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Next Level Medienpolitik: Privatrundfunk fordert Maßnahmen

29. Mai 2026
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29. Mai 2026: Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) lud zur Fachkonferenz „Next Level Medienpolitik – Was der Medienstandort jetzt braucht“ und forderte rasche Maßnahmen zur Sicherung des...

29. Mai 2026: Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) lud zur Fachkonferenz „Next Level Medienpolitik – Was der Medienstandort jetzt braucht“ und forderte rasche Maßnahmen zur Sicherung des Medienstandorts Österreich.

Medienstandort unter massivem Druck

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, wie Medienvielfalt, journalistische Qualität und wirtschaftliche Stabilität angesichts wachsender globaler Konkurrenz abgesichert werden können. Teilnehmende berichteten von sinkenden Werbeerlösen, dominierenden internationalen Plattformen und massiv steigendem Investitionsdruck durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.

Politik kündigt Reformen und neue Förderlogik an

Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler betonte die Bedeutung starker privater Medien für Demokratie und Medienvielfalt. Als Schwerpunkte nannte er die Neuausrichtung der Medienförderung mit Fokus auf Qualitätsjournalismus, digitale Geschäftsmodelle sowie die Absicherung journalistischer Arbeitsplätze und Infrastruktur.

„Öffentliche Mittel nach dem Gießkannenprinzip ist nicht das Zukunftskonzept“, sagte Babler. Er forderte zudem eine bessere Sichtbarkeit österreichischer Medienangebote auf Endgeräten und Plattformen: „Wir wollen und werden auch dafür sorgen, dass die Menschen in Österreich Gelegenheit haben, österreichische Medien und österreichische Sender wieder besser wahrnehmen zu können.“

Digitalisierung und KI als Herausforderung

Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll bezeichnete die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz als historische Disruption mit Chancen und Risiken. Er warnte: „Die digitale Transformation ist schaffbar, aber wir müssen sie jetzt angehen. Wenn wir jetzt den Zug verpassen, dann bleiben wir am Bahnhof stehen.“ Pröll kündigte die Bereitschaft der Bundesregierung zu gemeinsamer Lösungsfindung an: „Kooperation statt Konfrontation“.

Warnung vor globalen Tech‑Monopolen

Der Medienwissenschafter Prof. Dr. Martin Andree warnte vor Monopolisierung digitaler Öffentlichkeit durch internationale Tech‑Konzerne: „Wir verlieren unter den Bedingungen der digitalen Monopole die Medienfreiheit – und zwar fundamental“, sagte Andree. Er forderte Outlinks zu originären Medienangeboten, Interoperabilität, offene Standards sowie die wirtschaftliche Trennung von Übertragungsweg und Inhalt.

Breiter Konsens: Medienpolitik muss rasch handeln

An der Paneldiskussion „Was kann und was muss die Medienpolitik leisten, um einen starken und zukunftsfähigen Medienstandort zu sichern?“ nahmen unter anderem Klaus Seltenheim (SPÖ), Nico Marchetti (ÖVP), Henrike Brandstötter (NEOS), Ingrid Thurnher (ORF), Maximilian Dasch (VÖZ) und Christian Stögmüller (VÖP) teil.

Gefordert wurden unter anderem:

  • Verlängerung des Digitaltransformationsfonds
  • Absicherung journalistischer Arbeitsplätze
  • Fördermodelle für Innovation, digitale Geschäftsmodelle und Medienkompetenz
  • stärkere Kooperationen zwischen ORF und privaten Medien bei Digitalisierung und KI-Projekten

Unabhängige Medien als demokratische Infrastruktur

RTR‑Geschäftsführer Wolfgang Struber warnte vor der Machtverschiebung hin zu globalen Plattformen und KI‑Systemen. Er betonte: „Medienförderung ist keine Bestandssicherung alter Modelle, sondern eine Investition in Vielfalt, Unabhängigkeit und digitale Zukunftsfähigkeit österreichischer Medien.“

In weiteren Beiträgen hoben Teilnehmende den demokratischen Wert unabhängiger Medien, ihre regionale Nähe und die Bedeutung professioneller redaktioneller Arbeit im Kampf gegen Desinformation und Filterblasen hervor.

Kooperationen und regulatorische Hürden

Vertreter wie Michael Ogris (KommAustria), Falk Zimmermann (Verband Bayerischer Lokalrundfunk), Pia Bambuch (ProSiebenSat.1 PULS4) und Philipp König (kronehit) diskutierten, wie Kooperationen bei Technologie, Vermarktung, Streamingplattformen und KI‑Infrastruktur die Wettbewerbsfähigkeit stärken können. Zugleich kritisierten sie regulatorische Hürden im Medien‑ und Kartellrecht.

VÖP fordert Unterstützung und Belastungsbremse

VÖP‑Geschäftsführerin Corinna Drumm erklärte, der Medienstandort befinde sich in einer „außerordentlich schwierigen Situation“ und warnte vor zusätzlichen finanziellen Belastungen wie einer aktuell diskutierten Streaming‑Abgabe, die die Branche weiter schwächen und Arbeitsplätze gefährden würde. Sie appellierte an die Politik, gezielt Medien mit professionellen Redaktionen und klarer Trennung von Werbung und Inhalt zu stärken.

Quelle: Verband Österreichischer Privatsender, OTS, 29.05.2026

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