In einem aktuellen Test der Arbeiterkammer Oberösterreich, veröffentlicht am 7. Januar 2026, wurde die Qualität von Vogelfuttermischungen unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Nur wenige der getesteten Produkte können wirklich überzeugen. Gerade in Österreich, wo der Schutz der h
In einem aktuellen Test der Arbeiterkammer Oberösterreich, veröffentlicht am 7. Januar 2026, wurde die Qualität von Vogelfuttermischungen unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Nur wenige der getesteten Produkte können wirklich überzeugen. Gerade in Österreich, wo der Schutz der heimischen Vogelwelt eine wichtige Rolle spielt, sind solche Tests von großer Bedeutung.
Ein zentraler Aspekt bei der Beurteilung von Vogelfutter ist der Anteil an Ölsaaten. Diese Samen sind besonders energiereich und daher für Wildvögel von großer Bedeutung. Ölsaaten, wie Sonnenblumenkerne oder Hanfsamen, liefern wichtige Nährstoffe, die Vögel vor allem im Winter benötigen, um ihren Energiebedarf zu decken. Der Test der Arbeiterkammer zeigt, dass viele Produkte einen zu hohen Getreideanteil aufweisen. Getreide wird oft als billiger Füllstoff eingesetzt, der von den Vögeln jedoch häufig verschmäht wird. Ideal wären Mischungen mit einem Anteil von mindestens 80% Ölsaaten.
Die Praxis der Vogelfütterung hat in Österreich eine lange Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert begannen Naturschützer, Vögel im Winter zu füttern, um den Bestand zu sichern. Mit der Industrialisierung und dem Wachstum der Städte nahm der natürliche Lebensraum vieler Vogelarten ab. Die Fütterung wurde zu einem wichtigen Instrument, um die Artenvielfalt zu erhalten. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Bewusstsein für die Qualität des Futters verstärkt, da immer mehr Menschen die Bedeutung der richtigen Ernährung für die Vogelgesundheit erkennen.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass auch in Deutschland und der Schweiz ähnliche Probleme bestehen. In Deutschland wurde in einem Test der Stiftung Warentest festgestellt, dass viele Futtermischungen ebenfalls einen hohen Getreideanteil aufweisen. In der Schweiz hingegen wird stärker auf regionale Produkte gesetzt, was die Transparenz der Herkunft verbessert. Diese Unterschiede zeigen, dass es nicht nur auf die Inhaltsstoffe, sondern auch auf die Herkunft und Produktionsweise ankommt.
Für Konsumenten bedeutet der Kauf von qualitativ hochwertigem Vogelfutter nicht nur eine Unterstützung der heimischen Vogelwelt, sondern auch eine Investition in die eigene Umwelt. Minderwertiges Futter kann nicht nur den Vögeln schaden, sondern auch die Umwelt belasten. Pestizidrückstände, die in einigen Produkten gefunden wurden, können langfristig negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere und die Umwelt haben. Ein Beispiel: Die Verwendung von Deltamethrin, einem häufig gefundenen Pestizid, kann bei Vögeln zu Vergiftungen führen, wenn es in hohen Dosen aufgenommen wird.
Der Test der Arbeiterkammer Oberösterreich umfasste zehn verschiedene Produkte. Nur zwei davon wurden als sehr empfehlenswert eingestuft: erdtmanns Waldvogelfutter von Lidl und Tierell Freilandfutter von SPAR. Beide Produkte zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Ölsaaten und eine transparente Herkunft aus. Fünf Produkte fielen im Test durch, da sie entweder einen zu hohen Getreideanteil oder Pestizidrückstände aufwiesen. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer genauen Prüfung beim Kauf von Vogelfutter.
Die Zukunft der Vogelfütterung in Österreich könnte in einer verstärkten Nutzung von Bio-Produkten liegen. Bio-Vogelfutter, das ohne den Einsatz von Pestiziden hergestellt wird, bietet eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Produkten. Zudem könnte eine stärkere Förderung regionaler Produkte dazu beitragen, die Transparenz und Qualität zu verbessern. Langfristig könnten solche Maßnahmen dazu führen, dass die heimische Vogelwelt besser geschützt und die Artenvielfalt erhalten bleibt.
Der Test der Arbeiterkammer zeigt deutlich, dass beim Kauf von Vogelfutter auf Qualität geachtet werden sollte. Konsumenten sollten Produkte mit einem hohen Ölsaatenanteil bevorzugen und auf regionale Herkunft achten. Bio-Produkte bieten eine gute Möglichkeit, Pestizidrückstände zu vermeiden. Die Arbeiterkammer empfiehlt, beim Kauf genau hinzusehen und im Zweifel lieber weniger, dafür aber hochwertiges Futter zu verwenden. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite der Arbeiterkammer Oberösterreich.