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Neuer Lehrberuf Fernwärmetechnik: krisensicher, zukunftsfit

27. Mai 2026
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Am 27. Mai 2026 startet in Österreich der neue Lehrberuf Fernwärmetechnik – eine dreieinhalbjährige Ausbildung, die als krisensichere und klimarelevante Berufswahl beworben wird. Lehrberuf F...

Am 27. Mai 2026 startet in Österreich der neue Lehrberuf Fernwärmetechnik – eine dreieinhalbjährige Ausbildung, die als krisensichere und klimarelevante Berufswahl beworben wird.

Lehrberuf Fernwärmetechnik

Die Lehrausbildung Fernwärmetechnik dauert dreieinhalb Jahre und wird im neuen Berufsschuljahr an zwei Landesberufsschulen angeboten: der Landesberufsschule Zistersdorf (Niederösterreich) und der Landesberufsschule 4 in Graz. Gerhard Fida, stellvertretender Obmann des Fachverbands Gas Wärme, empfiehlt, „technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und mathematische Kenntnisse mitbringen“. Lehrlinge lernen Fernwärme- und Installationstechnik, Fernwärmeerzeugung und -verteilung sowie Service und Wartung. Teil der Ausbildung sind Montage und Inbetriebnahme von Fernwärmeanlagen, Steuerung und Überwachung von Fernwärmenetzen, Fehlerbehebung und Störungsdienst.

Aktuelle Zahlen und Praxisbezug

  • Zwei erste Klassen an LBS Graz und LBS Zistersdorf mit insgesamt 20 Jugendlichen (elf in Graz, der Rest in Zistersdorf).
  • Dual: praktische Ausbildung im Betrieb, theoretische in der Berufsschule.
  • Erste Lehrlinge arbeiten u. a. bei Wiener Netze, EVN, Salzburg AG, Stadtwerken Klagenfurt und Energie Steiermark.
  • Für die Klassen wurden neue Labore errichtet; in Graz können Netze und Netzschwankungen simuliert werden.
  • Direktoren und Beteiligte bezeichneten die Vorbereitung als „herausfordernd gewesen“; der Lehrplan wurde gemeinsam mit dem Ministerium entwickelt.
  • Peter Bauer (LBS 4 Graz): „auch eine erste Fernwärmetechnikerin ausgebildet wird“; Werner Seltenhammer (LBS Zistersdorf) hat vorerst nur Burschen.
  • Alfred Freunschlag, Geschäftsführer EVN Wärme GmbH, ist stolz, dass „die ersten fünf Lehrlinge in der EVN jetzt bald ins dritte Lehrjahr kommen“.

Warum der Beruf als Green Job gilt

Der Fachverband sieht Fernwärmetechnik als Green Job: Bundesweit werden Fernwärmenetze erweitert, die Energiewende und die Energiekrise wirken als Job-Motor. Katalin Andrea Griessmaier-Farkas, stellvertretende Geschäftsführerin im Fachverband Gas Wärme, betont: „Der Lehrberuf ist innerhalb der Europäischen Union noch einzigartig. Wir sind in Österreich die ersten, die diesen Beruf gemeinsam mit Unterstützung der Wirtschaft entwickelt und umgesetzt haben. Wir wollen mit dieser Berufsausbildung aber nicht nur Burschen, sondern vor allem auch Mädchen ansprechen. Denn die Energiewende ist nicht nur Männer, sondern auch Frauensache.“

Finanziell sind die Einstiegskonditionen attraktiv: Im 1. Lehrjahr liegt die Lehrlingsentschädigung bei manchem Anbieter bei rund 1.050 Euro monatlich. Nach Abschluss nennt der Kollektivvertrag Einstiegsgehälter zwischen 2.880 und 3.180 Euro brutto; mit Erfahrung sind laut Mitteilung Gehälter bis derzeit 4.500 Euro brutto monatlich möglich.

Zur Bedeutung der Fernwärme: Heute wird Nah- und Fernwärme zu rund 64 Prozent aus erneuerbaren Energien und brennbaren Abfällen gewonnen. Schon jetzt wird die Hälfte der 100 größten Städte Österreichs mit Fernwärme aus erneuerbaren Energieträgern versorgt. Technologien wie Power-to-Heat, hocheffiziente KWK und Großwärmepumpen werden genannt; Fernwärme spare jährlich Millionen Tonnen CO2 ein und reduziere die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.

Mehr zum Lehrberuf: https://www.fernwaerme.at/lehrberuf-fernwaermetechnik. Quelle: Fachverband Gas Wärme (OTS), 27. Mai 2026.

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