27. Mai 2026 – Das Citizen‑Science‑Projekt Climate Ready Schools am AIT untersucht, wie Hitzebelastung den Schulalltag in Österreich beeinträchtigt und welche Maßnahmen die Klimaresilienz von Schul...
27. Mai 2026 – Das Citizen‑Science‑Projekt Climate Ready Schools am AIT untersucht, wie Hitzebelastung den Schulalltag in Österreich beeinträchtigt und welche Maßnahmen die Klimaresilienz von Schulen stärken können.
Seit der Klimaperiode 1961–1990 hat sich die Anzahl der Hitzetage in Wien – also Tage mit Höchsttemperaturen über 30 °C – von durchschnittlich zehn auf rund 30 pro Jahr verdreifacht. Auch die Zahl der Sommertage mit Temperaturen über 25 °C ist um etwa 70 Prozent gestiegen. Besonders relevant für Schulen ist, dass heiße Tage seit den 2000er Jahren zunehmend auch in den Übergangsmonaten Juni und September auftreten. Aktuelle Klimaprojektionen deuten darauf hin, dass in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts Mai und September ähnliche Muster aufweisen könnten wie heute der Juni.
Eine Umfrage an fünf Schulen mit mehr als 1.500 Teilnehmer:innen – darunter 1.370 Schüler:innen und 176 Lehrer:innen – zeigt hohe Belastung: 88 Prozent empfinden die Hitze im Schulgebäude an heißen Tagen als belastend, 97 Prozent geben an, dass es im Juni zumindest eine Woche lang zu heiß für konzentrierten Unterricht sei, und 91 Prozent sind überzeugt, dass an Schulen konkrete Maßnahmen gegen Hitze gesetzt werden sollten.
Begleitende Messkampagnen an Schulen in Wien und Niederösterreich lieferten zusätzliche Daten. Am Camillo Sitte Bautechnikum in Wien sowie am Don Bosco‑Gymnasium Unterwaltersdorf wurden Temperatur‑ und Luftfeuchtemessungen in fünf Klassenräumen durchgeführt. Der überwiegende Teil der Unterrichtszeit im Juni wurde als thermisch 'nicht behaglich' eingestuft; an zahlreichen Tagen lagen die Innenraumtemperaturen über 27 °C. Aktuell läuft eine weitere Messkampagne am GRG23 in Wien sowie im BG/BRG Bruck an der Leitha, wo Schüler:innen zusätzlich ihr Verhalten und eingesetzte Maßnahmen dokumentieren.
Im Projekt arbeiten Schüler:innen, Lehrer:innen und Schulleitungen als aktive Forschende an Lösungen zur Reduktion von Hitzestress. Die identifizierten Maßnahmen reichen von kurzfristigen Verhaltensanpassungen bis hin zu langfristigen Investitionen in die Gebäudeinfrastruktur.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass es keine einzelne Maßnahme gibt, die mit geringem Aufwand eine umfassende Lösung bietet. Vielmehr braucht es ein Bündel unterschiedlicher Ansätze, um Schulen schrittweise widerstandsfähiger gegenüber zunehmender Hitzebelastung zu machen.
'Die Auswirkungen des Klimawandels werden zunehmend auch im Schulalltag spürbar. Hitze beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch Konzentration und Lernbedingungen. Um Schulen langfristig klimaresilient zu gestalten, braucht es ein Zusammenspiel aus baulichen, organisatorischen und individuellen Maßnahmen sowie die aktive Einbindung der gesamten Schulgemeinschaft', so Martin Schneider, Experte für Klimaresilienz am AIT.
Projekt: Climate Ready Schools
Projektansatz: Citizen Science zur Erforschung und Entwicklung von Maßnahmen gegen Hitzebelastung an Schulen.
Weitere Informationen: www.climatereadyschools.at
Diskurs. Das Wissenschaftsnetz lädt Medienvertreter:innen zum Online‑Mediengespräch 'Climate Ready Schools: Forschung untersucht Hitzebelastung an Österreichs Schulen'. Datum: 02. Juni 2026, 09:00–10:00 Uhr, Online via Zoom. Anmeldung: [email protected]
Kontakt AIT: Mag. Florian Hainz, BA, AIT Communication, T +43 (0)50550-4518, [email protected], www.ait.ac.at