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Die Welt wird unsicherer, die geopolitischen Spannungen nehmen zu – und Österreich reagiert darauf mit einer drastischen Erweiterung seiner militärdiplomatischen Präsenz. Das Bundesheer plant bis 2027 zwei bedeutende Schritte: die Eröffnung eines neuen Verteidigungsattachébüros in Japan und die Zuteilung eines Roving-Attachés für Indien.
Verteidigungsattachés sind Berufsoffiziere, die als offizielle Vertreter des österreichischen Bundesheeres in ausländischen Botschaften arbeiten. Die vorbereitende Ausbildung für die Funktion als Verteidigungsattaché dauert rund zehn Monate. Sie umfasst eine Sprach- sowie Fachausbildung und erfolgt durch die Abteilung Militärdiplomatie im Verteidigungsministerium. Verteidigungsattachés beobachten sicherheitspolitische Entwicklungen vor Ort, pflegen Kontakte zu militärischen und staatlichen Stellen und stärken die internationale Zusammenarbeit. Ihre Berichte und Einschätzungen bilden eine wesentliche Grundlage für sicherheitspolitische Entscheidungen in Wien.
Das österreichische Bundesheer unterhält derzeit strukturierte militärdiplomatische Beziehungen zu 81 Nationen. Weltweit sind 23 Verteidigungsattachébüros im Einsatz, die von Europa über Afrika und Asien bis nach Nord- und Südamerika reichen. Ein Verteidigungsattachébüro setzt sich aus einem Verteidigungsattaché, einem Attachéunteroffizier und, je nach Größe des Einsatzlandes, einem beigeordneten Verteidigungsattaché zusammen. Diese Teams arbeiten eng mit dem Außenministerium und den österreichischen Vertretungsbehörden zusammen.
Ab 2027 ist die Eröffnung eines Verteidigungsattachébüros in Japan vorgesehen. Für 2026 ist die Zuteilung eines Roving-Attachés für Indien in Planung.
Besonders hervorzuheben ist die zunehmende Präsenz von Frauen in diesen Funktionen: Mit August 2026 wird erstmals eine Frau als Attaché-Unteroffizier in Schweden eingesetzt; ab August 2027 übernimmt eine Frau die Funktion des beigeordneten Verteidigungsattaché in Frankreich.
Als offizielle Vertreter des Bundesheeres arbeiten Verteidigungsattachés eng mit dem Außenministerium sowie den österreichischen Vertretungsbehörden zusammen und tragen so zur Koordination und Wahrung sicherheitspolitischer Interessen bei. Sie erstellen und fördern Kooperationsprogramme zwischen Staaten und arbeiten auf verschiedenen Ebenen zusammen.
„In einer angespannten geopolitischen Lage ist ein starkes internationales Netzwerk unerlässlich. Unsere Verteidigungsattachés sind die Augen und Ohren des Bundesheeres im Ausland und leisten dabei einen unverzichtbaren Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit und zur Sicherheit Österreichs. Mit ihren fundierten Einschätzungen schaffen sie eine wesentliche Grundlage für unsere sicherheitspolitischen Entscheidungen und unterstützen bei den vielfältigen Aufgaben des Bundesheeres im In- und Ausland. Sie sind entscheidend, um Lageentwicklungen frühzeitig zu erkennen und unsere Kanäle zu internationalen Partnern offen zu halten“, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.