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SCHIESSER und Amoena: Neue Kooperation unterstützt Brustkrebspatientinnen

6. März 2026 um 12:20
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Eine außergewöhnliche Kooperation nimmt Form an: Der deutsche Brustversorgungsspezialist Amoena und die traditionsreiche Unterwäschemarke SCHIESSER haben eine wegweisende Partnerschaft bekannt gege...

Eine außergewöhnliche Kooperation nimmt Form an: Der deutsche Brustversorgungsspezialist Amoena und die traditionsreiche Unterwäschemarke SCHIESSER haben eine wegweisende Partnerschaft bekannt gegeben. Unter dem Motto "Für starke Frauen" wollen beide Unternehmen gemeinsam Frauen nach einer Brustkrebserkrankung dabei unterstützen, ihre Weiblichkeit und ihr Wohlbefinden im Alltag selbstbewusst neu zu definieren. Diese Zusammenarbeit könnte einen wichtigen Meilenstein in der ganzheitlichen Betreuung von Brustkrebspatientinnen darstellen.

Brustkrebs in Österreich: Zahlen und Fakten einer gesellschaftlichen Herausforderung

In Österreich erkranken jährlich etwa 5.500 Frauen an Brustkrebs, womit diese Krebsart die häufigste Krebserkrankung bei Frauen darstellt. Laut der Österreichischen Krebshilfe ist statistisch gesehen jede achte Frau im Laufe ihres Lebens von dieser Diagnose betroffen. Die Überlebensraten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert: Heute überleben mehr als 85 Prozent der Patientinnen die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Diese ermutigenden Zahlen bedeuten jedoch auch, dass immer mehr Frauen mit den langfristigen Folgen einer Brustkrebsbehandlung leben müssen.

Eine brusterhaltende Therapie, die bei etwa 70 Prozent der Patientinnen angewendet wird, verändert nicht nur den Körper, sondern oft auch den Blick auf die eigene Identität. Nach einer Teilentfernung der Brust entstehen häufig Asymmetrien, die das Körpergefühl und das Selbstbewusstsein beeinträchtigen können. In dieser sensiblen Phase suchen betroffene Frauen nach Lösungen, die ihre Bedürfnisse verstehen, ohne sie ständig an den medizinischen Hintergrund zu erinnern.

Die Kooperationspartner: Medizinische Expertise trifft auf Textiltradition

Amoena, ein Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland, gilt seit Jahrzehnten als führender Spezialist für Brustprothesen und post-operative Versorgung. Das Unternehmen wurde bereits 1975 gegründet und hat sich seitdem ausschließlich auf die Bedürfnisse von Frauen nach einer Brustkrebsbehandlung spezialisiert. Die Produktpalette umfasst Brustprothesen, spezielle BHs, Bademode und Teilbrustprothesen für Frauen nach brusterhaltender Therapie. Amoena-Produkte sind auch in österreichischen Sanitätshäusern und spezialisierten Fachgeschäften erhältlich.

SCHIESSER hingegen blickt auf eine über 150-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Die 1875 in Radolfzell am Bodensee gegründete Marke hat sich von einem regionalen Strickwarenunternehmen zu einer international anerkannten Unterwäschemarke entwickelt. Das Unternehmen steht für hochwertige Materialien, durchdachte Passformen und nachhaltige Produktion. In Österreich ist SCHIESSER in zahlreichen Kaufhäusern und Fachgeschäften vertreten und genießt einen ausgezeichneten Ruf für Qualität und Tragekomfort.

Warum diese Kooperation revolutionär ist

Die Partnerschaft zwischen Amoena und SCHIESSER ist deshalb bemerkenswert, weil sie zwei unterschiedliche Welten miteinander verbindet: die hochspezialisierte medizinische Versorgung und die alltägliche Wäschekultur. Während Amoena jahrzehntelange Erfahrung in der medizinischen Brustversorgung, Passformsicherheit und Innovationskraft einbringt, ergänzt SCHIESSER diese Partnerschaft durch umfassende Wäschekompetenz, Material- und Verarbeitungsexpertise für Tragekomfort, der seit Generationen Maßstäbe setzt.

