Drei Jahre nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan haben Mädchen und Frauen viele Rechte verloren. Bei einer Filmvorführung und Diskussion in Wien berichteten die afghanische Botschafterin Manizha Bakhtari, Regisseurin Natalie Halla und SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner über die Lage und ihren Einsatz.
Drei Jahre nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan haben Mädchen und Frauen viele Rechte verloren. Was in Wien am Montag bei einer Filmvorführung und Diskussion im Filmcasino zur Sprache kam, bezog sich auf diese Entwicklung und auf den Einsatz für Frauenrechte.
Die afghanische Botschafterin in Wien, Manizha Bakhtari, vertritt ein Land, dessen alte Regierung geflohen ist und dessen Taliban-Regierung international nicht anerkannt wird. "Ich kämpfe an der Seite der afghanischen Mädchen und Frauen für ihre Rechte", so Bakhtari, die trotz finanzieller und logistischer Isolation ihre Arbeit als Botschafterin fortsetzt.
Mit ihrem "Daughters-Program" ermöglicht sie afghanischen Schulmädchen eine Ausbildung im Geheimen. Für ihren Einsatz für Frauen- und Menschenrechte wurde Manizha Bakhtari letztes Jahr im Rahmen des Österreichischen Frauenpreises geehrt.
Regisseurin Natalie Halla gestaltete, tief beeindruckt vom Mut und Engagement von Botschafterin Bakhtari, eine filmische Dokumentation, die über mehrere Jahre gedreht wurde. Halla begleitete Bakhtari bei ihrer Arbeit; der Film wurde mittlerweile in vielen Ländern gezeigt. "Meine Motivation war es, einen Film zu machen, der auf die dramatische Situation der Menschenrechte in Afghanistan aufmerksam macht, der berührt und zu Diskussionen anregt", so Halla.
"Wir tragen Verantwortung für die weltweiten Frauen- und Menschenrechte. Den Mädchen und Frauen in Afghanistan geht es von Tag zu Tag schlechter. Das zeigt sich beim Verwehren des Zugangs zu Bildung, bei Berufsverboten und bei der täglichen Gewalt, die Teil ihres Lebens ist. Auch existenzielle Gesundheitsleistungen für Frauen sind beinahe kaum noch vorhanden", so SPÖ-Frauenvorsitzende und Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung Eva-Maria Holzleitner. Holzleitner bedankte sich bei Botschafterin Manizha Bakhtari für ihre Arbeit, die sie unter schwierigsten Bedingungen fortsetzt, für ihren Einsatz und ihren Mut.
"Wir müssen unsere Hoffnung zurückzugewinnen", so Botschafterin Manizha Bakhtari.
SERVICE – Fotos der Veranstaltung finden Sie unter: https://www.flickr.com/photos/47388021@N08/albums/72177720333085516/