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Wien verbietet aggressive "Mozartverkäufer" in der Innenstadt

Neue Platzverbotsverordnung soll Touristen schützen und fairen Wettbewerb fördern

5. März 2026 um 18:02
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Wirtschaftsstadträtin Novak kündigt strengere Regeln gegen aufdringliche Verkaufspraktiken in der Wiener City an.

Die Stadt Wien geht mit einer neuen Verordnung gegen aggressive Verkaufspraktiken in der Innenstadt vor. Besonders die sogenannten "Mozartverkäufer" - Personen, die Touristen aufdringlich Konzerttickets oder kulturelle Dienstleistungen anbieten - sollen durch gezielte Platzverbote reguliert werden.

Reaktion auf zunehmende Beschwerden

Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ) begründet die Maßnahme mit einer steigenden Zahl von Beschwerden über aggressive Ansprache im öffentlichen Raum. "Mit der vorgelegten Verordnung zur Einführung gezielter Platzverbote gegen aggressive Verkaufspraktiken in der Innenstadt setzen wir einen wichtigen Schritt zu mehr Rechtssicherheit, fairen Wettbewerbsbedingungen und einer spürbaren Verbesserung des Aufenthaltsgefühls für alle Touristinnen und Besucherinnen", erklärt die Stadträtin.

Die Problematik der aufdringlichen Straßenverkäufer ist in Wien nicht neu. Vor allem in touristisch frequentierten Gebieten wie der Inneren Stadt, rund um den Stephansdom oder in der Nähe von Schloss Schönbrunn haben sich in den vergangenen Jahren Personen etabliert, die oft in historischen Kostümen Touristen ansprechen und Konzerttickets verkaufen. Dabei kommt es immer wieder zu Situationen, die von Besuchern als belästigend empfunden werden.

Schutz für seriöse Gewerbetreibende

Die neue Zonierungs- und Platzverbotsverordnung soll nicht nur Touristen schützen, sondern auch seriöse Gewerbetreibende entlasten. Diese seien durch die aggressiven Verkaufsmethoden unter Druck geraten, da sie mit unlauteren Praktiken konkurrieren müssen.

"Wir stehen für Qualitätssicherung und fairen Wettbewerb. Ein lebendiger Wirtschafts- und Tourismusstandort braucht klare Spielregeln, die für alle gelten. Niemand soll sich genötigt oder belästigt fühlen, weder Touristinnen noch jene, die ihren Beruf mit Professionalität und Engagement ausüben", betont Novak.

Die Verordnung schafft einheitliche Regeln und soll für mehr Transparenz im Wettbewerb sorgen. Bisher agierten viele der Straßenverkäufer in rechtlichen Grauzonen, was sowohl für Kunden als auch für etablierte Unternehmen Unsicherheit schuf.

Wien als Kulturstandort schützen

Besonders im Fokus steht der Schutz von Wiens Ruf als internationale Musik- und Kulturmetropole. Die Stadträtin hebt hervor, dass die Stadt weltweit für höchste kulturelle Qualität stehe und dieser Ruf verteidigt werden müsse.

"Unsere Stadt steht weltweit für höchste kulturelle Qualität. Dieser Ruf ist ein wertvolles Gut und wir haben ihn auch zu verteidigen. Wer Kultur vermittelt oder verkauft, trägt Verantwortung für das Bild Wiens. Qualität, Seriosität und Transparenz sind hier keine Option, sondern Voraussetzung", erklärt Novak.

Die Erwartungshaltung an kulturelle Angebote in Wien sei besonders hoch, was sowohl Chance als auch Verpflichtung bedeute. Unseriöse Anbieter könnten das Image der Stadt als Kulturhauptstadt nachhaltig schädigen.

Rechtssicherheit und klare Regelungen

Die neue Verordnung bringt mehrere Vorteile mit sich:

  • Klare rechtliche Grundlagen für Behörden und Polizei
  • Schutz vor aggressiven Verkaufsmethoden
  • Faire Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt

Durch die gezielten Platzverbote können die Behörden nun rechtssicher gegen Personen vorgehen, die durch aufdringliches Verhalten auffallen. Dies schafft sowohl für Touristen als auch für Gewerbetreibende mehr Planungssicherheit.

Auswirkungen auf den Tourismus

Wien ist eine der wichtigsten Tourismusdestinationen Europas. Jährlich besuchen Millionen von Menschen die österreichische Hauptstadt, um deren kulturelle Schätze zu erleben. Negative Erfahrungen mit aggressiven Verkäufern können jedoch das Gesamterlebnis trüben und sich auf die Bewertungen und Weiterempfehlungen auswirken.

Die Stadt erhofft sich durch die neue Regelung eine Verbesserung der Tourismusqualität und damit langfristig auch positive wirtschaftliche Effekte. Zufriedene Besucher kommen eher wieder und empfehlen Wien weiter.

Respektvolles Miteinander als Ziel

Stadträtin Novak betont, dass es bei der Verordnung um mehr als nur um Verbote geht. "Es geht um ein respektvolles Miteinander im öffentlichen Raum, um faire wirtschaftliche Chancen und um das klare Bekenntnis: Wien bleibt eine Stadt der Qualität im Gewerbe wie in der Kultur", so die Stadträtin.

Die Maßnahme sei ein Signal für Respekt und Zusammenhalt - sowohl gegenüber den Gästen der Stadt als auch gegenüber jenen Betrieben, die sich gesetzeskonform verhalten und qualitativ hochwertige Dienstleistungen anbieten.

Umsetzung und Kontrolle

Die praktische Umsetzung der Platzverbotsverordnung wird voraussichtlich durch verstärkte Kontrollen der Polizei und des Ordnungsdienstes erfolgen. Details zur konkreten Ausgestaltung der Verbotszonen und den Sanktionen bei Verstößen wurden in der Pressemitteilung nicht genannt.

Die Verordnung stellt einen weiteren Schritt in den Bemühungen der Stadt Wien dar, die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern und gleichzeitig die Position als führende Kulturmetropole zu festigen.

Für Touristen bedeutet dies konkret weniger Belästigung durch aufdringliche Verkäufer und ein angenehmeres Erlebnis beim Besuch der historischen Innenstadt. Gleichzeitig profitieren seriöse Kulturanbieter von faireren Wettbewerbsbedingungen.

Schlagworte

#Wien#Platzverbot#Tourismus#Kultur#Mozartverkäufer

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