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Gesundheit

Zwangssterilisation in Österreich: Frauen mit Behinderungen kämpfen um Selbstbestimmung

24. März 2026
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Eine erschütternde Realität kommt ans Licht: In Österreich werden Frauen mit Behinderungen systematisch ihrer reproduktiven Selbstbestimmung beraubt. Was nach einem längst überwundenen Kapitel der Medizingeschichte klingt, ist bittere Gegenwart.

Die aktuelle Diskussion rund um Sterilisationen von Frauen* mit Behinderungen, angestoßen durch eine Dokumentation von andererseits, macht ein Thema sichtbar, das viel zu lange im Verborgenen geblieben ist: Zwangssterilisation und Zwangsverhütung.

Die Dokumentation deckt sich mit den wenigen Studien und dem Erfahrungswissen der Expert*innen und Mitglieder* bei FmB – Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen:

  • Entscheidungen über Sterilisation werden häufig nicht selbstbestimmt von den betroffenen Frauen* mit Behinderungen getroffen.
  • Eltern, Erwachsenenvertreter*innen oder Institutionen üben Druck aus oder treffen Entscheidungen stellvertretend.
  • Viele Ärzt*innen sind unzureichend über die Rechte von Frauen* mit Behinderungen informiert.
  • Sterilisation und Verhütung werden teils als „Lösung“ im Umgang mit sexualisierter Gewalt betrachtet.

Mutterschaft wird verhindert

Strukturen in Österreich sind vielfach darauf ausgerichtet, dass Frauen* mit Behinderungen – insbesondere Frauen mit Lernschwierigkeiten – keine Mütter werden dürfen. Das zeigt sich in fehlender Unterstützung, in Vorurteilen und in Entscheidungen, die über die Köpfe der Frauen hinweg getroffen werden.

„Wir sprechen hier nicht über Einzelfälle, sondern über ein strukturelles Problem, das tief in unserem Gesellschaftssystem verankert ist. Frauen* mit Behinderungen, ganz besonders Frauen* mit Lernschwierigkeiten, wird das Recht auf Mutterschaft oft von vornherein abgesprochen.“ Heidemarie Egger, Co-Vorsitzende FmB.

Forderungen von FmB - Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen

  • Reproduktive Selbstbestimmung: Frauen* mit Behinderungen müssen selbst entscheiden können, ob sie Kinder haben möchten oder nicht. Sie müssen voll und barrierefrei informiert sein, über ihre Rechte.
  • Schutz vor Gewalt: Sterilisation und Verhütung dürfen niemals als Mittel im Umgang mit sexualisierter Gewalt eingesetzt werden.
  • Bewusstseinswandel: Zwangssterilisation und Zwangsverhütung bei Frauen* mit Behinderungen sind nicht akzeptabel – weder gesellschaftlich noch medizinisch oder rechtlich.
  • Aufklärung und Datenerhebung: Es braucht verpflichtende Information für Fachpersonal sowie eine transparente Erfassung von Sterilisationen.

Schlagworte

#Behinderung#Menschenrechte#Soziales#Gesellschaft

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