Am 2. Juni 2026 lädt Bundesratspräsident Markus Stotter zum Expertinnen- und Expertenforum "Digitale Gemeinde 2035" in den Bundesratssaal des Parlaments. In Wien wird an diesem Vormittag eine zentr...
Am 2. Juni 2026 lädt Bundesratspräsident Markus Stotter zum Expertinnen- und Expertenforum "Digitale Gemeinde 2035" in den Bundesratssaal des Parlaments. In Wien wird an diesem Vormittag eine zentrale Frage verhandelt: Wie können Gemeinden in Österreich den digitalen Wandel so gestalten, dass er dem Gemeinwohl dient, Chancen ausgleicht und regionale Zukunftsfähigkeit stärkt? Die Veranstaltung ist damit nicht nur ein parlamentarischer Termin, sondern ein Signal an Gemeinden in ganz Österreich — vom ländlichen Tal bis zur städtischen Peripherie — dass kommunale Digitalisierung höchste Priorität hat. (Datum der Berichterstattung: 26. Mai 2026)
Das Forum "Digitale Gemeinde 2035" bringt Fachleute aus Theorie und Praxis zusammen, um konkrete Strategien für kommunale Digitalisierung zu diskutieren. Bundesratspräsident Markus Stotter machte bereits in seiner Antrittsrede deutlich, dass gut ausgebaute digitale Strukturen im ländlichen Raum zur Anziehungskraft für junge Menschen beitragen. Die öffentliche Veranstaltung im Parlament startet am Dienstag, 2. Juni 2026, um 9 Uhr. Sie umfasst eine Keynote des deutschen Zukunftsforschers Max Thinius, zwei Panelblöcke mit Beiträgen zu digitaler Daseinsvorsorge und sicheren Datenräumen im Public Sector sowie Praxisberichte aus Gemeinden — moderiert von Franz Zeller (ORF).
Der Titel "Digitale Gemeinde 2035" ist Absichtserklärung und Orientierungsrahmen zugleich. Er zielt darauf ab, eine Perspektive für kommunale Entwicklung bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts zu schärfen: Welche technischen, organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen müssen Gemeinden schaffen, damit digitale Angebote robust, sicher und sozial ausgewogen verfügbar sind? Im Zentrum stehen Fragen der Infrastruktur, der Datenkompetenz, der Governance und der Vernetzung zwischen Gemeinden, Ländern und Bund. Die Veranstaltung am 2. Juni bietet Raum, solche Fragen interdisziplinär zu verhandeln.
Für die breite Leserschaft werden zentrale Fachbegriffe erläutert und kontextualisiert — damit die Diskussion um die "Digitale Gemeinde 2035" für alle nachvollziehbar bleibt.
Digitale Infrastruktur bezeichnet die technischen Grundlagen, die für Internet, mobile Kommunikation, Datenspeicherung und digitale Dienste notwendig sind. Dazu zählen Glasfasernetze, Mobilfunkmasten, Rechenzentren und lokale Netzwerke in öffentlichen Einrichtungen. Für Laien bedeutet das: Digitale Infrastruktur ist vergleichbar mit Straßen oder Stromleitungen, nur dass sie Daten transportiert. Ohne diese Basis sind Online-Behördendienste, Telemedizin, digitales Lernen oder Firmen mit Homeoffice nicht in stabiler, flächendeckender Form verfügbar. Der Ausbau digitaler Infrastruktur ist daher eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Gemeinden wirtschaftlich und sozial zukunftsfähig bleiben.
Datenkompetenz umfasst die Fähigkeit, Daten zu verstehen, zu bewerten, datenschutzgerecht zu verwenden und daraus fundierte Entscheidungen abzuleiten. Für Bürgerinnen und Bürger heißt das: nicht nur Formulare ausfüllen zu können, sondern auch zu wissen, welche Daten wofür genutzt werden und wie man die eigene Privatsphäre schützt. Für Verwaltungen bedeutet Datenkompetenz, Daten so zu managen, dass sie Serviceprozesse verbessern, gleichzeitig den rechtlichen Vorgaben entsprechen und Missbrauch verhindern. Gute Datenkompetenz reduziert Fehlentscheidungen, steigert Effizienz und stärkt Vertrauen in digitale Angebote.
