Menschen & Mächte zeigt um 22.30 Uhr „Die Bomben des Franz Fuchs. Rechter Terror in Österreich“; danach „Im Schatten der RAF“
ORF strahlt am 8. Juli 2026 die „Menschen & Mächte“-Doku über Franz Fuchs (22.30 Uhr, ORF 2, ORF ON) aus; anschließende Sendung beleuchtet linken Terror und die Palmers-Entführung.
Am Mittwoch, dem 8. Juli 2026, zeigt die ORF-Reihe Menschen & Mächte die Dokumentation „Die Bomben des Franz Fuchs. Rechter Terror in Österreich“ von Georg Ransmayr und Gregor Stuhlpfarrer. Die Sendung ist laut ORF-Ankündigung um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON zu sehen. Im Anschluss, um 23.25 Uhr, läuft in der Sendereihe Gregor Stuhlpfarrers Dokumentation „Im Schatten der RAF. Linker Terror in Österreich“.
Die angekündigte Fuchs-Doku versammelt dem Ankündigungstext zufolge die wichtigsten Schlüsselpersonen zu einem der größten Kriminalfälle der Zweiten Republik. Dabei werden Aussagen von Beteiligten, audiovisuelle Archivstücke und auch akustisch nachgebildete Aussagen verwendet, um den Fall in seiner Zeit und seinen Dimensionen zu dokumentieren.
Die ORF-Ankündigung beschreibt den Beginn der Anschlagsserie mit einer Briefbombenreihe im Dezember 1993. In der Folge entwickelte sich "eine nie dagewesene Jagd der österreichischen Polizei auf ein Phantom" – gesucht wurde laut Text ein Bombenleger, der zunächst prominente Personen aus Politik und Gesellschaft ins Visier nahm, die sich für Flüchtlinge engagierten. Später richteten sich die Anschläge dem Text zufolge gegen die slowenische Volksgruppe in Kärnten und eine Roma-Gemeinde im Burgenland.
In der OTS-Meldung werden konkrete Opferzahlen genannt: Vier Menschen starben, 15 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Polizei tappten jahrelang im Dunkeln; erst im Oktober 1997 sei der Bombenbauer durch Zufall verhaftet worden. Es handelte sich um den Steirer Franz Fuchs aus dem Ort Gralla.
Die Sendungsmacher Georg Ransmayr und Gregor Stuhlpfarrer haben laut ORF-Ankündigung neue Interviews mit Schlüsselpersonen aus Polizei und Medien sowie mit einzelnen Opfern geführt. Zentrale Aussagen von Franz Fuchs, die auf "Hunderten Verhörprotokollseiten" erhalten seien, wurden demnach mit Hilfe von KI-Anwendungen akustisch nachgebildet. Zugleich wurden Fernseh- und Radioberichte aus dem multimedialen ORF-Archiv eingesetzt.
Der Ankündigung zufolge wird in der Dokumentation unter anderem offengelegt, dass Fuchs die Briefbomben-Sonderkommission der Polizei observierte.
Als Schlüsselereignis schildert die ORF-Meldung den 2. Oktober 1997 im Krankenhaus Wagna bei Leibnitz: Der Kriminalist Kurt Linzer, damals ein junger Briefbomben-Sonderermittler, traf erstmals auf Franz Fuchs. Der 46-Jährige saß laut Text in einem hermetisch abgeriegelten Teil des Krankenhauses; bei seiner Verhaftung hatte er sich am Vortag in selbstmörderischer Absicht beide Hände weggesprengt.
In den folgenden Verhören durch Kurt Linzer und Untersuchungsrichter Erik Nauta habe Fuchs nach Angaben der Ankündigung teils in Tränen ausgebrochen, technische Details preisgegeben, vieles aber auch abgestritten und sich wiederholt auf die "Bajuwarische Befreiungsarmee" (BBA) berufen, eine letztlich fiktive rechtsextreme Untergrundorganisation. Über die Verhöre zitiert die OTS-Meldung Kurt Linzer: "Er versuchte, seine Ideen und seine Motive immer so darzustellen, als sei er das eigentliche Opfer."
