Am 12. April 2026 verwandelt sich der Wörthersee erneut in das Epizentrum des österreichischen Gravel-Sports. Das Wörthersee Gravel Race geht bereits in die dritte Runde und hat sich vom regionalen
Am 12. April 2026 verwandelt sich der Wörthersee erneut in das Epizentrum des österreichischen Gravel-Sports. Das Wörthersee Gravel Race geht bereits in die dritte Runde und hat sich vom regionalen Sportereignis zu einem internationalen Magneten für Radsportbegeisterte entwickelt. Mit 1.700 erwarteten Teilnehmern aus aller Welt und bis zu 12.000 zusätzlichen Nächtigungen in der Region beweist das Event eindrucksvoll, wie Sport und Tourismus symbiotisch zusammenwirken können. Besonders bemerkenswert: Rund 1.000 der Teilnehmer kommen aus dem Ausland – ein klares Zeichen für die internationale Strahlkraft, die Kärnten als Gravel-Destination entwickelt hat.
Gravel-Biking, auch als Schotterradfahren bekannt, ist eine relativ neue Radsportdisziplin, die verschiedene Fahrradtypen und Terrains kombiniert. Der Begriff „Gravel" stammt aus dem Englischen und bedeutet Schotter oder Kies. Diese Sportart entstand in den USA und erobert seit etwa zehn Jahren Europa im Sturm. Gravel-Bikes sind eine Mischung aus Rennrad und Cyclocross-Rad: Sie verfügen über die Aerodynamik eines Rennrads, aber mit breiteren, profilierten Reifen und einer robusteren Rahmengeometrie, die sowohl auf Asphalt als auch auf unbefestigten Wegen optimale Performance bietet. Die Fahrer bewältigen dabei eine Mischung aus asphaltierten Straßen, Schotterwegen, Waldpfaden und manchmal sogar Single-Trails. Was Gravel-Biking so attraktiv macht, ist die Kombination aus sportlicher Herausforderung und Naturerlebnis. Anders als beim klassischen Straßenradsport, wo der Verkehr oft ein Sicherheitsrisiko darstellt, führen Gravel-Routen meist durch malerische Landschaften abseits der Hauptverkehrsadern. Die Sportart spricht sowohl ambitionierte Hobbyfahrer als auch Profi-Athleten an, da sie weniger technisch anspruchsvoll ist als Mountainbiking, aber dennoch eine hohe körperliche Fitness erfordert.
Die Entwicklung Kärntens zur führenden Gravel-Destination Österreichs ist kein Zufall, sondern das Ergebnis strategischer Planung und idealer geografischer Voraussetzungen. Klaus Ehrenbrandtner von der Kärnten Werbung erklärt die Erfolgsformel: „Gravel hat eine große mediale Strahlkraft und in Kärnten haben wir auch den klimatischen Vorteil, dass die Radtrainingssaison früher beginnt." Tatsächlich kann in Kärnten bereits ab März trainiert werden, während in anderen Bundesländern oft noch Schnee liegt. Mit dem Projekt „Gravel Carinthia" wurden gemeinsam mit Gravel-Profis 24 speziell ausgearbeitete Touren entwickelt, die das gesamte Bundesland erschließen. Diese Touren variieren in Schwierigkeitsgrad und Länge, von familienfreundlichen 30-Kilometer-Runden bis hin zu anspruchsvollen 150-Kilometer-Etappen für erfahrene Fahrer. Die topografische Vielfalt Kärntens – von sanften Hügeln rund um die Seen bis zu alpinen Anstiegen in den Karawanken und Karnischen Alpen – bietet ideale Bedingungen für alle Gravel-Varianten. Peter Peschel, Geschäftsführer der Region Wörthersee-Rosental, betont: „Gravel strahlt auch in die anderen Regionen aus." So profitiert nicht nur die Wörthersee-Region, sondern das gesamte Bundesland von dieser Entwicklung.
Im internationalen Vergleich positioniert sich Kärnten geschickt zwischen den etablierten Gravel-Hochburgen. Während die USA als Ursprungsland des Sports mit Events wie der „Dirty Kanza" (heute Unbound Gravel) in Kansas über 4.000 Teilnehmer anziehen, und Italien mit dem „Eroica" in der Toskana romantische Vintage-Atmosphäre bietet, setzt Kärnten auf die Kombination aus alpiner Kulisse und professioneller Organisation. In Deutschland entwickeln sich derzeit ähnliche Events, wie das „Gravel Race Schwarzwald" oder die „Gravel Fondo" in Bayern, erreichen aber noch nicht die internationale Ausstrahlung des Wörthersee-Events. Die Schweiz mit ihrer traditionell starken Radsport-Kultur bietet zwar spektakuläre Bergkulissen, aber die Kosten für Anreise und Unterkunft sind deutlich höher als in Kärnten. Das Wörthersee Gravel Race hat sich geschickt als „Gateway" für internationale Teilnehmer positioniert – erschwinglich genug für Hobbysportler, aber prestigeträchtig genug für Profis. Die Tatsache, dass es zum UCI Gravel World Cup zählt, unterstreicht diese internationale Bedeutung.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Wörthersee Gravel Race generiert eine Wertschöpfung von 2 bis 2,4 Millionen Euro für die Region. Diese beeindruckende Summe ergibt sich nicht nur aus den direkten Ausgaben der 1.700 Teilnehmer und geschätzt 8.000 Zuschauer, sondern auch aus den Übernachtungen von Begleitpersonen, den Ausgaben für Verpflegung, Equipment und touristische Aktivitäten. Die 10.000 bis 12.000 zusätzlichen Nächtigungen kommen der Region besonders in der Vorsaison zugute, einer traditionell schwächeren Periode für den Tourismus. Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig unterstreicht diese Bedeutung mit der Förderung von 70.000 Euro aus dem Tourismusreferat: „Das Wörthersee Gravel Race ist ein Leuchtturmprojekt mit internationaler Strahlkraft und hoher Wertschöpfung." Besonders wertvoll ist dabei die Zielgruppe: Gravel-Enthusiasten sind typischerweise kaufkräftige, sportaffine Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, die gerne in hochwertige Ausrüstung und Erlebnisse investieren. Sie bleiben oft mehrere Tage in der Region, erkunden das Umland und kehren häufig als Urlaubsgäste zurück. Die internationale Teilnehmerschaft wirkt zusätzlich als Multiplikator für die touristische Vermarktung Kärntens in den Herkunftsländern.
Renndirektor Julius Rupitsch hat für 2026 erhebliche Verbesserungen an der Streckenführung vorgenommen. „Wir haben das Rennen ganz gezielt weiterentwickelt: von der Streckenführung bis hin zum gesamten Event-Erlebnis. Unser Anspruch ist es, eines der besten Gravel-Rennen zu schaffen