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Holz als Schlüsselrohstoff: Waldverband fordert neue Strategie

LKÖ und Waldverband sehen ungenutztes Potenzial beim klimafreundlichen Rohstoff Holz

20. März 2026 um 08:52
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Zum Tag des Waldes fordern Landwirtschaftskammer und Waldverband eine eigene Zukunftsstrategie und bessere Nutzung der Holz-Potenziale.

Anlässlich des Internationalen Tags des Waldes am 21. März haben die Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) und der Waldverband Österreich deutliche Forderungen für die Zukunft der heimischen Forstwirtschaft erhoben. Das diesjährige Motto "Wirtschaftlichkeit" nehmen LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger und Waldverbandsobmann Matthias Granitzer zum Anlass, auf die ungenutzten Potenziale des "Multitalent-Rohstoffs" Holz hinzuweisen.

Wälder als unterschätzte Alleskönner

"Den wenigsten Menschen ist bewusst, welche unverzichtbaren Leistungen unsere Wälder erbringen", betont Moosbrugger. Die österreichischen Wälder fungieren nicht nur als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsräume, sondern auch als natürliche Schutzbarrieren und Klimaanlagen. Diese Vielfältigkeit macht sie zu einem der wertvollsten Ökosysteme des Landes.

Doch trotz ihrer enormen Bedeutung sehen sich die Waldbäuerinnen und Waldbauern mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert. "Wir müssen nicht nur die Potenziale von Holz in allen Bereichen verstärkt nützen, sondern auch weitere Zukunftsinvestitionen in unsere Wälder tätigen", so die einhellige Meinung der beiden Verbandsvertreter.

Kostendruck überschattet Preisanstiege

Die wirtschaftliche Situation der Waldbesitzer ist trotz scheinbar attraktiver Holzpreise der letzten Jahre angespannt. "Die Holzpreise mögen auf den ersten Blick brauchbar erscheinen, allerdings hat die Teuerung in der Waldbewirtschaftung diverse Preissteigerungen mehr als aufgefressen", erklärt Moosbrugger das Dilemma.

Das Kernproblem liegt nicht bei den erzielbaren Preisen, sondern bei den explodierenden Kosten. "Wir haben kein Preis-, sondern ein Kostenproblem", analysiert der LKÖ-Präsident. Diese Entwicklung bereitet ihm große Sorgen, zumal in Österreich hunderttausende Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Forst- und Holzwirtschaft abhängen.

Treibstoffkosten als Wettbewerbsnachteil

Ein besonderer Dorn im Auge der Waldwirtschaft sind die hohen Treibstoffkosten. Während Moosbrugger das Bemühen der Regierung um eine Spritpreisbremse anerkennt, fordert er dennoch eine grundlegende Reform der Treibstoffbesteuerung für land- und forstwirtschaftliche Betriebe.

"Zur Wirtschaftlichkeit gehört, dass unsere Betriebe gegenüber den Mitbewerbern anderer Länder wettbewerbsfähig werden – und dazu gehören vergleichbare Treibstoffkosten", argumentiert er. Die derzeitige Benachteiligung österreichischer Betriebe bei der Treibstoffbesteuerung müsse im Sinne der Versorgungssicherheit rasch beseitigt werden.

Waldfonds als Zukunftsinvestition

Trotz des allgemeinen Sparbedarfs der Regierung sprechen sich beide Verbände vehement für die Beibehaltung des Waldfonds aus. Dieses Instrument sehen sie als zentral für die Krisenbewältigung und als unverzichtbare Zukunftsinvestition in widerstandsfähige, klimafitte Wälder.

Moosbrugger untermauert diese Forderung mit konkreten Zahlen: "Investitionen in Schutzwald etwa sind um den Faktor 100 günstiger als technische Schutzmaßnahmen." Dabei seien die menschlichen Kosten bei Naturkatastrophen noch gar nicht eingerechnet.

