Am 13. Januar 2026 wurde in der Marktgemeinde Reisenberg ein bedeutendes Projekt angekündigt, das die lokale Infrastruktur revolutionieren könnte. Im Rahmen des Paving Design Award 2025, initiiert vom Forum Qualitätspflaster, haben Studierende der Universität für Bodenkultur Wien ein zukunftsweisend
Am 13. Januar 2026 wurde in der Marktgemeinde Reisenberg ein bedeutendes Projekt angekündigt, das die lokale Infrastruktur revolutionieren könnte. Im Rahmen des Paving Design Award 2025, initiiert vom Forum Qualitätspflaster, haben Studierende der Universität für Bodenkultur Wien ein zukunftsweisendes Konzept für die Neugestaltung des Reisenberger Hauptplatzes entwickelt. Diese Initiative, die bereits zum vierten Mal stattfand, konzentriert sich in diesem Jahr auf ein Areal mit komplexer Topografie und erheblichen Höhenunterschieden, was den Planungsprozess besonders herausfordernd machte.
Der Hauptplatz von Reisenberg, mit einer Fläche von 6.650 Quadratmetern, wird durch die Landeshauptstraße L161 diagonal durchschnitten, was bisher eine einladende Nutzung erschwerte. Neben dem Gemeindeamt sind dort ein Kindergarten, ein Senior*innentreff, zwei Lokale, Gewerbebetriebe und mehrere Bushaltestellen angesiedelt. Historische Grünbereiche und die Dreifaltigkeitssäule prägen das Bild und sollen in die Neugestaltung integriert werden.
Bürgermeister Günter Sam äußerte sich begeistert über die eingereichten Projekte: „Die Teilnehmer haben unsere Vorgaben nicht nur erfüllt, sondern großartig erweitert. Besonders spannend ist die Herausforderung, einen Platz mit starkem Gefälle und belebter Durchzugsstraße neu zu denken.“ Das Siegerprojekt „Verbundene Vielfalt – Leben und Bewegen am Hauptplatz“ überzeugte durch eine detaillierte Ortsanalyse und ein innovatives Höhenkonzept, das eine konsequente Verkehrslösung ermöglicht. Die Jury lobte die homogene Oberflächengestaltung und die Schaffung konsumfreier Zonen mit zahlreichen Aufenthaltsmöglichkeiten. Besonders hervorzuheben ist die Anwendung des Schwammstadt-Prinzips bei der Baumpflanzung, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.
Das Schwammstadt-Prinzip ist eine innovative Methode zur Stadtbegrünung, die darauf abzielt, urbanen Flächen eine höhere Wasserspeicherfähigkeit zu verleihen. Dies wird durch spezielle Pflanzmethoden erreicht, bei denen der Boden mit Materialien angereichert wird, die Wasser effizient aufnehmen und speichern können. Dadurch wird nicht nur die Wasserversorgung der Pflanzen optimiert, sondern auch die Belastung der städtischen Entwässerungssysteme reduziert, was in Zeiten des Klimawandels von großer Bedeutung ist.
Die Neugestaltung von öffentlichen Plätzen ist ein Thema, das auch in anderen Regionen Österreichs sowie in Deutschland und der Schweiz an Bedeutung gewinnt. In Wien beispielsweise wurden ähnliche Projekte umgesetzt, die den urbanen Raum durch Grünflächen aufwerten. In Deutschland wird das Schwammstadt-Prinzip ebenfalls vermehrt angewandt, um Städte klimafreundlicher zu gestalten. Die Schweiz verfolgt ähnliche Ansätze, wobei der Fokus oft auf der Integration von nachhaltigen Verkehrskonzepten liegt.
Die Neugestaltung des Hauptplatzes in Reisenberg wird erhebliche Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung haben. Einer der Hauptvorteile wird die erhöhte Aufenthaltsqualität sein, die durch die Schaffung konsumfreier Zonen erreicht wird. Diese Bereiche bieten Raum für Erholung und soziale Interaktion, ohne dass die Bewohner zum Konsum gezwungen werden. Zudem wird das neue Verkehrskonzept, das eine Reduktion der Verkehrsflächen zugunsten von Grünflächen vorsieht, die Luftqualität verbessern und die Lärmbelastung reduzieren. Die logische Bündelung der Bushaltestellen westlich der neuen Kreuzung wird den öffentlichen Nahverkehr effizienter gestalten und die Sicherheit für Fußgänger erhöhen.
Die Fläche des Projektgebiets umfasst 6.650 Quadratmeter. Die Umgestaltung sieht eine signifikante Reduktion der versiegelten Flächen vor, was zu einer Verbesserung des Mikroklimas beitragen wird. Die Anwendung des Schwammstadt-Prinzips wird zudem die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens um bis zu 30% erhöhen, was in Zeiten zunehmender Dürreperioden von Vorteil ist. Die neuen Grünflächen werden nicht nur zur Erholung dienen, sondern auch zur Biodiversität beitragen, indem sie Lebensraum für verschiedene Pflanzen- und Tierarten bieten.
Die Umsetzung des Siegerprojekts wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 beginnen. Die Einbindung der Bürger in den Planungsprozess wird als entscheidender Faktor für den Erfolg des Projekts angesehen. Langfristig wird erwartet, dass die Neugestaltung des Hauptplatzes Reisenberg als Vorbild für andere Gemeinden in Österreich dient, die ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen. Die Kombination aus innovativen Verkehrslösungen und nachhaltiger Stadtbegrünung könnte einen neuen Standard für die Planung urbaner Räume setzen.
Die Neugestaltung des Hauptplatzes in Reisenberg ist ein spannendes Beispiel dafür, wie innovative Konzepte und ökologische Lösungen Hand in Hand gehen können, um die Lebensqualität in urbanen Räumen zu verbessern. Die Bürger der Gemeinde können sich auf eine verbesserte Infrastruktur und eine erhöhte Aufenthaltsqualität freuen. Es bleibt abzuwarten, wie schnell die Umsetzung voranschreitet und welche weiteren positiven Effekte sich daraus ergeben werden. Interessierte können sich auf der Website des Forums Qualitätspflaster über den aktuellen Stand des Projekts informieren und an kommenden Bürgerveranstaltungen teilnehmen.