Das Besondere an dieser Zusammenarbeit liegt darin, dass sie über reine Produktentwicklung hinausgeht. Es geht um eine ganzheitliche Wohlfühlversorgung, die Frauen dabei hilft, nach einer brusterhaltenden Therapie wieder zu einem natürlichen Körpergefühl zu finden. Die ausgewählten SCHIESSER Bustiers sind als sinnvolle Ergänzung zur Amoena Versorgung konzipiert und lassen sich optimal mit den Amoena Teilbrustprothesen kombinieren.

Gesellschaftliche Bedeutung: Enttabuisierung von Brustkrebs

Brustkrebs ist trotz seiner Häufigkeit noch immer ein Thema, das oft mit Unsicherheit, Scham und gesellschaftlichem Rückzug verbunden ist. Diese Tabuisierung hat weitreichende Folgen: Viele Frauen zögern, professionelle Hilfe zu suchen, sprechen nicht über ihre Sorgen oder isolieren sich sozial. Studien zeigen, dass psychische Belastungen nach einer Brustkrebsdiagnose häufig unterschätzt werden und langfristige Auswirkungen auf die Lebensqualität haben können.

In Österreich gibt es verschiedene Initiativen zur Enttabuisierung von Brustkrebs. Die Österreichische Krebshilfe, das Brustgesundheitszentrum Wien und zahlreiche Selbsthilfegruppen leisten wichtige Aufklärungs- und Unterstützungsarbeit. Dennoch bleibt viel zu tun: Eine Umfrage der Österreichischen Krebshilfe aus dem Jahr 2022 ergab, dass sich 43 Prozent der betroffenen Frauen von ihrem sozialen Umfeld unverstanden fühlten.

Die Kooperation zwischen Amoena und SCHIESSER versteht sich als Teil dieser gesellschaftlichen Bewegung zur Enttabuisierung. Durch die Verbindung von medizinischer Notwendigkeit mit alltäglicher Normalität sollen betroffene Frauen ermutigt werden, offen über ihre Bedürfnisse zu sprechen und Hilfe anzunehmen, ohne sich als "Patientinnen" stigmatisiert zu fühlen.

Konkrete Auswirkungen für Betroffene in Österreich

Für österreichische Brustkrebspatientinnen könnte diese Kooperation mehrere praktische Vorteile bringen. Zunächst einmal verbessert sich die Verfügbarkeit von aufeinander abgestimmten Produkten. Bisher mussten Frauen oft mühsam nach passenden Unterwäsche-Lösungen suchen, die mit ihren medizinischen Hilfsmitteln kompatibel sind. Die abgestimmten SCHIESSER Bustiers und Amoena Teilbrustprothesen schaffen hier eine neue Produktkategorie, die sowohl funktional als auch ästhetisch ansprechend ist.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kostenübernahme. In Österreich werden medizinisch notwendige Brustprothesen und spezielle BHs von den Krankenversicherungen übernommen. Die genauen Modalitäten variieren je nach Versicherungsträger, aber grundsätzlich haben Patientinnen nach einer Mastektomie oder brusterhaltenden Therapie Anspruch auf Versorgung. Es bleibt abzuwarten, wie die neuen Kooperationsprodukte in das bestehende System der Kostenübernahme integriert werden.

Für viele Frauen bedeutet die Verfügbarkeit solcher Produkte auch eine psychische Entlastung. Martina S., eine 48-jährige Wienerin, die vor zwei Jahren an Brustkrebs erkrankte, beschreibt ihre Erfahrungen: "Nach der Operation wusste ich nicht, wie ich mit der veränderten Silhouette umgehen sollte. Es hat Monate gedauert, bis ich passende Unterwäsche gefunden habe, in der ich mich wohl und weiblich gefühlt habe." Solche Erfahrungsberichte zeigen, wie wichtig gut durchdachte Produktlösungen für die psychische Rehabilitation sind.

