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Kultur

Revolution in Niederösterreich: 40 Jahre Dorferneuerung feiern das große Comeback!

13. September 2025 um 08:40
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Ein denkwürdiges Jubiläum in der Geschichte Niederösterreichs wurde am gestrigen Freitag im imposanten Schloss Luberegg gefeiert. Unter den Ehrengästen waren prominente Persönlichkeiten wie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf, die gemeinsam mit dem ehemaligen

Ein denkwürdiges Jubiläum in der Geschichte Niederösterreichs wurde am gestrigen Freitag im imposanten Schloss Luberegg gefeiert. Unter den Ehrengästen waren prominente Persönlichkeiten wie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf, die gemeinsam mit dem ehemaligen Landeshauptmann Erwin Pröll und zahlreichen Gemeinde- und Vereinsvertretern aus ganz Niederösterreich den 40. Jahrestag der Dorferneuerung zelebrierten.

Die Geburt einer Bewegung

Vor vier Jahrzehnten, in einer Zeit des Umbruchs, wurde die Initiative zur Dorferneuerung ins Leben gerufen. Historisch betrachtet, war dies eine Reaktion auf die zunehmende Abwanderung aus ländlichen Gebieten in die Städte. Diese Bewegung wurde zum Lebenswerk von Erwin Pröll, der heute als einer der Pioniere der Dorferneuerung gefeiert wird. Für seine Verdienste erhielt er die Auszeichnung zum „Dorfhelden in Gold“.

Die Dorferneuerung begann als eine Antwort auf die Herausforderungen, denen sich viele kleine Gemeinden gegenüber sahen. Die Abwanderung aus den Dörfern, oft aus wirtschaftlichen Gründen, bedrohte die soziale und wirtschaftliche Struktur dieser Gebiete. Die Dorferneuerung setzte hier an, um die Lebensqualität zu verbessern und die Gemeinden wieder attraktiv zu machen.

Ein Festakt voller Emotionen

Die Feierlichkeiten im Schloss Luberegg waren nicht nur ein Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte, sondern auch eine Hommage an die unzähligen Projekte, die in dieser Zeit umgesetzt wurden. Landeshauptfrau Mikl-Leitner betonte in ihrer Rede die Bedeutung der Dorferneuerung für die Identität und den Zusammenhalt in den Gemeinden. „Unsere Dörfer sind heute wichtiger denn je, sie geben Halt, Sicherheit und Heimat“, sagte sie mit Nachdruck.

Die Landeshauptfrau nutzte die Gelegenheit, um sich bei Erwin Pröll für seine Pionierarbeit zu bedanken. Sie hob hervor, wie wichtig es sei, die Dörfer zu Orten des Wohlfühlens zu machen, die nicht nur als Wohnort, sondern auch als Arbeitsplatz und Lebensmittelpunkt fungieren. Dies sei die beste Zukunft, die man den kommenden Generationen bieten könne.

Erfolge und Visionen

Ein beeindruckender Teil der Veranstaltung war die Vorstellung der ausgezeichneten Dorferneuerungsprojekte. Diese Projekte zeigten die Innovationskraft und den Gemeinschaftsgeist der beteiligten Vereine und Gemeinden. Von der Belebung von Ortskernen bis hin zu klimagerechten Initiativen – die Bandbreite der Projekte war beeindruckend.

Stephan Pernkopf, der für die Dorferneuerung zuständige LH-Stellvertreter, unterstrich die Wichtigkeit der Zusammenarbeit aller Generationen bei der Entwicklung von Dorf- und Stadtprojekten. Seit der Neuaufstellung der Dorferneuerung im Vorjahr seien bereits 136 neue Vereine gegründet worden, die die Bewegung weiter vorantreiben.

Ein Blick in die Zukunft

Für die Zukunft hat sich die Dorferneuerung hohe Ziele gesetzt. Die Initiative „Stolz auf unser Dorf“ hat bereits 500 Projekte finanziert, die das Leben in den Gemeinden nachhaltig verbessern sollen. Maria Forstner, Obfrau der NÖ Dorferneuerung, betonte, dass es nicht nur um die Projekte selbst gehe, sondern um die Energie und den Zusammenhalt, mit denen diese umgesetzt werden.

„Der Erfolg der Dorferneuerung basiert auf dem Zusammenspiel zwischen Gemeinden und Vereinen“, erklärte Johannes Wischenbart, Geschäftsführer der Dorf- und Stadterneuerung. Diese Synergien seien der Schlüssel zu Projekten, die über ihren ursprünglichen Zweck hinausgehen und einen langfristigen Mehrwert bieten.

Der europäische Kontext

Die Dorferneuerung in Niederösterreich hat durch die Gründung der „Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung“ auch internationale Anerkennung gefunden. Diese Organisation fördert den Austausch von Ideen und Best Practices zwischen den europäischen Ländern. Niederösterreich gilt hier als Vorreiter und Vorbild für andere Regionen.

Die Rolle der Gemeinschaft

Ein zentrales Thema der Dorferneuerung ist die aktive Beteiligung der Bevölkerung. Die Menschen in den Gemeinden übernehmen Verantwortung, bringen Ideen ein und setzen diese in die Tat um. Diese partizipative Herangehensweise ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs der Dorferneuerung.

„Es ist die Energie und das Engagement der Menschen, die die Dorferneuerung einzigartig machen“, sagte Maria Forstner. Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung der Gemeinschaft für die erfolgreiche Umsetzung der Projekte.

Ein Fest für die Ewigkeit

Die Feierlichkeiten endeten mit der Vorstellung der diesjährigen Nominierten des Projektwettbewerbs. In einer Ausstellung wurden die sechs Siegerprojekte in den Kategorien „Leben-Miteinander“, „Ortskernbelebung“ und „Klimafitte Orte“ präsentiert. Diese Projekte zeigen die Vielfalt und Kreativität der Dorferneuerung und dienen als Inspiration für zukünftige Initiativen.

Der Höhepunkt war die Auszeichnung von Bad Traunstein, das Niederösterreich beim europäischen Dorferneuerungspreis vertreten wird. Diese Ehrung ist ein Beweis für die hohe Qualität der Dorferneuerungsprojekte in Niederösterreich.

Fazit und Ausblick

Die 40-jährige Geschichte der Dorferneuerung in Niederösterreich ist eine Erfolgsgeschichte, die zeigt, wie wichtig es ist, die Herausforderungen der Zeit anzunehmen und aktiv zu gestalten. Die Feierlichkeiten im Schloss Luberegg waren ein würdiger Rahmen, um die Erfolge der Vergangenheit zu würdigen und den Blick in die Zukunft zu richten.

Mit einer starken Gemeinschaft, innovativen Projekten und einer klaren Vision für die Zukunft wird die Dorferneuerung auch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle in der Entwicklung Niederösterreichs spielen.

Schlagworte

#Dorferneuerung#Erwin Pröll#Gemeinschaft#Johanna Mikl-Leitner#Niederösterreich#Projekte#Zukunft

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