Innovationstag 2026 zeigt neue Wege für Prüfungen und Lehre im KI-Zeitalter
Die Ferdinand Porsche FERNFH setzt sich intensiv mit den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Hochschullehre auseinander.
Künstliche Intelligenz verändert die Hochschullandschaft grundlegend und stellt traditionelle Lehr- und Prüfungsformate auf den Prüfstand. Die Ferdinand Porsche FERNFH stellte sich diesen Herausforderungen beim diesjährigen Innovationstag I-DEE am 18. Februar 2026 und diskutierte intensiv über die Zukunft von Lehre und Prüfungen in Zeiten von KI.
Der jährlich hybrid stattfindende Innovationstag der FERNFH hat sich als wichtige Plattform für die Weiterentwicklung von Lehre, Didaktik und Innovation etabliert. Mit dem bewährten Format "20 Minuten Input, 20 Minuten Diskussion" entstand ein lebendiger Austausch zwischen Lehrenden und Mitarbeitenden aus verschiedenen Fach- und Studienbereichen.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand die zentrale Frage, wie Prüfen und Lehren in der Ära der Künstlichen Intelligenz gestaltet werden kann. Die Herausforderung liegt darin, neue technologische Möglichkeiten mit didaktischer und akademischer Verantwortung zu verbinden und dabei faire Leistungsbeurteilungen zu gewährleisten.
Generative KI stellt klassische Lehr- und Prüfungsformate grundsätzlich infrage. Die zentrale Diskussion drehte sich um die Definition dessen, was noch als "eigene Leistung" von Studierenden betrachtet werden kann. Diese Frage ist nicht nur technischer, sondern auch ethischer und pädagogischer Natur.
Mag. (FH) Axel Jungwirth, MEng, AKKM, Geschäftsführer der Ferdinand Porsche FERNFH, betont die strategische Bedeutung dieser Entwicklung: "Als Hochschule tragen wir Verantwortung für die Qualität und Zukunftsfähigkeit unserer Lehre. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist für uns nicht nur Herausforderung, sondern auch strategische Chance, um Studieninhalte, Prüfungsformate und Lernprozesse weiterzuentwickeln."
Die Diskussionen machten deutlich, dass sich die Anforderungen an Studierende fundamental wandeln. Neben fachlichem Wissen rücken Kompetenzen wie kritisches Denken, Anwendungskompetenz und reflektiertes Lernen in den Vordergrund. Diese Fähigkeiten sind sowohl für die berufliche Praxis als auch für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI unerlässlich.
Prof.in (FH) MMag.a Tanja Adamcik, stellvertretende Kollegiumsleitung, unterstreicht diesen Aspekt: "Die Beschäftigung mit KI regt dazu an, Lehre bewusst zu reflektieren, weiterzuentwickeln und auch neue Wege auszuprobieren. Im Zentrum stehen dabei nicht allein Prüfungsformate, sondern die Förderung zentraler Kompetenzen wie kritisches Denken, Anwendungskompetenz und reflektiertes Lernen."
Die Beiträge beim I-DEE 2026 deckten ein breites Spektrum ab - von praktischen Erfahrungen über technische Perspektiven bis hin zu ethischen und didaktischen Fragestellungen. Diese Vielfalt spiegelt die Komplexität der Herausforderungen wider, vor denen Hochschulen im KI-Zeitalter stehen.
Besonders interessant waren die Diskussionen darüber, wie Kompetenzen sichtbar gemacht und KI verantwortungsvoll in Lehrveranstaltungen integriert werden können. Dabei kristallisierte sich ein wichtiger Konsens heraus: Während KI durchaus Inhalte generieren kann, bleiben Begeisterung, Haltung und Reflexion zentrale menschliche Aufgaben in der Lehre.
Organisiert wurde der I-DEE von einem engagierten Team wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Lehrenden: Eszter Geresics-Földi MSc, BSc, Mag.a Nina Miklavc und Mag.a Dr.in Ada Sil Patterer, BA. Ihr Ziel war es, einen strukturierten Rahmen für fachübergreifende Diskussionen zur Weiterentwicklung von Lehre und Prüfungsformaten zu schaffen.
Das Organisationsteam hebt den besonderen Wert des interdisziplinären Austauschs hervor: "Der I-DEE bietet uns Lehrenden einen Raum für offenen Austausch und kritisches Hinterfragen, in dem unterschiedliche Fachbereiche voneinander lernen können. Als Organisatorinnen sehen wir es als unsere Aufgabe, Brücken zwischen Theorie und Praxis zu bauen und neue Ansätze für Prüfungen und Lehre im KI-Zeitalter zu diskutieren."
Die Initiative der FERNFH ist Teil eines größeren Trends in der österreichischen Hochschullandschaft. Immer mehr Bildungseinrichtungen erkennen die Notwendigkeit, sich aktiv mit den Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auseinanderzusetzen und proaktiv Lösungen zu entwickeln.
Die Fernlehre, wie sie die FERNFH praktiziert, ist dabei besonders prädestiniert für die Integration neuer Technologien. Die Erfahrungen mit digitalen Lehrformaten und die Flexibilität im Umgang mit verschiedenen Medien schaffen günstige Voraussetzungen für die KI-Integration.
Ein zentraler Aspekt der Diskussionen war die Qualitätssicherung in der Hochschullehre. Wie kann sichergestellt werden, dass der Einsatz von KI die Qualität der Ausbildung nicht beeinträchtigt, sondern verbessert? Diese Frage beschäftigt nicht nur die FERNFH, sondern die gesamte Hochschullandschaft.
Die Antwort liegt offenbar in einer durchdachten Integration von KI-Tools, die transparent kommuniziert und didaktisch sinnvoll eingesetzt werden. Dabei geht es nicht darum, KI zu verbieten oder unkritisch zu übernehmen, sondern einen verantwortungsvollen Mittelweg zu finden.
Der I-DEE 2026 machte deutlich, dass Hochschulen vor der Aufgabe stehen, KI verantwortungsvoll in Lehre und Prüfungen zu integrieren, anstatt sie zu verhindern. Standardlösungen wird es dabei nicht geben - jede Institution muss ihren eigenen Weg finden.
Zukunftsfähige Lehre entsteht dort, wo technologische Möglichkeiten mit didaktischer Qualität, transparenter Leistungsbeurteilung und klarer Kompetenzorientierung verbunden werden. Die menschlichen Aspekte der Bildung - Kreativität, kritisches Denken, ethische Reflexion - bleiben dabei unverzichtbar.
Die Veranstaltung verdeutlichte auch, dass die Integration von KI in die Hochschullehre ein kontinuierlicher Prozess ist, der ständige Anpassung und Weiterentwicklung erfordert. Die Technologie entwickelt sich rasant weiter, und Bildungseinrichtungen müssen flexibel genug sein, um mit diesem Wandel Schritt zu halten.
Gleichzeitig dürfen sie ihre grundlegenden Bildungsziele nicht aus den Augen verlieren. Es geht darum, Studierende nicht nur fachlich, sondern auch persönlich auf eine Zukunft vorzubereiten, in der KI eine wichtige Rolle spielen wird.
Die Ferdinand Porsche FERNFH zeigt mit ihrem Innovationstag, wie konstruktive Auseinandersetzung mit neuen Technologien aussehen kann. Durch offenen Dialog, kritische Reflexion und praktische Erprobung ebnet sie den Weg für eine Hochschullehre, die sowohl technologisch fortschrittlich als auch pädagogisch wertvoll ist.