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Holz als Schlüssel für Österreichs Wirtschaftssouveränität

Tag des Waldes rückt strategische Bedeutung heimischer Rohstoffe in den Fokus

19. März 2026 um 13:22
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Zum Internationalen Tag des Waldes betont die Holzbranche die zentrale Rolle heimischer Ressourcen für Österreichs Unabhängigkeit und Resilienz.

Am 21. März wird weltweit der Internationale Tag des Waldes begangen, der heuer unter dem Motto "Wälder und Wirtschaft" steht. Für Österreich als waldreiches Land rückt dabei eine zentrale Frage in den Fokus: Wie kann der heimische Rohstoff Holz zur wirtschaftlichen Souveränität des Landes beitragen?

Heimische Ressourcen in Zeiten globaler Unsicherheit

Die jüngsten weltweiten Krisen haben deutlich gemacht, wie vulnerabel globale Lieferketten sein können. In diesem Kontext gewinnt der nachwachsende Rohstoff Holz als heimische Alternative zu fossilen Materialien und importabhängigen Energieträgern zunehmend an strategischer Bedeutung. Österreich verfügt über außergewöhnlich große und qualitativ hochwertige Holzvorkommen, die durch nachhaltige Waldbewirtschaftung kontinuierlich nachwachsen.

"Holz ist ein strategisch wichtiger Rohstoff für Österreich. Es verbindet Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und wirtschaftliche Stabilität", erklärt Konrad Mylius, Vorsitzender der Kooperationsplattform Forst-Holz-Papier. "Wenn wir die wirtschaftliche Souveränität Europas stärken wollen, müssen wir jene Ressourcen nutzen, die im eigenen Land nachhaltig verfügbar sind und industriell verarbeitet werden können."

Die Vielseitigkeit von Holz als Rohstoff zeigt sich in seinen zahlreichen Anwendungsbereichen: vom modernen Holzbau über innovative biobasierte Werkstoffe bis hin zur nachhaltigen Energie- und Wärmeversorgung. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen in heimischen Unternehmen hochwertige Holzprodukte, Papier- und Verpackungsmaterialien.

Industriestrategie 2035: Holzsektor als zentraler Partner

Im Januar 2025 stellte die österreichische Bundesregierung die Industriestrategie Österreich 2035 vor. Diese ambitionierte Strategie verfolgt das Ziel, die wirtschaftliche Souveränität Österreichs zu sichern und die globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Dabei formuliert die Regierung einen klaren Anspruch an Resilienz, Innovationskraft und strategische Autonomie in Europa.

Die Kooperationsplattform Forst-Holz-Papier (FHP) begrüßt diese strategische Ausrichtung und positioniert sich als zentraler Partner bei der Umsetzung. Besonders in den Bereichen Bioökonomie, Rohstoffsouveränität und industrielle Resilienz sieht die Branche großes Potenzial für Synergien.

Als konkrete Antwort auf die Industriestrategie haben die Spitzenvertreter der Kooperationsplattform die "FHP-Position zur Industriestrategie Österreich 2035" entwickelt, die spezifische Vorschläge für den österreichischen Holzsektor enthält.

"Seit Jahrzehnten entwickelt die Wertschöpfungskette Holz gemeinsam mit der Politik die nachhaltige Rohstoffnutzung und die Bioökonomie weiter", betont Mylius. "Diese gewachsene Partnerschaft bildet eine solide Grundlage, um auch die Umsetzung der Industriestrategie 2035 aktiv mitzugestalten."

Stärken stärken: Rahmenbedingungen für Holzland Österreich

Die Weiterentwicklung des Holzsektors kann einen wesentlichen Beitrag zur industriellen Resilienz und Unabhängigkeit Österreichs leisten. Dabei gilt der Grundsatz, bestehende Stärken zu stärken und in der Flächenwirkung auszubauen. Dafür sind jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen erforderlich.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung fördern

Ein zentraler Baustein ist die Förderung nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Hier spielt eine angemessene künftige Dotierung des Waldfonds eine wichtige Rolle, um die Wälder fit für die klimatischen Herausforderungen der Zukunft zu machen.