Die OTS-Aussage benennt den Anschlag von Oberwart im Februar 1995 als den traurigen Höhepunkt der Serie. Dort deponierte Fuchs laut Meldung die verheerende Bombe; das Motiv sei, so der Text, gewesen, dass er es nicht verkraftet habe, dass Behörden BBA-Bekennerschreiben lange nicht ernst genommen und zunächst gegen unbeteiligte Neo-Nazis ermittelt hätten. Dazu zitiert die Meldung Ex-Innenminister Karl Schlögl: "Es war tatsächlich so, dass anfangs mit Scheuklappen in eine bestimmte Richtung ermittelt wurde."
Die OTS-Ankündigung nennt exemplarisch Opfer und Verletzte: Den Polizisten Theo Kelz, der 1994 bei der Durchleuchtung einer Rohrbombe am Klagenfurter Flughafen beide Hände verlor; den Wiener Bürgermeister Helmut Zilk, der durch eine Briefbombe mehrere Finger verlor; die Flüchtlingshelferin Maria Loley; ORF-Moderatorin Silvana Meixner; sowie den Hartberger Stadtpfarrer August Janisch. Janisch wird im Text mit den Worten zitiert: "Damals ist wirklich ein Durchatmen möglich geworden, so nach dem Motto: Jetzt liegt endlich alles auf dem Tisch."
Die ORF-Ankündigung dokumentiert auch weiterhin bestehende Debatten über mögliche Mittäter. So wird Madeleine Petrovic, die frühere Grünen-Chefin und selbst Zielperson der Anschläge, mit der Aussage zitiert: "Ich glaube, dass Franz Fuchs Mittäter hatte." Der technische Gutachter beim Prozess, Ingo Wieser, wird mit den Worten wiedergegeben: "Meiner Meinung nach gab es eine Gruppe aus drei bis vier Personen, wobei Franz Fuchs der Bombenbauer war."
Demgegenüber wird der psychiatrische Prozess-Gutachter Reinhard Haller mit einer Gegenaussage zitiert: "Ich bin nachträglich zur festen Überzeugung gekommen, dass Fuchs ein Alleintäter war. Franz Fuchs war der Meinung, dass man alles selbst perfekt können muss, dass anderen immer Fehler passieren und dass eine Gruppe immer verschiedene Gefahrenmomente hat."
Briefbomben: Im OTS-Text werden die zu Beginn der Serie verschickten Sprengsätze als Briefbomben bezeichnet. Diese Sprengsätze wurden laut Meldung an prominente Adressaten ebenso wie an Gruppen wie die slowenische Volksgruppe und eine Roma-Gemeinde gerichtet.
Bajuwarische Befreiungsarmee (BBA): Die Meldung stellt die BBA als die von Fuchs selbst wiederholt genannte, letztlich fiktive rechtsextreme Untergrundorganisation dar. Fuchs berief sich dem Text zufolge während Verhören und auf Bekennerschreiben auf diese Gruppierung.
ORF-Archiv: Die OTS-Ankündigung nennt das multimediale ORF-Archiv als Quelle für Fernseh- und Radioberichte, die in der Dokumentation eingesetzt werden. Demnach werden historische Beiträge verwendet, um das politische Umfeld der 1990er Jahre zu dokumentieren.
KI-Anwendungen: Laut Meldung wurden für die Dokumentation zentrale Aussagen von Franz Fuchs, die in Verhörprotokollen erhalten sind, mit Hilfe von KI-Anwendungen akustisch nachgebildet. Die Ankündigung betont, dass gerade diese nachgebildeten Aussagen aus den Protokollen stammen.
Briefbomben-Sonderkommission: Die Polizei richtete laut Ankündigung eine Sonderkommission ein, die in der Folge die Ermittlungen koordinierte. Die Doku, so die Meldung, legt offen, dass Fuchs die Sonderkommission beobachtete.
