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Behindertenrat fordert Reform: Gutachten-Chaos bei PVA belastet Betroffene

4. April 2026 um 13:02
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Die Kritik an der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) reißt nicht ab: Nach monatelanger öffentlicher Diskussion über fragwürdige Begutachtungspraktiken fordert der Österreichische Behindertenrat nun...

Die Kritik an der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) reißt nicht ab: Nach breiter Kritik an Begutachtungen fordert der Österreichische Behindertenrat konkrete Reformen. Sozialministerin Korinna Schumann und die PVA haben Verbesserungen angekündigt; der Behindertenrat fordert, die Erfahrungen von Betroffenen und ihren Interessenvertretungen in die Reform einzubeziehen.

Begutachtungssystem in der Krise: Wenn Betroffene um ihr Recht kämpfen müssen

Aktuelle Studien zeigen Defizite im Begutachtungssystem: Viele Betroffene kommen erst im Rechtsweg zu ihrem Recht. Dies führt zu langen Verfahren und zusätzlicher Belastung für Menschen mit Behinderungen sowie deren Familien.

Frauen tragen die Hauptlast der Pflege

Besonders betroffen von den Problemen im Begutachtungssystem sind pflegende Angehörige – und hier vor allem Frauen. Sie leisten den Großteil der unbezahlten Pflege- und Unterstützungsarbeit. Komplexe Verfahren, unklare Zuständigkeiten und lange Verfahrenswege bedeuten für sie zusätzliche Belastungen.

Forderungen des Österreichischen Behindertenrats

Entscheidend für eine Reform des Begutachtungswesens sind Verbesserungen bei Qualität, Unabhängigkeit und Transparenz der Verfahren. Dazu zählen unabhängige und multiprofessionelle Begutachtungen, verpflichtende Qualitätsstandards, barrierefreie Verfahren sowie verpflichtende Schulungen für Gutachter*innen im Sinne einer menschenrechtskonformen Praxis.

In der politischen Diskussion wird auch vereinzelt die Idee einer gemeinsamen Begutachtungsstelle angesprochen. Der Österreichische Behindertenrat warnt jedoch davor, strukturelle Zentralisierungsmodelle als einfache Lösung zu betrachten.

„Eine zentrale Begutachtungsstelle klingt nach einer einfachen Lösung, beseitigt aber nicht die eigentlichen Probleme. Qualität entsteht nicht durch Zentralisierung, sondern durch unabhängige, gut ausgestattete und transparente Verfahren. Entscheidend ist nicht die Größe der Struktur, sondern die Qualität der Entscheidung.“, betont Klaus Widl, Präsident des Österreichischen Behindertenrats.

Bereits am 27. März 2026 bot der Österreichische Behindertenrat Sozialministerin Korinna Schumann seine Mitarbeit bei der Reform der Begutachtungspraxis an.

Der Österreichische Behindertenrat wird die Umsetzung der angekündigten Maßnahmen genau verfolgen und weiterhin für transparente, faire und nachvollziehbare Begutachtungsverfahren im Sinne der Betroffenen eintreten.

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