Wettbewerbsfähige Energiepreise sicherstellen

International wettbewerbsfähige Energiepreise und eine sichere Energieversorgung sind essentiell für die Holzindustrie. Die Verlängerung des Standortabsicherungsgesetzes und die rasche Umsetzung des Industriestrompreises werden als wichtige Maßnahmen gesehen, um die Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Holzwirtschaft zu erhalten.

Innovation und Beschaffung stärken

Biobasierte Materialinnovationen sowie holzbasierte Lösungen sollten stärker in Forschungs-, Innovations- und Beschaffungsprogramme integriert werden. Dies würde nicht nur die Innovationskraft der Branche stärken, sondern auch neue Märkte erschließen.

Europäische Integration bei regionaler Verankerung

Die österreichische Wertschöpfungskette Holz zeichnet sich durch eine besondere Kombination aus: Sie ist tief in europäische Wirtschafts- und Forschungsnetzwerke integriert und zugleich stark regional in Österreich verankert. Diese Dualität macht sie zu einem stabilisierenden Faktor für die heimische Volkswirtschaft.

Die Zahlen sprechen für sich: Mit Exportquoten von rund 70 Prozent in der Holzindustrie und 87 Prozent in der Papierindustrie sowie einem Außenhandelsüberschuss von etwa 4,5 Milliarden Euro leistet der Holzsektor einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität der österreichischen Wirtschaft.

Regionalwirtschaftliche Bedeutung

Besonders bemerkenswert ist die regionalwirtschaftliche Dimension: Ein großer Teil der Wertschöpfung und Beschäftigung entsteht in ländlichen Regionen. Dies stärkt nicht nur regionale Betriebe, sondern schafft auch wirtschaftliche Perspektiven abseits der urbanen Zentren - ein wichtiger Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Klimaschutz und Wirtschaft vereinen

Die Holzwirtschaft verkörpert wie kaum eine andere Branche das Prinzip der Nachhaltigkeit. Durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder wird nicht nur ein kontinuierlicher Rohstoffnachschub sichergestellt, sondern auch aktiver Klimaschutz betrieben. Holz bindet während seines Wachstums CO2 und speichert es langfristig in Holzprodukten.

Diese Verbindung von Klimaschutz und wirtschaftlicher Wertschöpfung macht Holz zu einem idealen Rohstoff für eine nachhaltige Wirtschaft. Gleichzeitig bietet die Holzwirtschaft Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen - von nachhaltigen Baustoffen bis hin zu erneuerbaren Energien.

Zukunftsperspektiven für den Holzstandort Österreich

Der Internationale Tag des Waldes 2025 unterstreicht die strategische Bedeutung des Rohstoffs Holz für Österreichs wirtschaftliche Zukunft. In einer Zeit, in der Rohstoffsouveränität und Versorgungssicherheit wieder zentrale politische Themen geworden sind, bietet die heimische Holzwirtschaft konkrete Lösungsansätze.

Die Kooperationsplattform Forst-Holz-Papier, die seit 2005 als branchenübergreifende Plattform die Akteure der österreichischen Forst-, Holz- und Papierwirtschaft vernetzt, sieht sich gut positioniert, um gemeinsam mit der Politik die Weichen für eine resiliente und nachhaltige Wirtschaft zu stellen.

Die Botschaft zum Tag des Waldes ist klar: Österreich verfügt mit seinem Holzreichtum über einen strategischen Rohstoff, der Klimaschutz, wirtschaftliche Stabilität und regionale Wertschöpfung miteinander verbindet. Die Aufgabe besteht nun darin, diese natürlichen Ressourcen optimal zu nutzen und dabei die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder für künftige Generationen zu gewährleisten.

Schlagworte

#Holzwirtschaft#Nachhaltigkeit#Österreich#Klimaschutz#Regionalwirtschaft

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