Die ORF/ARD-Serie wurde bei den New York Festivals ausgezeichnet. Der Preis zeigt, wie stark europäische Serien sind, wenn sie ein klares Konzept mutig erzählen.
Hundertdreizehn erhielt bei den New York Festivals TV & Film Awards den Grand Tower. Warum der Preis für ORF, ARD, Satel Film und hochwertige Serienproduktion relevant ist.
Die sechsteilige ORF/ARD-Dramaserie „Hundertdreizehn“ wurde bei den New York Festivals TV & Film Awards mit dem Grand Tower ausgezeichnet. Das ist mehr als eine schöne Branchenmeldung. Ein internationaler Preis für eine österreichisch-deutsche Koproduktion zeigt, dass europäische Serien dann besonders stark wirken können, wenn sie ein klares erzählerisches Konzept mit hoher handwerklicher Qualität verbinden.
Die Serie erzählt von einem katastrophalen Verkehrsunfall und den Leben, die dadurch miteinander verbunden werden. Der Titel bezieht sich auf die Idee, dass ein tödliches Ereignis nicht nur ein Opfer und eine Familie betrifft, sondern viele Menschen. Diese Zahl wird in der Serie zur erzählerischen Struktur: Aus einem Ereignis entstehen mehrere Perspektiven, Verletzungen, Entscheidungen und Folgen.
Die Branchenpublikation Media-Avataar berichtete über die Gewinner der New York Festivals Storytellers Gala 2026 und nennt „Hundertdreizehn“ beziehungsweise „One Hundred and Thirteen“ unter den Produktionen, die mit einem Grand Award ausgezeichnet wurden. Solche Preise sind nicht nur Trophäen. Sie funktionieren als internationale Sichtbarkeitsverstärker für Serien, Sender, Produktionsfirmen und Kreative.
Für den ORF ist das wichtig, weil öffentlich-rechtliche Serienproduktionen oft im Spannungsfeld zwischen nationalem Auftrag und internationalem Wettbewerb stehen. Ein Preis wie der Grand Tower zeigt, dass lokale oder europäische Stoffe international verstanden werden können, wenn sie emotional klar und formal überzeugend erzählt sind.
Der ORF berichtete bereits zum Start von Hundertdreizehn über die Ausstrahlung in ORF 1 und die Verfügbarkeit auf ORF ON. Die Serie ist eine Produktion von Windlight Pictures und Satel Film in Koproduktion mit ORF, WDR und ARD Degeto Film für die ARD. Sie setzt auf mehrere Ebenen: Ermittlungen, Angehörige, Betroffene und Menschen, deren Alltag durch den Unfall aus der Bahn gerät.
Dieses Prinzip ist anspruchsvoll, weil eine Serie mit vielen Perspektiven schnell zerfasern kann. Damit die Erzählung funktioniert, braucht sie einen starken Kern. Bei „Hundertdreizehn“ ist dieser Kern die Frage, wie weit die Wirkung eines einzelnen Ereignisses reicht. Das gibt der Serie eine klare Klammer und macht die Schicksale vergleichbar, ohne sie gleichzumachen.
Hochwertige Serien sind teuer. Sie brauchen Drehzeit, starke Besetzung, Entwicklung, Postproduktion und internationale Auswertbarkeit. Koproduktionen zwischen Sendern und Produktionsfirmen helfen, solche Projekte zu stemmen. Bei „Hundertdreizehn“ verbindet sich österreichische und deutsche Produktionslogik mit einem Stoff, der nicht an eine einzige Region gebunden ist.
Die Produktionsfirma Satel Film verweist in ihrer Meldung zur ORF-Premiere von Hundertdreizehn auf Hauptrollen, Handlungsebenen und die Zusammenarbeit von ORF und ARD-Partnern. Genau diese Bündelung ist typisch für ambitionierte Fernsehserien aus dem deutschsprachigen Raum: Sie sollen lokal verankert sein, aber über Landesgrenzen hinweg funktionieren.
Die Serie versammelt unter anderem Robert Stadlober, Patricia Aulitzky, Antonia Moretti, Harald Windisch, Cornelius Obonya, Lia von Blarer, Anna Schudt, Armin Rohde und Max von der Groeben. Eine solche Besetzung schafft Aufmerksamkeit, ist aber kein Selbstzweck. Bei einem multiperspektivischen Drama müssen die Figuren schnell glaubwürdig werden, weil jede Episode emotionale Last trägt.
