Fintech 2040-Studie mit Prof. Roland Frank hebt Trust- und Protokollschicht als neuen Wettbewerbsfaktor hervor
Riverty analysiert in der Fintech 2040-Reihe, wie KI-Agenten von Assistenzsystemen zu autonomen Akteuren im E‑Commerce werden und welche Rolle Vertrauen, Berechtigungen und Interoperabilität spielen.
Eine neue Studie der Riverty‑Reihe Fintech 2040, erstellt gemeinsam mit Professor Roland Frank, beschreibt eine Entwicklung, bei der KI‑Agenten sich von reinen Assistenzsystemen zu autonomen Akteuren wandeln. Laut dem Paper könnten solche Agenten künftig Produkte im Namen von Verbrauchern heraussuchen, auswählen und kaufen und damit die Abläufe im E‑Commerce und im Zahlungsverkehr prägen.
Das Paper mit dem Titel „Agentic Commerce: China’s Lead, Europe’s Choice“ macht eine zentrale Unterscheidung: Der nächste Wettbewerbsbereich im digitalen Handel liege nicht mehr allein in der Aufmerksamkeit von Konsumenten, sondern in einer versteckten „Trust‑ und Protokollschicht“ hinter KI‑gesteuerten Transaktionen. Diese Schicht umfasst demnach technische und organisatorische Elemente, die Autorisierung, Nachvollziehbarkeit und Interoperabilität regeln.
Im Paper wird Agentic Commerce als ein Paradigmenwechsel beschrieben: Während Unternehmen bisher vor allem um Klicks, Rankings und Conversions konkurrierten, verlagerte sich der Wettbewerb auf Aspekte wie Maschinenlesbarkeit, Zahlungsautorisierung, vertrauenswürdige Ausführung und Interoperabilität zwischen KI‑Systemen. Diese Aspekte bilden laut Autorinnen und Autoren die „Trust‑ und Protokollschicht“, die für autonome Transaktionen relevant ist.
Das Paper legt dar, dass technische Protokolle und Regeln für Autorisierung und Ausführung künftig entscheidender sein könnten als klassische Marketing‑Metriken. In diesem Kontext geht es darum, wie Systeme miteinander kommunizieren, wie Zahlungen legitimiert werden und wie Transaktionen nachvollziehbar ausgeführt werden.
Als ersten Ausblick auf die Entwicklung verweist das Paper auf Ökosysteme in China. Es nennt Alibabas Qwen und ByteDances Douyin als Beispiele dafür, wie KI‑Agenten Commerce, Payments, Empfehlungslogiken und digitale Services nahtlos verbinden können – in hoch integrierten Verbraucherumgebungen.
Die Studie nutzt diese Beispiele, um zu zeigen, wie eng technische Plattformen, Empfehlungsmechanismen und Zahlungsinfrastrukturen zusammenwirken können, wenn Agenten in Verbraucherprozesse eingebunden werden. Solche Ökosysteme dienen im Paper als Anschauungsmodelle, nicht als eins‑zu‑eins‑Vorlage für andere Regionen.
Parallel zur Analyse führt die Riverty‑Studie Ergebnisse einer repräsentativen Consumer‑Umfrage auf, die Riverty gemeinsam mit Adyen durchgeführt hat. Die Umfrage zeigt demnach, dass viele Konsumenten KI‑unterstütztem Shopping gegenüber offen sind, zugleich aber Kontrollrechte nicht vollständig abgeben möchten.
Eine zentrale Zahl der Umfrage lautet: 93 Prozent der Befragten möchten jederzeit die Möglichkeit haben, Kaufentscheidungen der KI zu prüfen oder zu stoppen. Darüber hinaus würden die meisten Befragten KI‑Agenten nur eine begrenzte Ausgabenbefugnis einräumen und volle Transparenz darüber erwarten, wie Entscheidungen zustande kommen. Diese Befunde untermauern im Paper die Aussage, dass Vertrauen neben Technologie eine entscheidende Rolle spielt.
Das Paper sieht eine Verschiebung der Rollen im digitalen Handel: Anbieter und Plattformen könnten sich demnach stärker über technische Schnittstellen und Berechtigungsmechanismen differenzieren als über klassische Marketingkanäle. Unternehmen, die die relevanten Protokolle und Autorisierungsprozesse bereitstellen, würden laut Studie besondere Bedeutung für agentische Transaktionen erhalten.
Für Konsumenten stellt die Studie heraus, dass Kontrollmechanismen wie Prüf‑ und Stoppfunktionen, Ausgabenlimits und Transparenz über Entscheidungsprozesse zentrale Voraussetzungen für Akzeptanz sind. In diesem Sinn beschreibt das Paper ein Spannungsfeld zwischen technologischer Möglichkeit und gesellschaftlicher Erwartung an Kontrollrechte.
Plattformbeispiele aus China werden im Paper als Demonstrationsfälle herangezogen, um technische und organisatorische Kopplungen zu illustrieren. Die Studie betont zugleich, dass unterschiedliche Regionen vor verschiedenen strategischen Entscheidungen stehen könnten.
Laut Paper ergibt sich für Europa die Möglichkeit, eine eigene Variante von Agentic Commerce zu entwickeln, statt Modelle aus China oder den USA zu kopieren. Als Merkmale, die das Paper für ein europäisches Modell nennt, werden Interoperabilität, transparente Berechtigungen, vertrauenswürdige Zahlungsprozesse und klare Verbraucher‑Verantwortlichkeit genannt.