Digitale Daseinsvorsorge meint öffentliche Leistungen, die zunehmend digital bereitgestellt werden — etwa Verwaltungskontakte, Energieversorgung, Gesundheit oder Bildung. Der Begriff stellt klar: Digitalisierung darf nicht nur Effizienzgewinne für Verwaltungen bringen; sie muss die grundlegenden Lebensbedürfnisse der Bevölkerung sichern. In der Praxis heißt das, digitale Angebote müssen barrierefrei, zuverlässig und für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich sein. Dort, wo rein kommerzielle Angebote nicht ausreichen, ist staatliches Handeln notwendig, damit kein Versorgungsloch entsteht.
Datenräume sind strukturierte Umgebungen, in denen unterschiedliche Akteure Daten sicher austauschen und gemeinsam nutzen können. In einem kommunalen Kontext dienen sie dazu, Informationen zwischen Gemeinden, Verwaltungseinrichtungen, Gesundheitspartnern oder Wirtschaftspartnern zu teilen, ohne die Kontrolle über sensible Daten zu verlieren. Ein Datenraum beinhaltet technische Sicherheitsmaßnahmen, klare Zugriffsregeln und rechtliche Vereinbarungen. Für Laien: ein Datenraum ist wie ein digitaler Konferenzraum mit abschließbarer Tür, in dem nur berechtigte Personen Zugang haben und alles protokolliert wird.
Vernetzung beschreibt die organisatorische und technische Verbindung zwischen Akteurinnen, Institutionen und Systemen. Auf kommunaler Ebene bedeutet Vernetzung sowohl die Verbindung von Infrastrukturen (zum Beispiel Glasfaservernetzung) als auch die Verknüpfung von Prozessen und Angeboten (etwa gemeinsame digitale Plattformen für mehrere Gemeinden). Vernetzung schafft Skaleneffekte, ermöglicht Wissensaustausch und kann knappe Ressourcen effizienter nutzen. Zugleich erhöht sie die Komplexität der Governance und stellt Anforderungen an gemeinsame Standards und Vertrauensmechanismen.
Die digitale Transformation kommunaler Aufgaben ist kein neues Phänomen, sondern ein schrittweiser Prozess, der über Jahrzehnte gewachsen ist. Zunächst standen punktuelle Modernisierungen und die Einführung elektronischer Akten in Verwaltungen im Vordergrund. Mit dem Ausbau der Breitbandnetze und dem Aufkommen mobiler Endgeräte wurden digitale Services zunehmend zu einer Erwartungshaltung der Bevölkerung. Die pandemische Phase hat diesen Trend noch verstärkt: Behörden mussten kurzfristig Online-Angebote erweitern, Schulen digitale Lernplattformen integrieren, und Gesundheitsdienste setzten vermehrt auf Telemedizin. Parallel dazu entstanden Initiativen für gemeinsame IT-Dienstleistungen auf kommunaler Ebene, um Kosten zu senken und Know-how zu bündeln.
In Österreich ist die kommunale Digitalisierung historisch geprägt vom föderalen Gefüge: Gemeinden, Länder und Bund teilen Verantwortung, was Fortschritt beschleunigen, aber auch koordinationsbedürftig machen kann. Während größere Städte in vielen Fällen schneller digitale Dienstleistungen aufbauen konnten, bleiben kleine und mittlere Gemeinden oft mit Ressourcen- und Fachkräfteengpässen konfrontiert. Die Diskussion um eine "Digitale Gemeinde 2035" greift diese Entwicklung auf und sucht nach tragfähigen Modellen, wie flächendeckende, gerechte und sichere Angebote umgesetzt werden können.
Innerhalb Österreichs zeigen sich unterschiedliche Ausgangsbedingungen: Städte verfügen tendenziell über höhere Personalausstattung und IT-Kapazitäten, während viele strukturschwache Regionen auf externe Unterstützung angewiesen sind. Diese Binnenunterschiede prägen die Diskussion um Fördermechanismen und Kooperationen zwischen Gemeinden.
