IG Windkraft kritisiert drastische Reduktion der Beschleunigungsgebiete
Trotz anhaltender Gaskrise reduziert Oberösterreich erneut die Flächen für Windenergie-Ausbau. Nur 0,18 statt 1 TWh bis 2030 umsetzbar.
Die IG Windkraft Österreich kritisiert eine kürzlich in Begutachtung geschickte Verordnung, die die Beschleunigungsgebiete für Windenergie in Oberösterreich erneut verkleinert.
Die vorgeschlagenen Rahmenbedingungen ermöglichen bis 2030 lediglich 0,18 Terawattstunden zusätzlichen Windstrom in den ausgewiesenen Beschleunigungsgebieten. Diese Zahl liegt weit unter der Zielsetzung von 1 Terawattstunde (1 TWh) Windstromerzeugung bis 2030. "Gerade in der aktuellen Energiekrise ist es unverständlich, dass nicht alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um die Abhängigkeit von fossiler Energie zu verringern und Versorgungssicherheit für Bevölkerung und Wirtschaft zu schaffen", sagt Florian Maringer, Geschäftsführer der IG Windkraft.
Die IG Windkraft bezeichnet den vorliegenden Begutachtungsentwurf aus dem Ressort von Energielandesrat Achleitner als mit "zweifelhaften Begründungen" versehen und fordert, die Begutachtungsphase zu nutzen, um an Versorgungs- und Planungssicherheit für Haushalte und Wirtschaft zu arbeiten. "Oberösterreich hat eine international wettbewerbsfähige Industrie und hunderttausende Haushalte, die langfristig sichere und vor allem leistbare Energie brauchen", so Maringer.
Rund zwei Drittel des jährlichen Windstroms werden demnach im Winterhalbjahr erzeugt, also zu einer Zeit, in der Wasser und Sonne nur eingeschränkt liefern. Die IG Windkraft hebt dies als Beitrag zur Stabilität und Versorgungssicherheit hervor.
Ein modernes Windrad liefert laut IG Windkraft genug Strom für rund 5.200 Haushalte. Oberösterreich hat nach Angaben der IG Windkraft große Windenergiepotenziale von bis zu 8 TWh, von denen ein Teil bereits Stabilität und Sicherheit für heimische Unternehmen und Bürger:innen bringen kann.
Die IG Windkraft ist die Interessenvertretung der österreichischen Windbranche. Heimische Windräder versorgen nach Angaben der IG Windkraft bereits rund 2,75 Millionen Haushalte mit Strom. Einer repräsentativen Umfrage zufolge befürworten 83 % der Österreicher:innen den Ausbau der Windenergie. Die IG Windkraft repräsentiert rund 180 in den Regionen verankerte, meist mittelständische Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und gibt die Beschäftigtenzahl der Branche mit etwa 8.000 an.
Nach Angaben der IG Windkraft hat die österreichische Windbranche in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 1,2 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet.