In der kalten Jahreszeit, wenn die Temperaturen in Österreich fallen und die Grippewelle ihren Höhepunkt erreicht, stehen viele Menschen vor einem Dilemma: Wie sicher ist es, mit Fieber oder Husten ein Kraftfahrzeug zu lenken? Am 18. Dezember 2025 warnt der ARBÖ eindringlich davor, die Risiken zu un
In der kalten Jahreszeit, wenn die Temperaturen in Österreich fallen und die Grippewelle ihren Höhepunkt erreicht, stehen viele Menschen vor einem Dilemma: Wie sicher ist es, mit Fieber oder Husten ein Kraftfahrzeug zu lenken? Am 18. Dezember 2025 warnt der ARBÖ eindringlich davor, die Risiken zu unterschätzen. Die Grippewelle, die heuer vier Wochen früher als üblich begann, hat viele Österreicher ans Bett gefesselt. Dennoch sind manche Wege unvermeidbar, sei es der Weg zur Apotheke oder der Besuch beim Arzt.
Grundsätzlich ist das Autofahren mit einem grippalen Infekt nicht verboten. Doch das österreichische Gesetz schreibt klar vor, dass man nur dann ein Fahrzeug führen darf, wenn man geistig und körperlich dazu in der Lage ist. Johann Kopinits, Leiter der ARBÖ-Rechtsabteilung, betont: „Starker Hustenreiz oder Niesattacken können die Fahrtüchtigkeit erheblich beeinträchtigen.“ Sollte es zu einem Unfall kommen und nachgewiesen werden, dass der Fahrer aufgrund seiner Krankheit eingeschränkt war, drohen rechtliche Konsequenzen und Probleme mit der Versicherung.
Viele Medikamente, die während einer Erkältung oder Grippe eingenommen werden, können die Verkehrstüchtigkeit einschränken. Antihistaminika etwa, die häufig in Erkältungsmedikamenten enthalten sind, können zu Schläfrigkeit führen. Auch Schmerzmittel sind nicht immer unproblematisch. Es ist entscheidend, die Beipackzettel sorgfältig zu lesen und im Zweifelsfall den Arzt oder Apotheker zu konsultieren.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Verkehrssicherheit in Österreich kontinuierlich verbessert. Dies ist nicht zuletzt auf strengere gesetzliche Regelungen und umfangreiche Aufklärungskampagnen zurückzuführen. Die Einführung von Sicherheitsgurten in den 1970er Jahren und die Helmpflicht für Motorradfahrer sind nur einige Beispiele für Maßnahmen, die die Unfallzahlen signifikant reduziert haben.
Doch trotz aller Fortschritte bleibt der menschliche Faktor eine der größten Herausforderungen. Studien zeigen, dass Ablenkung und Unaufmerksamkeit, oft verursacht durch gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Medikamente, zu den häufigsten Unfallursachen zählen.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass auch in Deutschland und der Schweiz ähnliche Regelungen gelten. In Deutschland ist die Fahrtüchtigkeit ebenfalls gesetzlich geregelt, und es wird dringend empfohlen, bei gesundheitlichen Einschränkungen auf das Autofahren zu verzichten. Die Schweiz geht noch einen Schritt weiter und setzt auf regelmäßige Gesundheitschecks für ältere Autofahrer, um deren Fahrtüchtigkeit zu überprüfen.
Die Auswirkungen von Krankheit auf die Fahrtüchtigkeit können gravierend sein. Ein Beispiel: Ein Fahrer mit starkem Hustenanfall verliert für Sekunden die Kontrolle über das Fahrzeug. Bei 100 km/h legt man in einer Sekunde etwa 28 Meter im Blindflug zurück. Diese Zeitspanne reicht aus, um von der Fahrbahn abzukommen oder einen Unfall zu verursachen.
Ein weiteres Beispiel betrifft die Einnahme von Medikamenten. Viele Menschen unterschätzen die Wirkung von rezeptfreien Medikamenten. Ein vermeintlich harmloses Erkältungsmittel kann die Reaktionszeit verlängern und die Fahrsicherheit gefährden.
Statistiken zeigen, dass jährlich etwa 10% der Verkehrsunfälle in Österreich auf gesundheitliche Probleme oder Medikamenteneinnahme zurückzuführen sind. Diese Zahl verdeutlicht die Dringlichkeit, das Bewusstsein für die Risiken zu schärfen und präventive Maßnahmen zu ergreifen.
In Zukunft könnten Technologien wie selbstfahrende Autos oder Assistenzsysteme helfen, die Risiken zu minimieren. Bis dahin bleibt es jedoch entscheidend, dass Autofahrer ihre eigene Gesundheit realistisch einschätzen und im Zweifelsfall auf das Fahren verzichten. Alternativen wie öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrgemeinschaften bieten sichere Alternativen.
Abschließend bleibt zu sagen: Die Gesundheit sollte immer Vorrang haben. Wer sich krank fühlt, sollte das Auto stehen lassen und andere Mobilitätsmöglichkeiten nutzen. So können Unfälle vermieden und die eigene Sicherheit gewährleistet werden.
Die wichtigsten Punkte zusammengefasst: Autofahren bei Krankheit birgt erhebliche Risiken, die nicht unterschätzt werden dürfen. Es ist entscheidend, die eigene Fahrtüchtigkeit ehrlich zu bewerten und im Zweifelsfall auf das Fahren zu verzichten. Weitere Informationen und Tipps finden Sie auf der Webseite des ARBÖ.