Vergleich mit internationalen Ansätzen

International betrachtet ist Österreich bei der Versorgung von Brustkrebspatientinnen gut aufgestellt. Im Vergleich zu Deutschland gibt es ähnliche Standards bei der medizinischen Versorgung und Kostenübernahme. Die Schweiz gilt als Vorreiter bei innovativen Behandlungsmethoden, während in Frankreich besonderer Wert auf die ästhetische Rehabilitation gelegt wird.

Die Kooperation zwischen Amoena und SCHIESSER zeigt, dass auch im deutschsprachigen Raum innovative Ansätze entwickelt werden. Ähnliche Partnerschaften zwischen medizinischen Spezialisten und Modemarken gibt es bereits in den USA und Großbritannien, wo der Markt für "Medical Fashion" deutlich größer ist.

Die Rolle der Digitalisierung und des E-Commerce

Ein wichtiger Aspekt der neuen Kooperation ist die digitale Verfügbarkeit der Produkte. Sowohl Amoena als auch SCHIESSER verfügen über gut entwickelte Online-Plattformen, die auch in Österreich zugänglich sind. Dies ist besonders wichtig, da viele Brustkrebspatientinnen, insbesondere in ländlichen Gebieten, möglicherweise keinen einfachen Zugang zu spezialisierten Sanitätshäusern haben.

Die Websites beider Unternehmen bieten umfassende Informationen, Größenberater und diskrete Bestellmöglichkeiten. Auf www.amoena.de finden Interessentinnen neben Produktinformationen auch Erfahrungsberichte anderer Betroffener und eine Fachhändlersuche. SCHIESSER ergänzt dies auf www.schiesser.com mit detaillierten Pflegehinweisen und Passformberatung.

Dieser digitale Ansatz ist besonders wertvoll, da er Frauen ermöglicht, sich in Ruhe und ohne äußeren Druck zu informieren. Viele Betroffene schätzen die Möglichkeit, sich zunächst online zu orientieren, bevor sie persönliche Beratungsgespräche führen.

Wirtschaftliche Dimension und Marktpotential

Der Markt für Produkte zur post-operativen Brustversorgung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Dies liegt sowohl an der steigenden Zahl der Überlebenden als auch an der wachsenden Bereitschaft der Frauen, in ihre Lebensqualität nach der Therapie zu investieren. In Deutschland wird der Markt für Brustprothesen und spezielle Wäsche auf etwa 200 Millionen Euro jährlich geschätzt.

Für Österreich liegen keine exakten Zahlen vor, aber Branchenexperten schätzen das Marktvolumen auf etwa 15-20 Millionen Euro jährlich. Die Kooperation zwischen Amoena und SCHIESSER könnte neue Marktsegmente erschließen, insbesondere bei Frauen, die bisher auf herkömmliche Unterwäsche zurückgegriffen haben.

Aus unternehmerischer Sicht ist die Partnerschaft für beide Seiten strategisch sinnvoll: Amoena kann sein Produktportfolio erweitern, ohne die eigene Kernkompetenz zu verlassen, während SCHIESSER einen neuen, spezialisierten Markt erschließt, der weniger preissensibel ist als der allgemeine Unterwäschemarkt.

Medizinische und psychosoziale Aspekte

Die medizinische Fachwelt begrüßt solche Kooperationen grundsätzlich, da sie zur Verbesserung der Lebensqualität von Patientinnen beitragen können. Dr. med. Christine Brunner, Leiterin des Brustgesundheitszentrums am Wiener AKH, erklärt: "Alles, was Frauen dabei hilft, nach einer Brustkrebsbehandlung wieder zu einem positiven Körpergefühl zu finden, unterstützt den Heilungsprozess. Gut sitzende, ästhetisch ansprechende Unterwäsche kann einen wichtigen psychologischen Beitrag leisten."

Studien zeigen, dass Frauen, die sich nach einer Brustkrebsbehandlung in ihrer Kleidung wohlfühlen, häufiger soziale Aktivitäten wieder aufnehmen und insgesamt eine bessere psychische Verfassung aufweisen. Die ganzheitliche Betreuung, die über die reine medizinische Behandlung hinausgeht, wird daher von Fachleuten als wichtiger Baustein der Rehabilitation betrachtet.

