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Mai 2026: Wind und PV kompensieren Wasserkraft‑Tief

Produktionseinbrüche bei der Wasserkraft im Mai verdeutlichten die Relevanz eines diversifizierten erneuerbaren Energiemixes und einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur.

29. Juni 2026
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Mai 2026 brachte historisch niedrige Laufwasserkraft; PV (+~55%) und Wind (+~31%) kompensierten weitgehend. APG meldet Nettoimport 64 GWh und erhöhte Redispatch-Kosten von 9,7 Mio. €.

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Im Mai 2026 (KW 19–22) veränderte sich der österreichische Energiemix deutlich: Die Laufwasserkraftproduktion erreichte laut Austrian Power Grid (APG) über den gesamten Monat betrachtet einen historischen Tiefstand für einen Mai in den letzten 25 Jahren. Gleichzeitig verzeichneten Windkraft und Photovoltaik (PV) gegenüber dem Vorjahresmonat deutliche Zuwächse.

Nach Angaben der APG blieb die gesamte erneuerbare Erzeugung im Mai nur leicht hinter dem Vorjahr zurück (-2,5 Prozent). Dieses Ergebnis entstand laut APG aus einem Anstieg der PV-Einspeisung um rund 55 Prozent und einem Zuwachs der Windkraft um rund 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, dem gegenüber stand ein Rückgang der Wasserkraft um rund 20 Prozent.

Mai 2026: Erneuerbarer Energiemix und zentrale Zahlen

Die APG macht in ihrer Aussendung mehrere Ursachen für die Entwicklung geltend: Mai 2026 brachte deutlich mehr Hitzetage; wie bereits in März und April hatte es geringen Niederschlag und ausgesprochene Trockenheit. Über den gesamten Monat sei die Laufwasserkraftproduktion so niedrig gewesen wie in keinem anderen Mai der vergangenen 25 Jahre.

Trotz des Einbruchs bei der Wasserkraft blieb die bilanzielle erneuerbare Erzeugung laut APG nur moderat niedriger als im Vorjahr. APG nennt eine Verringerung der erneuerbaren Erzeugung um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat; die PV-Einspeisung stieg demzufolge um rund 55 Prozent, die Windproduktion um rund 31 Prozent, während die Wasserkraft um rund 20 Prozent zurückging.

In einer Kernaussage zur Bedeutung der Diversifizierung zitiert die APG Vorstandssprecher Gerhard Christiner: "Der Mai 2026 bestätigt ein weiteres Mal die hohe Relevanz einer ausgewogenen und breit diversifizierten erneuerbaren Stromerzeugung für Österreich. Die historisch niedrige Wasserkrafterzeugung wurde durch deutliche Zugewinne bei Wind- und Photovoltaikstrom nahezu ausgeglichen. Um dies zu ermöglichen, zeigt sich, wie wichtig eine robuste, kapazitätsstarke Stromnetzinfrastruktur ist, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, Engpässe effizient zu managen und die Integration erneuerbarer Energien nachhaltig zu sichern".

Import, Export und Energieflüsse innerhalb der Regelzone APG

Per Saldo ergab sich im Mai ein vergleichsweise geringer Nettoimport von 64 GWh (auf Basis der Fahrpläne) in der Regelzone APG. An 13 Tagen wurde laut APG bilanziell Strom ins Ausland exportiert; zum Vergleich nennt die APG für Mai 2025 einen Import in der Höhe von 106 GWh und an 12 Tagen bilanziellen Stromexport.

Die APG beschreibt außerdem den innerösterreichischen Energieaustausch über ihr regionales Stromnetz: Überschüsse einzelner Bundesländer können so österreichweit verteilt und Defizite kompensiert werden. Für Mai nennt die APG konkrete Zahlen: Wien entnahm 426 GWh, Kärnten 194 GWh; als größte Einspeiser innerhalb Österreichs vermeldet die APG das Burgenland mit 299 GWh und Niederösterreich mit 246 GWh.

Hinweis der APG zur Regelzone: Die Regelzone APG umfasst ganz Österreich mit Ausnahme je eines Korridors in Vorarlberg und Tirol.

