Die österreichische Literaturszene feiert eine neue Preisträgerin: Karin Peschka erhält den „Literaturpreis der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans“ 2026.
Die österreichische Autorin Karin Peschka erhält den „Literaturpreis der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans“ 2026. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird im September 2026 von Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), im Haus der Industrie in Wien überreicht. Die unabhängige Jury würdigt Peschka als eine der eigenständigsten Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur und hebt insbesondere die sprachliche Präzision und die vielschichtige Darstellung scheinbar vertrauter Lebenswelten hervor.
Die Jury schreibt: „Die Romane und Erzählungen von Karin Peschka führen in eine Welt, die auf den ersten Blick durchaus vertraut wirkt, über kurz oder lang jedoch so ausgeleuchtet wird, dass ringsum Tiefen und Untiefen, manchmal sogar dystopische Kulissen sichtbar werden.“
In der Jurybegründung heißt es weiter: „Es ist vor allem die Sprache, die diese Bücher auszeichnet, eine Sprache, die sich oft und oft mit Andeutungen begnügt, die nie ausschweifend oder gar hochstilisiert, vielmehr ziemlich nüchtern oder auch mit feiner Ironie sich in Szene setzt, zum einen unmissverständlich, wo sonst so gern zugeschwiegen wird, zum andern versiert zurückhaltend, wo sonst viel zu viel geschwätzt wird: Eine ganz und gar eigene, selbstbewusste Stimme in der österreichischen Gegenwartsliteratur.“
Karin Peschka, geboren 1967, ist in Eferding (Oberösterreich) aufgewachsen. Sie besuchte die Sozialakademie Linz und arbeitete unter anderem mit alkoholkranken Menschen und arbeitslosen Jugendlichen sowie mehrere Jahre im Bereich Onlineredaktion und Projektorganisation. Peschka publizierte in diversen Anthologien, schrieb Kolumnen für oe1.ORF.at und veröffentlichte bislang sieben Bücher, sechs davon im Otto Müller Verlag. Ihr Debütroman Watschenmann wurde für die Bühne adaptiert. Zuletzt erschienen die Bücher Bruckners Affe (Ein Theater. Und ein Essay) und Dschomba (Roman, 3. Auflage). 2025 folgte zudem der erste Lyrikband in der Edition Thurnhof: ab- und angesang, ein Langgedicht mit Offsetfarblithografien von Michael Hedwig.
Das Werk der Autorin wurde bereits mit etlichen Auszeichnungen bedacht. Für den österreichischen Buchpreis und die HOTLIST wurden ihre Bücher mehrfach nominiert. Sie finden sich außerdem regelmäßig auf der ORF-Bestenliste.
Der Preis wird jährlich auf Vorschlag einer unabhängigen Jury vergeben und richtet sich an Autorinnen und Autoren der jüngeren oder mittleren Generation mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Die Jury besteht aus em. Univ.-Prof. Dr. Johann Holzner, Dr. Manfred Müller und Barbara Neuwirth. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderem Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Christine Nöstlinger, Christoph Ransmayr, Olga Flor, Daniel Kehlmann, Christoph W. Bauer, Laura Freudenthaler sowie zuletzt Wolf Haas.
Ein Foto von Karin Peschka zum honorarfreien Download unter Angabe des Copyrights finden Sie HIER.