daran, dass Informationen, Förderungen, Kinderbetreuung, Mut zum Wechsel und passende Kontakte nicht am selben Ort verfügbar sind.
Das Event richtete sich laut waff an Frauen zwischen 18 und 65 Jahren. Von 11 bis 19 Uhr standen im ARIANA in der Seestadt unter anderem Bildungs- und Weiterbildungsangebote, Fördermöglichkeiten, Unterstützung bei beruflicher Neuorientierung, Beratung bei Diskriminierung sowie Bewerbungshilfe im Mittelpunkt. Die Botschaft war damit deutlich konkreter als ein allgemeiner Appell zu mehr Gleichstellung: Wer sich neu orientieren, wieder einsteigen, einen Abschluss nachholen oder Zukunftsbranchen kennenlernen will, sollte vor Ort direkte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner finden.
Der Wiener Arbeitsmarkt verändert sich spürbar. Digitalisierung, KI, Klimaschutz, Pflegebedarf, Fachkräftemangel und neue Qualifikationsprofile verschieben die Anforderungen in vielen Branchen. Für Frauen kann das Chance und Risiko zugleich sein. Wer rechtzeitig Zugang zu Weiterbildung und Beratung bekommt, kann in wachsende Berufsfelder wechseln. Wer keinen Überblick über Förderungen, Anerkennungsmöglichkeiten oder Bewerbungswege hat, bleibt leichter in Branchen mit geringerem Einkommen oder weniger Aufstiegschancen hängen.
Die Stadt Wien verweist in ihrem Überblick waff stärkt Frauen im Job darauf, dass 2026 rund 4.400 Wienerinnen von Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung am Arbeitsmarkt profitieren sollen. Das ordnet Female First in einen größeren arbeitsmarktpolitischen Rahmen ein. Es geht nicht nur um Inspiration, sondern um die Frage, wie Frauen schneller zu passenden Qualifikationen, Beratung und beruflichen Übergängen kommen.
Das Programm zeigte, wie breit der Beratungsbedarf sein kann. Der waff kündigte Information zu Bildungs- und Weiterbildungsangeboten, Fördermöglichkeiten und beruflicher Neuorientierung an. Vor Ort waren laut Eventseite unter anderem AMS Wien, AK Wien, BFI Wien, FH des BFI Wien, Hochschule Campus Wien, Wirtschaftsagentur Wien, WIFI, Gleichbehandlungsanwaltschaft, Stadt Wien Frauenservice, Integrationsstellen, Gewerkschaft, Fonds Soziales Wien und zahlreiche Unternehmen vertreten.
Besonders nützlich ist diese Bündelung, weil viele Fragen zusammenhängen. Wer etwa in einen technischen Beruf wechseln will, braucht nicht nur ein Kursangebot, sondern oft auch eine Einschätzung zum eigenen Kompetenzprofil, Informationen zu Förderungen, einen realistischen Blick auf Einstiegsjobs und Kontakte zu Arbeitgebern. Wer nach einer Familienphase zurückkehrt, braucht häufig zusätzlich Beratung zu Zeitmodellen, Qualifikationslücken, Kinderbetreuung und Bewerbung. Ein Event wie Female First kann diese Themen zumindest anstoßen und Wege zu vertiefender Beratung öffnen.
Auch die Rahmenbedingungen sind nicht nebensächlich. Der waff nennt Barrierefreiheit, Kinderbetreuung, Bewerbungsfotos, Dolmetscherinnen und einen Bewerbungsunterlagen-Check als Extras vor Ort. Solche Angebote entscheiden oft darüber, ob Beratung für Frauen tatsächlich erreichbar ist oder nur theoretisch offensteht.
Die Workshops reichten von Selbständigkeit und Business Model Canvas über Programmieren und KI bis zu Green Jobs, Digital Skills, Kompetenzen für Menschen ab 50 und Empowerment für junge Frauen. In der Health-&Power-Lounge ging es unter anderem um psychische Gesundheit, Karriereentwicklung, Diskriminierung, Netzwerken, Stress, Burnout und finanzielle Selbstbestimmung. Diese Mischung ist redaktionell interessant, weil sie den Begriff Karriere breiter fasst: Berufliche Chancen entstehen nicht nur durch einen besseren Lebenslauf, sondern auch durch Gesundheit, Wissen über Rechte, finanzielle Orientierung und belastbare Netzwerke.
