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Politik

Bäuerinnen fordern faire Bezahlung und bessere Kinderbetreuung

16. April 2026
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Über 800 - vorwiegend weibliche - Festgäste trafen sich heute in Feldkirch zum Bundesbäuerinnentag 2026, der im Zeichen des von den Vereinten Nationen ausgerufenen „Internationalen Jahrs der Bäuerin“ steht. Im Mittelpunkt standen ein Positionspapier sowie eine neue Initiative zur Bewusstseinsbildung.

Der Bundesbäuerinnentag 2026 stand ganz im Zeichen des von den UN ausgerufenen „Internationalen Jahrs der Bäuerin“. Dieses soll die Leistungsvielfalt der Bäuerinnen sichtbarer machen, ihren Anliegen Gehör verschaffen und zur Umsetzung verhelfen. Die zentralen Erfordernisse sind in einem Positionspapier zusammengefasst, an zentrale Stakeholder:innen übergeben und bei einem Pressegespräch vorgestellt worden.

Österreichs Bäuerinnen: Anliegen im Positionspapier

Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger betonte, dass „Österreichs Bäuerinnen sehr gut ausgebildet, bestens vernetzt und in höchstem Maße engagiert“ seien. Gleichzeitig nannte sie steigende Kosten, zunehmende Gesellschaftswünsche, strukturelle Abhängigkeiten und multiple Rollenanforderungen als massive Herausforderungen. In einer Umfrage wurden die Erkenntnisse unter dem Titel „Was die Bäuerin/Frau in der Land- und Forstwirtschaft 2030 braucht“ erhoben und in einem Positionspapier zusammengefasst. Dieses wurde an Organisationen wie den EU-Bauernverband (COPA), die FAO und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig übergeben.

Entlohnung, Kinderbetreuung, Investitionsförderung und Bildung

Neumann-Hartberger hob zentrale Anliegen hervor: wirtschaftliche Stabilität, soziale Absicherung, faire Teilhabe und mehr Raum für Gestaltung. Im Positionspapier werden unter anderem kostendeckende Erzeugerpreise und eine faire Entlohnung gesellschaftlicher Leistungen gefordert. Außerdem wurde der Bedarf an qualitätsvoller, leistbarer und flexibler Kinderbetreuung im ländlichen Raum, entsprechenden Gesundheitsvorsorgeangeboten und Investitionsförderungen genannt. Weiterhin fordert das Papier zielgruppengerechte und flexible Bildungs- und Beratungsangebote in Bereichen wie Recht und Steuern, Unternehmertum, Digitalisierung, mentaler Gesundheit und Generationenmanagement mit besonderem Fokus auf junge Frauen, Quereinsteigerinnen und Nebenerwerbsbäuerinnen.

Äußerungen internationaler und nationaler Vertreter

Raschad Al Khafaji, Direktor des FAO-Verbindungsbüros mit der EU und Belgien, betonte die Bedeutung von Frauen im Agrarsektor und die Notwendigkeit gleichberechtigten Zugangs zu Land, Ressourcen und Entscheidungen, um das Potenzial von Agrar- und Ernährungssystemen zu fördern.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig sagte, Bäuerinnen leisteten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft und verwies auf die Bedeutung einer verlässlichen Gemeinsamen Agrarpolitik über 2027 hinaus.

Initiative „Bäuerinnen im Fokus“ gestartet

Mit dem Start der Initiative „Bäuerinnen im Fokus - Hof und Land in Frauenhand“ rücken das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (BMLUK), die Bäuerinnen Österreich und die LK Österreich Frauen in der Land- und Forstwirtschaft in die öffentliche Aufmerksamkeit. Die Initiative macht die Vielfalt, Innovationskraft und Rolle von (Wald-)Bäuerinnen sichtbar. Bäuerinnen öffnen ihre Hoftüren und geben Einblicke in Alltag, Motivation und Herausforderungen. Die Initiative wird über eine zentrale Landingpage und Social Media umgesetzt und stellt Informationen, Zahlen, Veranstaltungshinweise und Unterstützungsangebote bereit.

Reaktionen der Landwirtschaftskammer und Agrarpädagogik

Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, erklärte, er stehe hinter dem präsentierten Positionspapier und verwies darauf, dass die Landwirtschaftskammer bereits Anregungen der Bäuerinnen in Maßnahmen wie verbesserter sozialer und rechtlicher Absicherung sowie flexibleren Online-Bildungs- und Beratungsangeboten umgesetzt habe.

Die Vorarlberger Landesbäuerin Esther Bitschnau wies auf die Rolle der Bäuerinnen als „Stimme der Landwirtschaft“ hin und nannte das Angebot „Schule am Bauernhof“ als Beispiel für agrarpädagogische Bildungsarbeit, die bäuerliche Lebenswelt sichtbar macht.

Das Positionspapier der Bäuerinnenorganisation kann unter www.baeuerinnen.at/mediathek im Bereich Broschüren heruntergeladen werden. Weitere Informationen: www.baeuerinnen.at/Internationales-Jahr-der-Baeuerinnen und zur Kampagne: www.landwirtschaft.at/baeuerinnen

Schlagworte

#Bäuerinnen#Ernährungssicherheit#Gleichstellung#IYWF#Neumann-Hartberger#Bild#Agrar#Gesellscha

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