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BMIMI forciert Gleichstellung als Innovationstreiber

Neue Praktika und Diversitäts-Initiativen sollen Frauen in Tech-Berufen stärken

8. März 2026 um 08:52
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Ministerium erreicht 50:50-Geschlechterverteilung und startet "Go! Tech"-Praktika für AHS-Absolventinnen in Schlüsseltechnologien.

Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) macht ernst mit der Gleichstellung und setzt dabei auf einen umfassenden Ansatz: Von neuen Berufsorientierungsprogrammen bis hin zu strukturellen Veränderungen in der Unternehmenskultur. Minister Peter Hanke sieht darin einen entscheidenden Innovationsfaktor für Österreich.

Ministerium als Vorbild: Echte Parität erreicht

Das BMIMI geht mit gutem Beispiel voran: Alle vier Sektionen werden von Frauen geführt, 42 Prozent der Leitungspositionen sind weiblich besetzt, und bei der Gesamtbelegschaft wurde eine echte 50:50-Verteilung zwischen Frauen und Männern erreicht. Diese Zahlen zeigen, dass Gleichstellung in der öffentlichen Verwaltung durchaus umsetzbar ist.

"Innovation, ob in der Forschung oder der Mobilität, entsteht durch den Austausch von Ideen und den Wechsel von Perspektiven", erklärt Minister Hanke anlässlich des Internationalen Frauentages. Seiner Ansicht nach sind diese Perspektiven jedoch noch zu oft männlich geprägt und damit einseitig.

"Go! Tech"-Praktika: Neue Wege in die Technologie

Ab 2026 startet das Ministerium eine innovative Initiative: Über die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) werden drei- bis sechsmonatige Orientierungspraktika für AHS-Absolventinnen in Schlüsseltechnologien ausgeschrieben. Das "Go! Tech"-Programm zielt besonders darauf ab, junge Frauen für Berufsfelder zu begeistern, in denen sie heute noch unterrepräsentiert sind.

Der Bedarf für solche Programme ist evident: Studien belegen, dass nur die Hälfte der Jugendlichen vor der Matura ausreichend über Studienmöglichkeiten informiert ist. Die Berufswahl bleibt stark von familiären Erfahrungen und klassischen Schulfächern geprägt. "Wir müssen Perspektiven eröffnen, bevor Entscheidungen fallen", betont Hanke. "Go! Tech gibt jungen Frauen einen realen Einblick in die Technologiewelt – hinter die Kulissen der Industrie."

Diversitec: Kulturwandel in Unternehmen fördern

Mit der Initiative "Diversitec" unterstützt das BMIMI Forschungs-, Technologie- und Innovationsunternehmen (FTI) dabei, die Potenziale diverser Teams als strategischen Erfolgsfaktor zu erkennen. Das Programm bietet Evidenz, Tools und Best Practices und wird durch eine gleichnamige FFG-Förderung finanziell unterstützt.

"Gleichstellung ist genauso wie Innovation ein Kulturthema", sagt Hanke. "Wir müssen Frauen, die sich für Technologie entscheiden, auch in diesen Berufen halten." Dieser Ansatz zielt darauf ab, nicht nur mehr Frauen für technische Berufe zu gewinnen, sondern auch die Arbeitsumgebung so zu gestalten, dass sie langfristig in diesen Bereichen tätig bleiben.

Umfassendes Maßnahmenpaket im FTI-Bereich

Das Ministerium setzt auf ein breites Spektrum an Gleichstellungsmaßnahmen:

  • Studentinnen-Praktika zur frühen Förderung
  • Unterstützung industrienaher Dissertationen
  • Stärkung des Anteils weiblicher Projektleitungen
  • Erhöhung der Zahl von Begutachterinnen
  • Verpflichtende Berücksichtigung von Gleichstellungszielen in Leistungs- und Finanzierungsvereinbarungen

Bei staatlichen Beteiligungen wie dem Austrian Institute of Technology (AIT), der Silicon Austria Labs (SAL) und der FFG wird auf eine ausgewogene Geschlechterverteilung in Vorstands- und Aufsichtsratsgremien geachtet.

