Am 13. und 14. November 2025 versammelten sich im Bildungshaus St. Arbogast in Vorarlberg rund 70 Teilnehmer:innen aus ganz Österreich zur Jahrestagung des Forums Katholischer Erwachsenenbildung. Unter dem Motto „Zuversicht leben“ diskutierten die Anwesenden, wie Bildung in unsicheren Zeiten Zuversi
Am 13. und 14. November 2025 versammelten sich im Bildungshaus St. Arbogast in Vorarlberg rund 70 Teilnehmer:innen aus ganz Österreich zur Jahrestagung des Forums Katholischer Erwachsenenbildung. Unter dem Motto „Zuversicht leben“ diskutierten die Anwesenden, wie Bildung in unsicheren Zeiten Zuversicht stärken kann. Die Veranstaltung, die von der Verleihung des Preises der Katholischen Erwachsenenbildung 2025 und der Feier „20 Jahre MARKE Elternbildung“ begleitet wurde, schuf eine Plattform für den Austausch und die Stärkung gemeinsamer Werte.
Forumsvorsitzender Hubert Petrasch zog eine Bilanz über das vergangene Jahr, das von bedeutenden Entwicklungen geprägt war. Unter der Leitung von Bernd Wachter wurde die Konferenz der Erwachsenenbildung (KEBÖ) rechtlich als Verein gefestigt. Diese rechtliche Festigung markiert einen wichtigen Schritt in der Sichtbarmachung und Stärkung der katholischen Erwachsenenbildung in Österreich. Nach der Übergabe des Vorsitzes an den Volkshochschulverband betonte Petrasch die Fortschritte des Forums, insbesondere beim Fördervertrag mit dem Ministerium und der Förderung der Basisbildung. Er unterstrich die Notwendigkeit struktureller Weiterentwicklungen innerhalb des Dachverbandes, um den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden. In seiner Rede plädierte Petrasch für Zuversicht als innere Haltung, die Mut und Hoffnung schenkt.
Bundesgeschäftsführer Bernd Wachter hob die Bedeutung von Zuversicht als tragende Grundhaltung kirchlicher Bildungsarbeit hervor. Trotz der Herausforderungen, die Krisen mit sich bringen, gelte es, „Ja zum Leben zu sagen“, eine Philosophie, die an Viktor Frankl angelehnt ist. Wachter zitierte auch den Vorarlberger Diözesanbischof Benno Elbs und dessen Buch „Werft eure Zuversicht nicht weg“ als Leitgedanken für die Zukunft der kirchlichen Erwachsenenbildung.
Wissenschaftliche und praktische Impulse bereicherten die Tagung. Oskar Jenni, Kinder- und Jugendarzt sowie Professor für Entwicklungspädiatrie an der Universität Zürich, präsentierte langjährige Forschungsdaten, die zeigen, dass emotionale Geborgenheit in der frühen Kindheit langfristig entscheidender für Lebensglück und psychische Gesundheit ist als Bildung oder Einkommen. Kinder, die in stabilen Beziehungen aufwachsen, entwickeln laut Jenni eine größere Lebenszufriedenheit und Belastbarkeit über die gesamte Lebensspanne.
Erika Geser-Engleitner, Soziologin und Dozentin an der Fachhochschule Vorarlberg, betonte in ihrem Vortrag, dass gesellschaftliche Bilder vom Alter entscheidend prägen, wie Menschen Altern erleben. Wer Altern als Bereicherung begreift und positive Bilder entwickelt, kann neue Perspektiven gewinnen und gesellschaftliche Teilhabe länger aktiv gestalten. Workshops, Diskussionsrunden und künstlerische Beiträge rundeten das Tagungsprogramm ab und machten es besonders lebendig, so Organisatorin Martina Bauer, Bildungs- und Projektmanagerin im Forum.
Der Preis der Katholischen Erwachsenenbildung 2025 wurde an das Katholische Bildungswerk Vorarlberg der Diözese Feldkirch für das Projekt „Unser Kind ist anders – Seminarreihe für Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung und/oder chronischer Erkrankung“ verliehen. In der Laudatio wurde betont, dass das Siegerprojekt Wissen, Austausch und Selbstreflexion mit persönlicher Stärkung und Resilienz verbindet. Es bietet Eltern Raum, sich gegenseitig zu unterstützen und neue Perspektiven zu entwickeln. Laudator Rainald Tippow bezeichnete es als „Bildung, die zu Weisheit führt“.
Ein weiterer Höhepunkt der Tagung war das Jubiläum „20 Jahre MARKE Elternbildung“. Seit 2005 steht das Qualitätssiegel für professionelle, werteorientierte und geprüfte Elternbildungsangebote in kirchlichen Einrichtungen in ganz Österreich. Wachter würdigte die MARKE Elternbildung als „tragende Säule katholischer Erwachsenenbildung“, die seit zwei Jahrzehnten für Verlässlichkeit und Qualität steht. Zum Abschluss hob Wachter hervor, dass die katholische Erwachsenenbildung mit rund 600 Hauptamtlichen, 11.000 Ehrenamtlichen und 70 Mitgliedseinrichtungen an hunderten Orten in Österreich täglich wichtige Beiträge zur Zuversicht leistet. Immerhin haben nahezu 600.000 Menschen laut der Statistik 2024 Veranstaltungen der Katholischen Erwachsenenbildung in Österreich besucht. „Bildung, die stärkt, verbindet und Hoffnung schenkt, bleibt unser Auftrag“, so Wachter.
Die Zukunft der katholischen Erwachsenenbildung in Österreich sieht vielversprechend aus, insbesondere im Hinblick auf die Förderung der Basisbildung und die strukturellen Weiterentwicklungen innerhalb des Dachverbandes. Die Betonung auf Zuversicht und die Förderung von Resilienz sind entscheidende Faktoren, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Die kontinuierliche Unterstützung durch das Ministerium und die Stärkung der Sichtbarkeit der katholischen Erwachsenenbildung werden als Schlüssel zur Bewältigung zukünftiger Herausforderungen angesehen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Jahrestagung des Forums Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich nicht nur eine Plattform für den Austausch und das Lernen bot, sondern auch die Bedeutung von Zuversicht und Bildung in unsicheren Zeiten unterstrich. Die Verleihung des Preises der Katholischen Erwachsenenbildung und das Jubiläum der MARKE Elternbildung zeigten, wie Bildung zur Stärkung der Gemeinschaft und zur Förderung von Resilienz beitragen kann. Die Veranstaltung war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Bildung Hoffnung und Zuversicht in die Gesellschaft bringen kann.