Die ORF-Meldung nennt Datum und Uhrzeit der Ausstrahlung: 8. Juli 2026, 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON für „Die Bomben des Franz Fuchs. Rechter Terror in Österreich“. Die anschließende Dokumentation „Im Schatten der RAF. Linker Terror in Österreich“ beginnt laut Meldung um 23.25 Uhr und befasst sich mit dem politischen Klima der Spätphase des Kalten Kriegs und den Hintergründen der Palmers-Entführung.
Zur zweiten Doku heißt es in der Ankündigung, dass dort Bombenanschläge, Flugzeugentführungen und Lösegelderpressungen der 1970er Jahre sowie die Rolle Österreichs als Rückzugsgebiet für die westdeutsche Terrorszene thematisiert werden. Als Gesprächspartner werden unter anderem die deutsche "Palmers-Entführerin" Gabriele Rollnik, Ex-Innenminister Karl Blecha, Peter Pilz, Marlene Streeruwitz und die Schwester eines Mittäters aus Vorarlberg genannt.
Laut ORF-Ankündigung kombiniert die Dokumentation direkte Zeitzeugeninterviews mit archivalischem Bild- und Tonmaterial sowie akustisch nachgebildeten Verhörpassagen. Damit werden nach Angaben der Sendung sowohl Ermittlungsverläufe als auch mediale Reaktionen der 1990er Jahre dargestellt.
Die OTS-Meldung hebt ferner hervor, dass zentrale Aussagen aus Hunderten Verhörprotokollseiten stammen und dass die Macher noch einmal alle Schlüsselpersonen aus Polizei, Medien sowie einzelne Opfer zum Interview gebeten haben. Diese Zusammenstellung wird in der Ankündigung als Grundlage für die narrative Darstellung des Falls genannt.
1) Wann läuft die „Menschen & Mächte“-Doku über Franz Fuchs? Laut OTS-Ankündigung wird die Doku am 8. Juli 2026 um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON gesendet.
2) Wer hat die Doku produziert und wer sind die beteiligten Journalisten? Die Ankündigung nennt Georg Ransmayr und Gregor Stuhlpfarrer als Doku-Gestalter für „Die Bomben des Franz Fuchs. Rechter Terror in Österreich“; Gregor Stuhlpfarrer ist zudem Autor der anschließenden Sendung „Im Schatten der RAF“.
3) Welche Zeitspanne und welche Ereignisse umfasst die Dokumentation? Die OTS-Meldung verweist auf die Briefbombenserie ab Dezember 1993, die Verhaftung im Oktober 1997 sowie auf den Prozess und die Verurteilung von Franz Fuchs im März 1999; als zentrales Ereignis wird der Oberwart-Anschlag im Februar 1995 genannt.
4) Welche Quellen und Mittel werden in der Doku genutzt? Nach Angaben der Sendungsankündigung haben die Autoren Interviews mit Schlüsselpersonen geführt, das ORF-Archiv für TV- und Radioberichte genutzt und zentrale Verhöraussagen von Franz Fuchs mithilfe von KI-Anwendungen akustisch nachgebildet.
5) Welche kontroversen Fragen behandelt die Dokumentation? Die OTS-Meldung dokumentiert die anhaltende Debatte, ob Fuchs allein gehandelt hat oder Mittäter gehabt haben könnte, und zitiert sowohl Stimmen, die Mittäterschaft vermuten (Madeleine Petrovic, Ingo Wieser), als auch das Gutachten von Reinhard Haller, das Fuchs als Alleintäter sieht.
6) Welche inhaltlichen Schwerpunkte hat die anschließende Doku zu linker Gewalt? Die ORF-Ankündigung nennt als Schwerpunkte Bombenanschläge, Flugzeugentführungen und Lösegelderpressungen der 1970er Jahre sowie die Palmers-Entführung und die Rolle Österreichs als Rückzugsgebiet für Teile der westdeutschen Terrorszene.
Die Informationen in diesem Artikel beruhen auf der ORF-OTS-Aussendung zur Ausstrahlung der „Menschen & Mächte“-Dokumentationen. Weiterer Kontakt und Pressematerial werden in der Originalmeldung über die ORF-Presseplattform bereitgestellt: http://presse.ORF.at