Die Studie formuliert diese Optionen als strategische Wahl und nicht als konkrete Maßnahmen. Sie nennt keine politischen Vorgaben oder Implementierungspläne, sondern beschreibt Kriterien, an denen sich eine europäische Ausrichtung orientieren könnte.
Agentic Commerce: Der Begriff beschreibt laut Paper eine Form des digitalen Handels, in der KI‑Agenten nicht nur unterstützen, sondern eigenständig handeln – etwa Produkte suchen, auswählen und bezahlen. Im Paper wird Agentic Commerce als Verschiebung des Wettbewerbs weg von reiner Aufmerksamkeit hin zu technischen Protokollen und Vertrauensmechanismen dargestellt.
Trust‑ und Protokollschicht: Diese Formulierung steht im Paper für jene Systemschichten, die Autorisierung, Nachvollziehbarkeit und Ausführungsregeln von KI‑gesteuerten Transaktionen regeln. Die Studie betont, dass gerade diese Schicht künftig eine zentrale Rolle spielen könne.
Maschinenlesbarkeit: Gemeint ist die Fähigkeit von Daten, von Maschinen automatisiert interpretiert und verarbeitet zu werden. Im Kontext des Papers wird Maschinenlesbarkeit als Voraussetzung genannt, damit KI‑Agenten Informationen zwischen Anbietern, Payment‑Systemen und Empfehlungssystemen austauschen können.
Zahlungsautorisierung und vertrauenswürdige Ausführung: Das Paper nennt Zahlungsautorisierung als eine Kernkomponente, die festlegt, ob und wie eine KI‑Entscheidung zur Zahlung geführt wird. Vertrauenswürdige Ausführung bezeichnet die überprüfbare Durchführung einer Transaktion nach festgelegten Regeln.
Interoperabilität zwischen KI‑Systemen: Unter Interoperabilität versteht das Paper die Fähigkeit verschiedener Systeme, miteinander zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. Die Studie hebt hervor, dass Interoperabilität eine Voraussetzung dafür ist, dass Agenten unterschiedlicher Anbieter koordiniert agieren können.
Das Paper nennt Vertrauen als ebenso wichtig wie Technologie: Die Consumer‑Umfrage und die Analyse der Plattformbeispiele aus China verdeutlichen laut Studie, dass technologische Möglichkeiten und die Akzeptanz in der Bevölkerung sich gegenseitig bedingen. Offene Fragen betreffen im Paper insbesondere die Ausgestaltung transparenter Berechtigungen, Ausgabenlimits und Prüfmechanismen.
Die Studie bietet demnach eine Grundlage für weitere Diskussionen über Regelungen, Geschäftsmodelle und technische Standards, nennt jedoch keine detaillierten Vorgaben, Zeitpläne oder konkrete regulatorische Schritte.
Das Paper argumentiert, dass die nächste Phase im digitalen Handel nicht primär über Konsumentenaufmerksamkeit entschieden wird, sondern über eine versteckte Trust‑ und Protokollschicht, die KI‑gesteuerte Transaktionen ermöglicht. Diese Schicht umfasse Aspekte wie Maschinenlesbarkeit, Zahlungsautorisierung, vertrauenswürdige Ausführung und Interoperabilität.
Die Studie ist Teil der Fintech 2040‑Reihe von Riverty und wurde gemeinsam mit Professor Roland Frank erarbeitet. Der Titel des Papers lautet „Agentic Commerce: China’s Lead, Europe’s Choice“.
Das Paper nennt China als ersten Ausblick auf die Entwicklung und verweist auf Ökosysteme wie Alibabas Qwen und ByteDances Douyin. Diese Beispiele werden im Paper herangezogen, um zu zeigen, wie KI‑Agenten Commerce, Payments und digitale Services eng miteinander verknüpfen können.
Die repräsentative Umfrage von Riverty und Adyen zeigt, dass viele Konsumenten KI‑unterstütztem Shopping offen gegenüberstehen. Gleichzeitig wünschen sich 93 Prozent der Befragten laut Umfrage die Möglichkeit, Kaufentscheidungen der KI jederzeit zu prüfen oder zu stoppen; außerdem würden die meisten nur eine begrenzte Ausgabenbefugnis an KI‑Agenten vergeben und volle Transparenz erwarten.
Laut Paper steht Europa vor der Wahl, nicht einfach hoch integrierte Plattformmodelle aus China oder den USA zu kopieren, sondern möglicherweise ein eigenes Modell für Agentic Commerce zu entwickeln. Das Paper nennt als Merkmale eines solchen Modells Interoperabilität, transparente Berechtigungen, vertrauenswürdige Zahlungsprozesse und klare Verbraucher‑Verantwortlichkeit.
Ja. Das Paper gehört zur Fintech 2040‑Reihe von Riverty, die Veränderungen in Finanzdienstleistungen, im digitalen Handel und im Konsumverhalten untersucht.
Das vollständige Paper kann von Riverty heruntergeladen werden: https://www.riverty.com/en/business/company/fintech-2040/
Kontakt: Riverty – Kristina Hunter Nilsson, Corporate Communications Lead, E‑Mail: press [at] riverty.com
Über Riverty: Riverty ist laut Aussendung in zehn europäischen Ländern aktiv und beschäftigt mehr als 4.000 Mitarbeitende. Das Unternehmen der Bertelsmann‑Gruppe bietet Payment‑, Inkasso‑ und Factoring‑Lösungen und verweist auf mehr als 60 Jahre Erfahrung im Finanzdienstleistungsbereich, die bis ins Jahr 1960 zurückreichen.