Die Wiener Stadtregierung präsentierte am heutigen Tag ihre lang erwarteten Pläne für die Neugestaltung des Ringradwegs – doch die Reaktionen der Opposition lassen nicht lange auf sich warten. Kilian Stark, Mobilitätssprecher der Grünen Wien, zeigt sich nur bedingt zufrieden mit dem vorgestellten Konzept und wirft der rot-pinken Koalition vor, nur halbherzige Maßnahmen zu setzen.
Die Wiener Stadtregierung präsentierte am heutigen Tag ihre Pläne für die Neugestaltung des Ringradwegs. Kilian Stark, Mobilitätssprecher der Grünen Wien, zeigt sich nur bedingt zufrieden mit dem vorgestellten Konzept und wirft der rot-pinken Koalition vor, nur halbherzige Maßnahmen zu setzen.
Mit rund 2 Millionen Fahrten pro Jahr ist am Ringradweg so viel los wie sonst auf keinem anderen Wiener Rad- und Gehweg. Gleichzeitig bewegen sich dort unzählige Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Touristinnen und Touristen. Die Ringstraße ist damit eine der wichtigsten Verkehrsachsen Wiens.
Das Hauptkritikpunkt der Grünen liegt in der asymmetrischen Umsetzung des Projekts. Laut Stark werden die Nebenfahrbahnen nur auf einer Seite des Rings für den Radweg geöffnet, auf der anderen Seite bleibe alles so wie es ist – inklusive parkender Autos. Stark bemängelt, dass es an einer Vision mangele, wie sich die Ringstraße insgesamt entwickeln solle.
Ein weiterer Kritikpunkt der Grünen betrifft die aus ihrer Sicht zu zaghafte Begrünung im vorliegenden Konzept. Baumlücken – etwa am Schwarzenbergplatz – bleiben laut Kritik bestehen, obwohl der Ring gerade bei Hitze, Schatten und Aufenthaltsqualität ambitionierter gedacht werden müsse.
Die Grünen Wien schlagen vor, die Nebenfahrbahnen entlang der gesamten Ringstraße für eine hochwertige Radverbindung und mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger zu nutzen. Rad- und Fußverkehr sollen konsequent getrennt werden: Die Nebenfahrbahnen werden dafür zu Fahrradstraßen beziehungsweise baulich getrennten Radwegen umgestaltet. Wo notwendig, können sie als Service-Straßen für Lieferverkehr, Taxis oder Hotelzufahrten offen bleiben.
„Der Ring kann nicht auf Dauer eine Hochgeschwindigkeits-Straße rund um die City bleiben. Wiens historisches Aushängeschild muss endlich als öffentlicher Raum des 21. Jahrhunderts gedacht werden – sicher, grün und mit deutlich mehr Platz für die Menschen statt für den Durchzugsverkehr”, so Stark abschließend.