Im internationalen Vergleich lässt sich beobachten: Deutschland steht ebenfalls vor einer heterogenen kommunalen Landschaft, wobei föderale Zuständigkeiten und große Variationen zwischen Landkreisen und Städten typisch sind. Die Schweiz zeichnet sich durch starken kommunalen Föderalismus und vielfach hohe Digitalisierungsgrade in wohlhabenderen Gemeinden aus; zugleich sind auch dort ländliche Gebiete nicht flächendeckend gleich versorgt. Insgesamt zeigt der Vergleich, dass technologische Lösungen allein nicht ausreichen: Erfolg hängt von Governance-Modellen, Finanzierung, Ausbildung und gesellschaftlicher Akzeptanz ab.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet die kommunale Digitalisierung direkte Veränderungen im Alltag. Konkrete Beispiele verdeutlichen, wie sich Services wandeln können:
Ein konkretes Praxisbeispiel, das beim Forum angesprochen wird, ist die Gemeinde Neuhaus: Amtsleiterin Regina Wiedl berichtet über Projekte und Erfahrungen vor Ort. Solche Praxisberichte sind entscheidend, weil sie zeigen, wie technische Lösungen in kommunalem Alltag implementiert werden und welche Hürden (etwa Finanzierung, Personal oder Akzeptanz) real auftreten.
Die vorliegende Presseaussendung der Parlamentsdirektion nennt Ort, Datum und Akteurinnen/Akteure der Veranstaltung, liefert jedoch keine umfassenden quantitativen Daten zu Versorgungsgraden, Investitionsvolumina oder Nutzerzahlen. Für eine detaillierte Analyse wären solche Zahlen wichtig, etwa die Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen in ländlichen Gemeinden, digitale Verwaltungsnutzungsraten oder Budgetzahlen für kommunale IT. Da die Quelle diese Zahlen nicht enthält, bleibt die Debatte im Forum stärker qualitativ und strategisch orientiert. Das bedeutet gleichzeitig: Eine zentrale Folge der Veranstaltung muss sein, Forderungen nach transparenten, aktuellen Datenbeständen zu formulieren, damit politische Entscheidungen evidenzbasiert getroffen werden können.
Die Perspektive bis 2035 zeichnet zwei miteinander verknüpfte Entwicklungslinien: technologische Verbreitung und institutionelle Anpassung. Technologisch werden robuste Netze, standardisierte Plattformen und sichere Datenräume an Bedeutung gewinnen. Institutionell geht es um Kooperationen zwischen Gemeinden, gemeinsame Servicezentren, Weiterbildung von Verwaltungspersonal und klare rechtliche Rahmenbedingungen für Datenverarbeitung. Erfolgsfaktoren sind langfristige Finanzierungsmodelle, interkommunale Zusammenarbeit und frühzeitige Einbindung der Bevölkerung.
Für Gemeinden heißt das konkret: Aufbau lokaler Digitalstrategien, Investition in Datenkompetenz und Teilnahme an regionalen Bündnissen. Die Diskussion beim Forum "Digitale Gemeinde 2035" kann Impulse liefern, konzise Zielbilder zu formulieren und die Weichen für koordinierte Maßnahmen zu stellen.
Das Expertinnen- und Expertenforum "Digitale Gemeinde 2035" wird am Dienstag, 2. Juni 2026, ab 9 Uhr im Bundesratssaal des Parlaments abgehalten. Der Livestream ist über die Mediathek des Parlaments abrufbar: https://www.parlament.gv.at/aktuelles/mediathek/; die Anmeldung für Medienvertreterinnen und -vertreter erfolgt über die Veranstaltungsseite: https://www.parlament.gv.at/erleben/veranstaltungen/1895118?selectedtab=pressebox. Weitere Informationen sind beim Pressedienst der Parlamentsdirektion erhältlich ([email protected]).
Für weiterführende Hintergrundrecherchen auf pressefeuer.at empfehlen wir diese Beiträge:
Die Initiative "Digitale Gemeinde 2035" zielt auf mehr als Technik: Es geht um das Zusammenspiel von Infrastruktur, Recht, Bildung und Gemeinwohlorientierung. Das Forum am 2. Juni 2026 ist ein Schritt, konkrete Modelle zu erörtern und Praxisbeispiele sichtbar zu machen. Wer an der Veranstaltung interessiert ist, kann den Livestream nutzen oder sich vorab als Medienvertreterin bzw. Medienvertreter anmelden. Wie gestalten Gemeinden ihre Zukunft im digitalen Zeitalter — diese Frage bleibt offen und erfordert breite Mitwirkung.
Quelle: Pressedienst der Parlamentsdirektion – Parlamentskorrespondenz. Weitere Informationen und Livestream: https://www.parlament.gv.at/erleben/veranstaltungen/1895118?selectedtab=pressebox