Der Hintergrund ist nicht abstrakt. Laut Statistik Austria bezeichnet der Gender Pay Gap die Differenz zwischen den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten von Frauen und Männern in Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten in der Privatwirtschaft. Das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung fasst in seinem Dossier zu Einkommen und Gender Pay Gap zusammen, dass strukturelle Unterschiede am Arbeitsmarkt zwar eine wichtige Rolle spielen, aber nicht den gesamten Abstand erklären.
Für Leserinnen ist daran wichtig: Weiterbildung allein löst Lohnungleichheit nicht. Sie kann aber ein Hebel sein, wenn Frauen Zugang zu besser bezahlten Branchen bekommen, formale Abschlüsse nachholen, digitale Kompetenzen erwerben oder bei beruflichen Wechseln nicht allein gelassen werden. Genau hier liegt die Stärke eines waff-Formats, das nicht nur auf Motivation setzt, sondern Förderungen und Beratung sichtbar macht.
Female First richtet sich nicht nur an Frauen, sondern indirekt auch an Unternehmen. Viele Arbeitgeber suchen Fachkräfte, erreichen aber Kandidatinnen nicht, wenn Stellenprofile zu eng formuliert sind oder Einstiegspfade unklar bleiben. Meetups mit Unternehmen wie Wiener Stadtwerke, Flughafen Wien, ÖBB, Dynatrace, Siemens Energy oder Teach for Austria schaffen einen direkten Kontakt, der klassische Jobanzeigen ergänzen kann. Für Betriebe ist das eine Gelegenheit, Berufsbilder zu erklären, Fragen ohne Bewerbungsdruck zu beantworten und Frauen für Felder zu gewinnen, in denen sie bisher unterrepräsentiert sind.
Das ist auch deshalb wichtig, weil Zukunftsbranchen oft mit Fachsprache arbeiten. Begriffe wie MINT, Green Jobs, KI-Kompetenz oder duale Ausbildung wirken schnell distanziert, wenn sie nicht übersetzt werden. Gute Beratung macht daraus konkrete Fragen: Welche Vorkenntnisse brauche ich? Wie lange dauert eine Ausbildung? Gibt es Förderung? Kann ich Teilzeit lernen? Wo bewerbe ich mich danach? Je besser diese Antworten sind, desto eher wird aus Interesse ein echter beruflicher Schritt.
Das Event sollte Frauen Orientierung, Beratung und Kontakte für den nächsten beruflichen Schritt geben. Es verband Workshops, Coaching, Arbeitgebergespräche und Informationen zu Förderungen.
Laut waff richtete sich Female First an Frauen zwischen 18 und 65 Jahren, die sich beruflich weiterentwickeln, neu orientieren, wieder einsteigen, einen Job suchen oder Zukunftsbranchen kennenlernen möchten.
Der waff ist in Wien die zentrale Anlaufstelle für berufliche Weiterbildung, Förderungen und Beratung. Seine Stärke liegt darin, individuelle Beratung mit konkreten Förderinstrumenten und Partnern aus Bildung und Arbeitsmarkt zu verbinden.
Sinnvoll ist, konkrete nächste Schritte festzuhalten: Beratungstermin vereinbaren, Förderfähigkeit prüfen, passende Kurse recherchieren, Bewerbungsunterlagen aktualisieren und zwei bis drei Arbeitgeberkontakte nachfassen.
Hinweis: Die folgenden Hintergründe stützen sich auf öffentlich zugängliche Informationen der jeweils genannten Organisationen. Die Original-OTS-Aussendung wird bewusst nicht als weiterführende Quelle verlinkt.
Kontakt: Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds über waff.at. E-Mail laut waff-Website: waff [at] waff.at.