Oberst Georg Dialer übernimmt von Brigadier Gunther Hessel
Verteidigungsministerin Tanner und LH Wallner bestellen erfahrenen Ukraine-Attaché zum neuen Militärkommandanten von Vorarlberg.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner hat im Einvernehmen mit Landeshauptmann Markus Wallner eine wichtige personelle Entscheidung für die Sicherheitsstruktur Vorarlbergs getroffen: Oberst Georg Dialer wird ab September neuer Militärkommandant des westlichsten Bundeslandes und folgt damit auf Brigadier Gunther Hessel, der als Verteidigungsattaché in die Schweiz wechselt.
Mit Oberst Georg Dialer übernimmt ein Offizier die Führung des Militärkommandos Vorarlberg, der über umfassende internationale Erfahrungen verfügt. Der 54-Jährige war zuletzt als Verteidigungsattaché in der Ukraine tätig und bringt damit wertvolle Erfahrungen aus einem der aktuell bedeutsamsten sicherheitspolitischen Krisengebiete mit.
"Mit Georg Dialer übernimmt ein erfahrener Offizier des Österreichischen Bundesheeres die Funktion des Militärkommandanten für Vorarlberg", erklärte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bei der Bekanntgabe der Personalentscheidung. Gleichzeitig würdigte sie die Leistungen des scheidenden Kommandanten: "Ich will mich bei Brigadier Hessel für seine langjährigen herausragenden Beiträge und erfolgreiche Führungstätigkeit bedanken."
Auch Landeshauptmann Markus Wallner zeigte sich erfreut über die Personalentscheidung und betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Land und Bundesheer. "Ich wünsche Oberst Georg Dialer viel Erfolg für seine neue, sehr verantwortungsvolle Aufgabe und freue mich auf eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit im Sinne der Sicherheit unseres Landes", so Wallner.
Besonders hob der Landeshauptmann die internationale Erfahrung des neuen Kommandanten hervor: "Mit ihm übernimmt ein international erfahrener Offizier mit großer fachlicher Kompetenz die Verantwortung über das Militärkommando Vorarlberg."
Georg Dialers militärische Laufbahn begann 1987, als er in den Dienst des Bundesheeres eintrat. Der gebürtige Wiener Neustädter absolvierte seine Grundausbildung an der renommierten Theresianischen Militärakademie und setzte seine militärische Ausbildung mit einem bemerkenswerten Schwerpunkt in Frankreich fort.
Zu seinen französischen Qualifikationen zählen die Heereskriegsschule, ein Kommandokurs, die Stabsschule in Compiègne sowie der anspruchsvolle Dschungelkampfkurs der Fremdenlegion in Französisch-Guayana. Diese internationale Ausrichtung seiner Ausbildung sollte sich als prägend für seine weitere Laufbahn erweisen.
1998 wurde Dialer als Leutnant zum Jagdkommando ausgemustert, der Eliteeinheit des österreichischen Bundesheeres, bei der er bereits zuvor als Unteroffizier gedient hatte. In dieser hochspezialisierten Einheit durchlief er verschiedene Führungspositionen und sammelte wertvolle Erfahrungen als Gruppen-, Zugs- und Kompaniekommandant. Darüber hinaus war er als Lehroffizier für Kampfschwimmer und als Stabsoffizier tätig.
Seine Qualifikationen als Kampfschwimmer, Fallschirmspringer und Bergführergehilfe unterstreichen die Vielseitigkeit und das hohe Leistungsniveau, das für Führungspositionen im Jagdkommando erforderlich ist.
Oberst Dialer sammelte umfassende internationale Einsatzerfahrung in verschiedenen Krisengebieten. Seine Auslandseinsätze führten ihn auf den Balkan, nach Afghanistan und in Zentralafrika - allesamt Regionen, die besondere Herausforderungen an die militärische Führung stellen und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit komplexen Sicherheitslagen vermitteln.
Seine jüngste Position als Verteidigungsattaché in der Ukraine dürfte ihm tiefe Einblicke in die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen Europas verschafft haben, was angesichts der geopolitischen Lage von besonderer Relevanz für seine neue Aufgabe ist.