Redispatch-Maßnahmen im Mai 2026: Umfang und Kosten

Im Rahmen des Engpassmanagements waren im Mai laut APG an elf Tagen Eingriffe auf Anforderung des Regelzonenführers notwendig, um Netzengpässe zu lösen. Zum Vergleich nennt die APG für Mai 2025 fünf Tage mit entsprechenden Eingriffen.

Durch das Abregeln von erneuerbarer Erzeugung gingen im Mai 11.841 MWh "verloren"; davon betrafen zum größten Teil 7.020 MWh Laufwasser, die restliche Menge entfiel auf Wind. Für die Redispatch-Maßnahmen fielen im Mai Kosten in der Höhe von 9,7 Millionen Euro an; zum Vergleich führte die APG an, dass im Mai 2025 Kosten von 12,4 Millionen Euro angefallen seien.

APG begrüßt das EABG – Gesetzesbeschluss am 11. Juni 2026

Die APG verweist in der Meldung auf den Beschluss des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG) am 11. Juni 2026 im Nationalrat. In diesem Zusammenhang zitiert die APG erneut Vorstandssprecher Gerhard Christiner: "Mit dem EABG liegt nun ein entscheidender Hebel vor, um den Ausbau von Erneuerbaren, Netzen und Speichern koordiniert voranzutreiben. Es beschleunigt Genehmigungsverfahren, ermöglicht die erhöhte Auslastung bestehender Infrastruktur und stärkt damit das Stromnetz als Rückgrat der Energiewende. Ein leistungsfähiges Netz ist die Grundvoraussetzung für die Integration weiterer erneuerbarer Erzeugung – es ermöglicht nicht nur eine schnellere Anbindung neuer Erzeugungsanlagen, sondern schafft Zugang zu preisgünstigem Strom für alle Verbraucherinnen und Verbraucher und macht darüber hinaus das gesamte Energiesystem effizienter", betont Christiner.

APG-Infrastruktur, Personal und Investitionskennzahlen

In der Vorstellung des Unternehmens beschreibt die APG ihre Netzkennzahlen: Das APG‑Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, das Unternehmen betreibt das Netz mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen. Über die Steuerzentrale in Wien werde ein Großteil der insgesamt 67 Umspannwerke remote betrieben.

Weiter nennt die APG Versorgungssicherheitszahlen für 2025: Die Versorgungssicherheit habe auch 2025 dank der Mitarbeitenden bei 99,99 Prozent gelegen. Zur Investitionstätigkeit vermerkt die APG konkrete Zahlen: Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro im Jahr 2026 (2025: 595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro). Insgesamt werde APG bis 2034 rund 9 Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren, so die Meldung.

Begriffe erklärt: Regelzone APG, Redispatch, EABG, Laufwasserkraft, Photovoltaik, Windkraft

Regelzone APG: Die APG definiert die Regelzone als den Bereich, in dem sie die Regelzonenführerschaft innehat; das umfasst laut APG ganz Österreich mit Ausnahme je eines Korridors in Vorarlberg und Tirol. Die Regelzone bildet die operative Grundlage für Fahrplan- und Bilanzierungsprozesse.

Redispatch: Die APG beschreibt Redispatch-Maßnahmen als Instrumente des Engpassmanagements. In der Fußnote erläutert die APG, dass damit Überlastungen im Stromnetz verhindert werden, indem gezielte Eingriffe in den Kraftwerkspark in Österreich und den Nachbarstaaten sowie durch flexible Verbraucher erfolgen, um Leitungsüberlastungen zu vermeiden.

EABG (Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz): Die APG nennt den Parlamentsbeschluss vom 11. Juni 2026 und zitiert dazu Aussagen, die das Gesetz als Hebel für den koordinierten Ausbau von Erneuerbaren, Netzen und Speichern beschreiben.

Laufwasserkraft: In der APG‑Meldung wird Laufwasserkraft als Teil der Wasserkraft genannt; im Mai 2026 war die Laufwasserkraftproduktion so niedrig wie in keinem anderen Mai der letzten 25 Jahre, und sie war der größte Anteil an den im Redispatch abgeregelten erneuerbaren MWh (7.020 MWh).

