Neven Allgeier, Judith Eisler und Pakui Hardware zeigen ab März 2026 in THE HALL
Fotografie, Malerei und Skulptur erforschen Momente der Stille zwischen Licht, Erinnerung und technologischem Wandel in Wiener Gruppenausstellung.
Ab 7. März 2026 zeigt THE HALL in Wien die Gruppenausstellung "still (a little life)", die Werke von Neven Allgeier, Judith Eisler und dem Künstlerduo Pakui Hardware vereint. Die von Barbara Horvath kuratierte Schau erforscht Momente der Stille und aufgehobener Zeit durch drei unterschiedliche künstlerische Ansätze.
Die Ausstellung nimmt ihren Ausgangspunkt von einer Frage des litauisch-amerikanischen Filmemachers und Dichters Jonas Mekas: "Was geschieht in den Momenten der Stille?" Diese philosophische Betrachtung wird durch drei künstlerische Positionen beleuchtet, die sich mit der fragilen Intensität des Lebens zwischen Licht, Erinnerung und technologischem Wandel auseinandersetzen.
Neven Allgeiers Fotografien suchen nach dem flüchtigen Licht und halten Momente fest, die sich sonst dem Blick entziehen würden. Seine Arbeiten lassen Gesichter und Körper warm aufleuchten, wobei die Konturen wie durch Kindersonnenbrillen betrachtet verschwimmen. Blumen, Regentropfen, Oberflächen und Architektur verlieren bewusst an Schärfe, wodurch die Zeit verlangsamt und vom alltäglichen Lärm befreit erscheint.
Judith Eislers Malereien hingegen halten filmische Augenblicke an und zeigen die in ihnen verborgene Vibration auf. Ihre Werke zeigen intime Szenen wie einen nächtlichen Spaziergang im Schnee, einen Blick zurück im fahrenden Cabriolet oder alltägliche Gesten wie "John beim Kaffeekochen". Diese scheinbar beiläufigen Momente werden durch Verzerrungen von Licht und Mustern gebrochen, wodurch ihre Figuren zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schweben scheinen.
Das litauische Künstlerduo Pakui Hardware, bestehend aus Neringa Černiauskaitė und Ugnius Gelguda, präsentiert mit "The Host" einen kontrastierenden Ansatz. Ihre Installation entwirft eine kühle, kontrollierte Form der Intimität, in der Operationstische, mechanische Arme und gläserne Linsen den menschlichen Körper zu einem funktionalen Gefäß transformieren.
Pakui Hardwares Arbeit reflektiert zeitgenössische Entwicklungen in der Medizin, insbesondere Telemedizin und robotergestützte Chirurgie, die Nähe ohne physische Berührung ermöglichen. Diese post-organische Form von Fürsorge wird als ebenso präzise wie distanziert beschrieben und wirft Fragen über die Zukunft menschlicher Verbindungen im Zeitalter der Digitalisierung auf.
Die drei künstlerischen Positionen ergänzen sich zu einem vielschichtigen Dialog über verschiedene Formen der Stille und Zeitwahrnehmung. Während Allgeiers Fotografien die nostalgische Sehnsucht nach verlangsamten Momenten verkörpern, erforscht Eisler die Zeitebenen zwischen Erinnerung und Gegenwart. Pakui Hardware schließlich projiziert diese Betrachtungen in eine technologisierte Zukunft.
Die Ausstellung ist Teil des PART International Art Residency Austria Programms, das internationalen Künstlern die Möglichkeit bietet, in Wien zu arbeiten und auszustellen. Das litauische Duo Pakui Hardware wird von März bis Mai 2026 in der Residency tätig sein, was einen intensiven kulturellen Austausch ermöglicht.
PART, das im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport agiert, fördert damit nicht nur die internationale Kunstszene, sondern stärkt auch Wiens Position als bedeutenden Kunststandort in Europa. Die Residency-Programme ermöglichen es Künstlern, neue Perspektiven zu entwickeln und lokale Kunstszenen zu bereichern.
Begleitend zur Ausstellung findet am Eröffnungstag um 17 Uhr ein Künstlerinnengespräch statt, das Einblicke in die verschiedenen Arbeitsprozesse und konzeptionellen Ansätze der beteiligten Künstler bietet. Die Eröffnung selbst beginnt um 18 Uhr und dauert bis 21 Uhr.
Zwei Kuratorenführungen mit Barbara Horvath sind für den 20. März um 17 Uhr und den 11. April um 16 Uhr geplant. Diese bieten die Gelegenheit, die kuratorischen Entscheidungen und die inhaltlichen Verbindungen zwischen den drei künstlerischen Positionen zu verstehen.
Die Ausstellung "still (a little life)" ist vom 7. März bis 11. April 2026 zu sehen. THE HALL öffnet freitags von 13 bis 18 Uhr und samstags von 12 bis 17 Uhr. Zusätzliche Besuchstermine können über [email protected] vereinbart werden, was individuelle Betrachtungen der Werke ermöglicht.
Die Ausstellung verspricht eine tiefgreifende Reflexion über zeitgenössische Formen der Wahrnehmung und Intimität. In einer Zeit, die von ständiger Beschleunigung und digitaler Vernetzung geprägt ist, bieten die drei Künstlerpositionen unterschiedliche Strategien des Innehaltens und der bewussten Verlangsamung.
Durch die Kombination von Fotografie, Malerei und installativer Kunst entsteht ein Dialog zwischen verschiedenen Medien und Generationen, der sowohl nostalgische als auch zukunftsorientierte Perspektiven auf menschliche Erfahrung und Technologie eröffnet. "still (a little life)" lädt dazu ein, die Momente der Stille in der eigenen Wahrnehmung zu entdecken und zu hinterfragen.