Mobilitätssektor: Noch deutlicher Nachholbedarf

Im Mobilitätsbereich zeigen sich die Herausforderungen besonders deutlich: Der Frauenanteil beträgt nur rund 26 Prozent, in Führungspositionen sogar nur 23 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen den erheblichen Handlungsbedarf in einem Sektor, der für die Zukunft Österreichs von zentraler Bedeutung ist.

"Women in Transport" als EU-weite Initiative

Im Rahmen der EU-weiten Plattform "Women in Transport" arbeitet das BMIMI daran, die Sichtbarkeit von Frauen in Mobilitätsunternehmen zu erhöhen. Durch Best-Practice-Beispiele sollen andere Unternehmen motiviert werden, den Frauenanteil sowohl bei den Beschäftigten als auch in Führungspositionen zu steigern.

Diese internationale Vernetzung ermöglicht es, bewährte Praktiken aus anderen EU-Ländern zu übernehmen und gleichzeitig österreichische Erfolgsmodelle zu teilen.

Geschlechtergerechte Verwaltung: Neuer Leitfaden als Hilfestellung

Ende 2025 veröffentlichte das BMIMI den Leitfaden "Geschlechtergerecht fair-walten", der sich an die seit 25 Jahren in Österreich bestehende Gender Mainstreaming-Strategie anlehnt. Das Dokument bringt Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern die wesentlichen Anwendungsfelder von Gender Mainstreaming und Budgeting näher.

Der Leitfaden enthält konkrete Best-Practice-Beispiele aus dem BMIMI und soll anderen Verwaltungseinheiten als Orientierung dienen. Gender Mainstreaming bedeutet dabei, bei allen politischen und administrativen Entscheidungen die unterschiedlichen Auswirkungen auf Frauen und Männer systematisch zu berücksichtigen.

Gleichstellung als kontinuierlicher Prozess

Minister Hanke betont, dass Gleichstellung kein abschließbares Projekt, sondern eine grundlegende Haltung sei: "Nachhaltiger Fortschritt entsteht dort, wo Talente unabhängig vom Geschlecht ihre Wirkung entfalten können – in Mobilität, Forschung und Technologie ebenso wie in der Verwaltung."

Der Internationale Frauentag diene zwar als wichtige Erinnerung, doch Gleichberechtigung sei ein Ziel, für das täglich eingetreten werden müsse. Diese Aussage unterstreicht den langfristigen und systematischen Ansatz des Ministeriums.

Wirtschaftliche Bedeutung der Gleichstellung

Die Initiativen des BMIMI basieren nicht nur auf dem Grundsatz der Gerechtigkeit, sondern auch auf wirtschaftlichen Überlegungen. Diverse Teams und inklusive Arbeitsumgebungen führen nachweislich zu nachhaltigeren und inklusiveren Lösungen. In einer zunehmend komplexen und vernetzten Welt werden unterschiedliche Perspektiven zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Für Österreich als innovationsorientierten Standort bedeutet dies, dass das volle Potenzial aller Talente genutzt werden muss – unabhängig vom Geschlecht. Die demografische Entwicklung verstärkt diese Notwendigkeit zusätzlich: In Zeiten des Fachkräftemangels kann es sich das Land nicht leisten, auf die Kompetenzen und Ideen der Hälfte der Bevölkerung zu verzichten.

Ausblick: Struktureller Wandel als Ziel

Die Maßnahmen des BMIMI zielen auf einen grundlegenden strukturellen Wandel ab. Von der Berufsorientierung über die Ausbildung bis hin zur Unternehmenskultur sollen alle Ebenen erfasst werden. Dieser ganzheitliche Ansatz ist notwendig, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken.

Die Erfolge im eigenen Ministerium zeigen, dass echte Gleichstellung möglich ist. Nun gilt es, diese Erfahrungen auf die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft zu übertragen. Die neuen Initiativen wie "Go! Tech" und "Diversitec" sind wichtige Schritte in diese Richtung.

Gleichzeitig wird deutlich, dass Gleichstellung nicht nur ein gesellschaftliches, sondern auch ein wirtschaftliches Gebot ist. Ein innovationsstarker Standort braucht alle verfügbaren Talente und Perspektiven – und das bedeutet: Österreich braucht Frauen in Forschung, Technologie und Mobilität.

Schlagworte

#Gleichstellung#Innovation#Frauen in der Technik#BMIMI#Gender Mainstreaming

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