Photovoltaik (PV) und Windkraft: Beide erneuerbaren Quellen sind in der APG‑Bilanz als Treiber des Ausgleichs aufgeführt: PV-Einspeisung stieg im Mai um rund 55 Prozent, Windkraft um rund 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Was die Zahlen laut APG bedeuten

Die APG fasst ihre Mai-Auswertung als Beispiel dafür zusammen, dass eine breit gestreute erneuerbare Stromerzeugung und eine leistungsfähige Netzinfrastruktur eine Rolle spielen. Die Meldung betont, dass die historisch niedrige Wasserkrafterzeugung durch Zugewinne bei Wind- und PV-Strom nahezu ausgeglichen worden sei.

Die APG führt darüber hinaus aus, dass ein koordinierter Ausbau von Stromnetzen, ausreichend Speicherkapazitäten und erneuerbarer Erzeugung erforderlich sei, um Produktionsschwankungen künftig abzufedern und volkswirtschaftlich schädliche Kollateralkosten, etwa durch Abregelungen oder Redispatching, mittel- und langfristig zu vermeiden. Dies wird in der Aussendung als Begründung für die Bedeutung von Netzinfrastruktur und beschleunigten Genehmigungsverfahren genannt.

FAQ zum Mai-Bericht der APG

Warum war die Wasserkraft im Mai 2026 so niedrig?

Die APG führt den Rückgang der Laufwasserkraftproduktion auf deutlich mehr Hitzetage, geringen Niederschlag und ausgesprochene Trockenheit im Mai 2026 zurück. Nach APG-Angaben war die Laufwasserkraftproduktion über den Monat gesehen so niedrig wie in keinem Mai der vergangenen 25 Jahre.

Wie stark haben PV und Wind die Verluste ausgeglichen?

Die APG nennt als Zahlen für den Vergleich mit dem Vorjahresmonat eine um rund 55 Prozent erhöhte PV‑Einspeisung und einen Anstieg der Windkraft um rund 31 Prozent. Insgesamt ergab sich laut APG per Saldo nur ein leichter Rückgang der erneuerbaren Erzeugung um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wie hoch war der Nettoimport bzw. gab es Exporttage?

Auf Basis der Fahrpläne ergab sich laut APG im Mai ein Nettoimport von 64 GWh. Die APG weist zudem darauf hin, dass an 13 Tagen Strom bilanziell ins Ausland exportiert wurde; zum Vergleich nennt sie für Mai 2025 einen Import von 106 GWh und 12 Tage mit bilanziellen Exporten.

Welche Auswirkungen hatte Redispatch im Mai 2026?

Im Mai waren an elf Tagen Eingriffe zur Lösung von Netzengpässen notwendig. Durch das Abregeln von erneuerbarer Erzeugung gingen 11.841 MWh verloren, davon entfielen 7.020 MWh auf Laufwasser und der Rest auf Wind. Die APG beziffert die dafür entstandenen Kosten im Mai auf 9,7 Millionen Euro.

Was sagt die APG zum EABG?

Die APG informiert, dass das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) am 11. Juni 2026 im Nationalrat beschlossen wurde. Vorstandssprecher Gerhard Christiner wird in der Meldung mit Aussagen zitiert, die das Gesetz als Hebel für den koordinierten Ausbau von Erneuerbaren, Netzen und Speichern beschreiben.

Welche Investitionen und Netzkennzahlen nennt die APG?

Die APG gibt eine Trassenlänge von etwa 3.500 km, ein Team von rund 1.000 Spezialist:innen und insgesamt 67 Umspannwerke an. Für 2026 nennt sie Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro und weist darauf hin, dass APG bis 2034 rund 9 Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren wird.

Quellen und Kontakt

Quelle: Austrian Power Grid AG (OTS‑Aussendung).

Kontakt Austrian Power Grid AG: Mag. Christoph Schuh, Leitung Corporate Communications & Reputation; Management/Unternehmenssprecher. Telefon: +43 50 320 56230; E‑Mail: christoph.schuh[at]apg.at; Website: https://www.apg.at.

Schlagworte

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