Integration in die österreichische Industriestrategie

Neben einer eigenen Zukunftsstrategie für die Land- und Forstwirtschaft – ähnlich der bestehenden Industriestrategie – sehen die Verbände auch konkrete Ansatzpunkte für Holz in der allgemeinen Industriestrategie Österreichs.

"Als Waldbäuerinnen und Waldbauern und somit Bereitsteller dieses vielseitig einsetzbaren Rohstoffs verstehen wir uns als Schlüsselpartner der Verarbeitung, sprich der Industrie", betont Granitzer. Besonders in den strategischen Bereichen Rohstoffsouveränität und Bioökonomie sieht er enormes Potenzial.

Ersatz fossiler durch erneuerbare Rohstoffe

Die verstärkte Nutzung von Holz als Ersatz für fossile Rohstoffe könnte die Widerstandsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsstandorts Österreich erhöhen. "Die damit verbundenen Potenziale erhöhen zudem die Widerstandsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsstandorts Österreich", hebt Granitzer hervor.

Für die optimale Nutzung dieser Stärken des Forst-Holz-Sektors brauche es jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen. Im Fokus müssten dabei vor allem die nachhaltige Waldbewirtschaftung, die Weiterentwicklung biobasierter Innovationen, die Stärkung europäischer Wertschöpfungsketten und wettbewerbsfähige Energiepreise stehen.

Kampf gegen die Fossillobby

Der Waldverband positioniert sich klar als Partner für die Transformation hin zu einer klimafitten, innovationsorientierten und widerstandsfähigen Industrie. Diese Transformation soll auf Basis der verantwortungsvoll bewirtschafteten, heimischen und nachwachsenden Ressource Wald erfolgen.

Gleichzeitig verwahren sich beide Verbände gegen Kritik aus der Fossilindustrie. "Wir wehren uns gegen die ständigen Versuche der Fossil-Lobby, unsere nachhaltige Waldbewirtschaftung und den Einsatz des genialen, klimafreundlichen Rohstoffs Holz in ein falsches Licht zu rücken", stellt Moosbrugger klar.

Wissenschaft und Hausverstand gefordert

Neben der Unterstützung durch eine faktenbasierte Wissenschaft fordert der LKÖ-Präsident auch "mehr Hausverstand in den Analysen". Die Vorteile der nachhaltigen Holzwirtschaft seien bei objektiver Betrachtung eindeutig erkennbar.

Wirtschaftsfaktor Wald

Die Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft für Österreich kann kaum überschätzt werden. WIFO- und Economica-Studien belegen die erhebliche Wertschöpfung und die hunderttausenden Arbeitsplätze, die direkt oder indirekt von diesem Sektor abhängen.

Darüber hinaus leistet Holz als klimafreundlicher Rohstoff einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Als "Multitalent unter den Rohstoffen" kann es in verschiedensten Bereichen eingesetzt werden – von der Bauindustrie über die Energiegewinnung bis hin zur chemischen Industrie.

Ausblick: Potenziale noch nicht ausgeschöpft

Die Forderungen von LKÖ und Waldverband zeigen deutlich: Österreichs Wälder und der Rohstoff Holz haben noch lange nicht ihr volles Potenzial ausgeschöpft. Mit den richtigen politischen Rahmenbedingungen, angemessenen Investitionen und einer strategischen Herangehensweise könnte der Sektor eine noch wichtigere Rolle in der österreichischen Wirtschaft spielen.

Der Internationale Tag des Waldes unter dem Motto "Wirtschaftlichkeit" wird somit zum Aufruf, die vielfältigen Möglichkeiten dieses nachhaltigen Rohstoffs endlich vollständig zu erkennen und zu nutzen. Für eine klimafitte Zukunft Österreichs ist der Wald mehr denn je ein unverzichtbarer Partner.

Schlagworte

#Forstwirtschaft#Holzwirtschaft#Klimaschutz#Landwirtschaftskammer#Waldverband#Nachhaltigkeit#Bioökonomie

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