Besonders wichtig ist dabei der Aspekt der Normalität: Die Bustiers von SCHIESSER sind bewusst nicht als medizinische Hilfsmittel erkennbar, sondern fügen sich nahtlos in die normale Garderobe ein. Dies hilft Frauen dabei, sich nicht permanent als "Patientinnen" zu fühlen, sondern ihre Weiblichkeit und Sinnlichkeit zu bewahren oder wiederzuentdecken.

Zukunftsperspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten

Die Kooperation zwischen Amoena und SCHIESSER könnte der Beginn einer neuen Entwicklung in der Versorgung von Krebspatientinnen sein. Experten erwarten, dass in den kommenden Jahren weitere Partnerschaften zwischen medizinischen Spezialisten und Modeunternehmen entstehen werden. Dabei geht der Trend eindeutig in Richtung einer ganzheitlicheren Betreuung, die nicht nur die medizinische Notwendigkeit, sondern auch psychosoziale und ästhetische Bedürfnisse berücksichtigt.

Für österreichische Patientinnen könnte dies bedeuten, dass in Zukunft eine noch breitere Palette an aufeinander abgestimmten Produkten verfügbar sein wird. Denkbar sind Erweiterungen auf Bereiche wie Sportbekleidung, Bademode oder sogar Abendgarderobe. Auch die Integration von Smart-Textilien, die beispielsweise Hautveränderungen überwachen können, ist ein denkbares Entwicklungsfeld.

Ein weiterer Trend ist die Personalisierung: Durch 3D-Scanning und individualisierte Fertigung könnten in Zukunft maßgeschneiderte Lösungen für jede Patientin entwickelt werden. Dies würde nicht nur den Tragekomfort verbessern, sondern auch das Selbstbewusstsein stärken.

Aus gesellschaftlicher Sicht könnte die zunehmende Sichtbarkeit solcher Kooperationen zur weiteren Enttabuisierung von Brustkrebs beitragen. Wenn hochwertige, ästhetisch ansprechende Produkte für Brustkrebspatientinnen selbstverständlicher werden, könnte dies dazu beitragen, dass betroffene Frauen offener über ihre Bedürfnisse sprechen und sich weniger stigmatisiert fühlen.

Herausforderungen und kritische Betrachtung

Trotz aller positiven Aspekte gibt es auch Herausforderungen und kritische Punkte, die beachtet werden müssen. Ein wichtiger Aspekt ist die Finanzierung: Während medizinisch notwendige Brustprothesen von den Krankenkassen übernommen werden, ist bei ergänzenden Produkten wie den SCHIESSER Bustiers die Kostenübernahme noch unklar. Dies könnte dazu führen, dass sich nicht alle Frauen diese zusätzlichen Produkte leisten können.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Gefahr der Kommerzialisierung von Krankheit. Kritiker könnten argumentieren, dass die Kooperation zwischen einem Medizinprodukthersteller und einer Modemarke primär wirtschaftlichen Interessen dient und die tatsächlichen Bedürfnisse der Patientinnen in den Hintergrund rücken könnten.

Zudem ist wichtig, dass die neuen Produkte tatsächlich den medizinischen Anforderungen entsprechen und nicht nur ästhetischen Gesichtspunkten folgen. Die Zusammenarbeit mit medizinischen Fachkräften und die Einbeziehung von Patientinnenfeedback sind daher essentiell für den Erfolg solcher Kooperationen.

Die Kooperation zwischen SCHIESSER und Amoena stellt einen vielversprechenden Ansatz dar, um Brustkrebspatientinnen ganzheitlich zu unterstützen. Durch die Verbindung von medizinischer Expertise und Textiltradition entstehen Produkte, die sowohl funktional als auch emotional überzeugen können. Für österreichische Frauen bedeutet dies potenziell einen wichtigen Schritt hin zu mehr Lebensqualität nach einer Brustkrebserkrankung. Der Erfolg dieser Partnerschaft wird davon abhängen, wie gut es gelingt, die Bedürfnisse der Zielgruppe zu verstehen und authentische, hochwertige Lösungen zu entwickeln, die über reine Produktvermarktung hinausgehen.

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