Gerade deshalb kann der internationale Preis als Anerkennung für das Gesamtpaket gelesen werden: Stoffidee, Drehbuch, Regie, Schauspiel, Produktion und Sendervertrauen. Serienpreise entstehen selten nur durch einen einzelnen Star. Sie würdigen, dass viele Gewerke ein gemeinsames erzählerisches Ziel erreicht haben.
Die Sendereihe ist auf ORF ON abrufbar. Das ist für Serien wie „Hundertdreizehn“ besonders relevant, weil komplexe Erzählungen vom Nachsehen profitieren. Wer eine Episode verpasst oder Details noch einmal sehen will, braucht eine stabile Streaming-Verfügbarkeit. Für öffentlich-rechtliche Anbieter wird diese digitale Auswertung immer wichtiger.
Preise und Streaming verstärken sich dabei gegenseitig. Ein international ausgezeichneter Titel kann neue Zuschauerinnen anziehen, und die Plattform macht es einfacher, den Titel nach der linearen Ausstrahlung weiter zu entdecken. So verlängert sich die Lebensdauer einer Serie über den ursprünglichen Sendetermin hinaus.
Österreichische Serien konkurrieren nicht nur mit heimischen Programmen, sondern mit globalen Streamingproduktionen. Sichtbarkeit ist deshalb hart umkämpft. Ein internationaler Preis hilft, die Qualität einer Produktion auch außerhalb des vertrauten Marktes zu markieren. Das kann für künftige Koproduktionen, Verkäufe, Festivalpräsenz und Talente wichtig sein.
Für das Publikum bedeutet der Preis nicht automatisch, dass jede Person die Serie mögen muss. Er signalisiert aber: Hier wurde ein Stoff so umgesetzt, dass er international beachtet wird. Das ist für den öffentlich-rechtlichen Produktionsauftrag ein starkes Argument.
Ein Festivalpreis ersetzt keine Zuschauerentscheidung. Er sagt nicht, dass eine Serie für jeden Geschmack gemacht ist, und er beantwortet auch nicht allein die Frage nach Reichweite, Kosten oder langfristiger Wiederverwertung. Seine Stärke liegt in der fachlichen Anerkennung: Eine internationale Jury bewertet Handwerk, Erzählung, Inszenierung und Wirkung anders als der reine Quotenerfolg eines Sendetermins.
Gerade deshalb ist der Grand Tower für „Hundertdreizehn“ interessant. Die Serie ist kein leicht konsumierbares Format mit austauschbarem Krimistart, sondern ein Drama über Folgen, Schuld, Trauer und Verbindung. Dass ein solcher Stoff international ausgezeichnet wird, spricht für die Präzision der Umsetzung und für das Vertrauen der beteiligten Sender in ein anspruchsvolles Serienkonzept.
Öffentlich-rechtliche Sender stehen unter Druck, ihre Investitionen in fiktionale Programme zu erklären. Internationale Auszeichnungen liefern dafür keine vollständige Rechtfertigung, aber sie sind ein messbarer Qualitätsnachweis. Sie helfen, Produktionen gegenüber Publikum, Gremien und Partnern als kulturell relevante Arbeit sichtbar zu machen.
Für Koproduktionspartner kann ein Preis außerdem die künftige Zusammenarbeit erleichtern. Wenn eine Serie zeigt, dass ein Stoff aus dem deutschsprachigen Raum internationale Aufmerksamkeit bekommt, stärkt das ähnliche Projekte in der Entwicklung. Talente, Produktionsfirmen und Sender können sich darauf berufen, dass anspruchsvolle Stoffe nicht zwingend im lokalen Markt stecken bleiben müssen.
„Hundertdreizehn“ wurde bei den New York Festivals TV & Film Awards mit dem Grand Tower ausgezeichnet.
Die Serie erzählt, wie ein katastrophaler Verkehrsunfall das Leben vieler Menschen verändert und unterschiedliche Schicksale miteinander verbindet.
„Hundertdreizehn“ ist eine Produktion von Windlight Pictures und Satel Film in Koproduktion mit ORF, WDR und ARD Degeto Film für die ARD.
Die Serie lief in ORF 1 und ist über ORF ON als Sendereihe abrufbar.
Hinweis: Die folgenden Hintergründe stützen sich auf öffentlich zugängliche Informationen der jeweils genannten Organisationen. Die Original-OTS-Aussendung wird bewusst nicht als weiterführende Quelle verlinkt.
Kontakt: Informationen zur Serie über ORF ON und Satel Film.