Diskriminierung hört nicht am Schultor auf – sie beginnt bereits dort. Der neue ZARA Rassismus Report 2025 deckt auf, wie tief verwurzelt rassistische Strukturen im österreichischen Bildungssystem
Der am 13. April 2026 veröffentlichte ZARA Rassismus Report 2025 dokumentiert 1.539 gemeldete Fälle von Rassismus in Österreich. 56 % der Meldungen betreffen Online-Rassismus, während 44 % auf Offline-Lebensbereiche entfallen. Im Jahr 2025 führten die ZARA-Beraterinnen 2.362 individuelle Beratungen durch. Die Mehrheit (57 %) fand per E-Mail statt, 37 % telefonisch und 7 % persönlich im ZARA-Büro.
Der Report legt einen Fokus auf Rassismus im Bildungssektor. ZARA beobachtet, dass Rassismus in Schulen und Kindergärten häufig in Form subtiler Ungleichbehandlung auftritt – etwa durch geringere Erwartungshaltungen, schlechtere Noten oder häufigere Tadel gegenüber migrantischen bzw. migrantisch gelesenen Lernenden. Statt Unterstützung zu erhalten, erleben Betroffene laut ZARA häufig eine Täter-Opfer-Umkehr.
"Oft wird das Verhalten der Betroffenen problematisiert, während rassistische Verhaltensmuster unerkannt bleiben", erklärt Fiorentina Azizi-Hacker, Leiterin der ZARA-Beratungsstellen. "Fehlende spezialisierte Beschwerdestellen und mangelnde Sensibilisierung bei Fachpersonal führen dazu, dass Betroffene zu oft allein gelassen werden."
Erfahrungen von Rassismus in Bildungskontexten setzen sich laut Report auch auf dem weiteren Bildungsweg fort. So sind auch Hochschulen, Einrichtungen zur beruflichen Aus- oder Weiterbildung oder kulturelle Lernorte wie Museen nach wie vor von rassistischen und kolonialen Strukturen geprägt. Erleben Lernende Diskriminierung am Bildungsweg, kann sich das auf ihr Selbstbild, ihre Lernmotivation und ihre Bildungs- und Berufschancen auswirken.
ZARA weist darauf hin, dass Schwankungen in den Fallzahlen nicht mit einer Zu- oder Abnahme von Rassismus gleichzusetzen sind. "Ein Rückgang an Meldungen kann heißen, dass Menschen resignieren, sich ohnmächtig fühlen oder nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Umgekehrt können steigende Zahlen bedeuten, dass mehr Aufklärung stattfindet oder Menschen Vertrauen in bestehenden Unterstützungsstrukturen gewinnen", erklärt Rita Isiba, Geschäftsführerin von ZARA.
ZARA fordert eine verstärkte Umsetzung betroffenenorientierter Maßnahmen gegen strukturellen Rassismus. Im Bildungsbereich zählt ZARA dazu etwa rassismuskritisch gestaltete Lehrinhalte, die gezielte Förderung eines respektvollen Miteinanders, verpflichtende Fortbildungen für Pädagog*innen sowie niederschwellige Beschwerde- und Unterstützungsstrukturen für Betroffene.
"Bildungseinrichtungen sind prägende Orte. Sie können Rassismus und andere Formen von Diskriminierung fortschreiben – oder gezielt entgegenwirken", so Isiba.
Eine digitale Pressemappe samt des ZARA Rassismus Report 2025 steht ab dem 13. April 2026 auf der Webseite von ZARA zur Verfügung.