Der scheidende Militärkommandant Brigadier Gunther Hessel kann auf eine erfolgreiche Amtszeit in Vorarlberg zurückblicken. Seit Januar 2020 leitete der gebürtige Salzburger das Militärkommando und etablierte es als verlässlichen Partner für die zivilen Behörden des Landes.
"Unter seiner Führung war das Militärkommando Vorarlberg ein äußerst verlässlicher Partner. Dafür gebührt ihm großer Dank", würdigte Landeshauptmann Wallner die Leistungen Hessels, der nun im Juni 2026 eine neue Herausforderung als Verteidigungsattaché in Bern übernehmen wird.
Hessels Laufbahn war bereits vor seiner Zeit in Vorarlberg international geprägt. Er war unter anderem als Verbindungsoffizier bei der deutschen Bundeswehr in Potsdam tätig und sammelte als Stabsoffizier in Brüssel wichtige NATO-Erfahrungen. Diese internationale Expertise wird er nun in seiner neuen Rolle als Verteidigungsattaché in der Schweiz einsetzen können.
Das Militärkommando Vorarlberg nimmt eine zentrale Rolle in der Sicherheitsarchitektur des Bundeslandes ein. Als Bindeglied zwischen dem Bundesheer und der Zivilgesellschaft koordiniert es nicht nur die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, sondern auch mit den zivilen Behörden und anderen Einsatzorganisationen.
Besondere Bedeutung kommt dem Militärkommando bei Assistenzeinsätzen zu, wo es die militärische Hilfe koordiniert. Gerade in einem Bundesland wie Vorarlberg, das aufgrund seiner geografischen Lage und Topografie besonderen Herausforderungen durch Naturkatastrophen ausgesetzt ist, ist diese Funktion von hoher Relevanz.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre, sei es bei Hochwasserkatastrophen, Lawinenabgängen oder anderen Naturereignissen, haben gezeigt, wie wichtig eine gut funktionierende Koordination zwischen militärischen und zivilen Kräften ist.
Oberst Dialer übernimmt das Militärkommando Vorarlberg in einer Zeit erhöhter sicherheitspolitischer Spannungen in Europa. Die Erfahrungen aus seiner Zeit als Verteidigungsattaché in der Ukraine werden ihm dabei zugutekommen, die komplexen Sicherheitsherausforderungen der Gegenwart einzuschätzen und entsprechende Maßnahmen zu entwickeln.
Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit wird die Weiterentwicklung der zivil-militärischen Zusammenarbeit sein. Die erfolgreiche Kooperation zwischen Bundesheer, Landesbehörden und anderen Einsatzorganisationen ist entscheidend für die Bewältigung sowohl alltäglicher als auch außergewöhnlicher Herausforderungen.
Dabei wird es darauf ankommen, das von seinem Vorgänger aufgebaute Vertrauen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die positive Beurteilung der Arbeit unter Brigadier Hessel durch Landeshauptmann Wallner zeigt, dass hier bereits eine solide Basis geschaffen wurde.
Oberst Georg Dialer ist verheiratet und Vater einer Tochter. Diese familiäre Verwurzelung dürfte ihm dabei helfen, sich in Vorarlberg zu integrieren und ein Verständnis für die lokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse zu entwickeln.
Seine vielfältigen internationalen Erfahrungen, kombiniert mit der tiefen Verwurzelung in der österreichischen Militärtradition, machen ihn zu einem idealen Kandidaten für die Übernahme dieser verantwortungsvollen Position.
Mit der Bestellung von Oberst Georg Dialer zum neuen Militärkommandanten von Vorarlberg setzt das Verteidigungsministerium auf Kontinuität und internationale Expertise. Die Übergangsphase bis September wird genutzt werden, um eine reibungslose Übergabe der Geschäfte zu gewährleisten.
Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Land, die unter Brigadier Hessel als beispielhaft galt, soll unter der neuen Führung fortgesetzt und weiterentwickelt werden. Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage in Europa kommt dieser Zusammenarbeit besondere Bedeutung zu.