Erstmals über 600.000 Besucher und Umsätze von 240 Millionen Euro
Die Ballsaison 2025/26 übertraf alle Erwartungen: 605.000 Besucher, davon ein Drittel aus dem Ausland, sorgten für Rekordumsätze in Wien.
Die Wiener Ballsaison 2025/26 hat neue Maßstäbe gesetzt und alle Prognosen übertroffen. Erstmals wurden mehr als 600.000 Besucher auf den Bällen der Bundeshauptstadt gezählt – ein historischer Rekord, der die internationale Strahlkraft Wiens als Ballmetropole unterstreicht.
Mit 605.000 Ballbesuchern konnte die heurige Saison um rund 35.000 Gäste mehr mobilisieren als im Vorjahr. Noch beeindruckender entwickelten sich die Umsätze: Sie stiegen von 205 Millionen Euro im Vorjahr auf knapp 240 Millionen Euro – ein Plus von über 17 Prozent.
"Die Erwartungen an die Ballsaison waren hoch, und wurden erfüllt. Unsere bereits optimistischen Prognosen wurden sogar leicht übertroffen", zeigt sich Dominic Schmid, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Wien, erfreut über die Entwicklung.
Besonders bemerkenswert ist der stetig wachsende Anteil internationaler Ballbesucher. Eine neue Studie der Wirtschaftskammer Wien zeigt, dass bereits 32 Prozent der Gäste auf den großen Wiener Bällen aus dem Ausland anreisen. Diese internationale Klientel trägt überproportional zum wirtschaftlichen Erfolg bei.
"Ausländische Gäste kaufen natürlich auch die Balltickets, gehen Essen und nehmen Taxis, so wie die Wiener Ballbesucher. Aber dazu kommen noch die Hotels, und das gleich für zwei bis drei Nächte", erklärt Schmid die positive Auswirkung auf die Wiener Wirtschaft.
Die Herkunftsländer der internationalen Ballbesucher zeigen die globale Ausstrahlung der Wiener Ballkultur:
"Die Wiener Ballsaison ist rund um den Erdball bekannt, wir wissen auch von Ticketverkäufen bis nach Australien", betont Schmid. Einzig aus den österreichischen Bundesländern bestehe noch Potenzial für mehr Ballbesucher.
Thomas Schäfer-Elmayer, einer der renommiertesten Experten der Wiener Ballszene, bestätigt die ungebrochene internationale Nachfrage: "Die Strahlkraft Wiens und der Bälle ist ungebrochen und sie wächst weiter." Er erhält jährlich zahlreiche Anfragen von Gruppen aus aller Welt.
Das Geheimnis des Erfolgs sieht Schäfer-Elmayer in der einzigartigen Wiener Mischung: "Das, was die Bälle so unverwechselbar macht, ist ja das Wienerische: Die Stimmung, der Charme, das Sehen-und-Gesehen-Werden. Wobei mittlerweile ein gewisses internationales Flair auch dazugehört."
Trotz der enormen Nachfrage stoßen die Veranstalter an Grenzen. "Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Tickets für die Bälle, gerade weil derzeit auch die Redoutensäle noch immer nicht zur Verfügung stehen – und damit die Kapazität der Hofburg stark eingeschränkt ist", erklärt Schäfer-Elmayer.
Diese Begrenzung führt zu einer bewussten Priorisierung: Wiener Ballbesucher erhalten weiterhin den Vorzug, obwohl international deutlich mehr Tickets abgesetzt werden könnten.
Die Zahlen verdeutlichen die enorme wirtschaftliche Bedeutung der Ballsaison für Wien. Mit 240 Millionen Euro Umsatz trägt sie erheblich zur lokalen Wertschöpfung bei. Profiteure sind dabei nicht nur die Ballveranstalter selbst, sondern die gesamte Wiener Tourismuswirtschaft:
Die erfolgreiche Entwicklung der Wiener Ballsaison zeigt, wie traditionelle Veranstaltungen durch geschickte Internationalisierung neue Zielgruppen erschließen können, ohne ihren authentischen Charakter zu verlieren. Jeder Ball findet dabei seine eigene Balance zwischen Wiener Tradition und internationalem Flair.
Beispielhaft nennt Schäfer-Elmayer verschiedene Konzepte: Während beim früheren Silvesterball in der Hofburg etwa 80 Prozent der Gäste aus dem Ausland stammten, sind andere Bälle wie der Philharmonikerball stärker österreichisch geprägt – "aber auch er verträgt die Gäste aus dem Ausland".
Die Wirtschaftskammer Wien plant, die Effekte der internationalen Ballbesucher in den kommenden Jahren noch genauer zu untersuchen. Die bereits gestartete Studie soll weitere Erkenntnisse über die wirtschaftlichen Auswirkungen liefern und möglicherweise Wege aufzeigen, wie das Potenzial noch besser genutzt werden kann.
Mit über 600.000 Besuchern und einem Umsatz von 240 Millionen Euro hat die Ballsaison 2025/26 jedenfalls neue Maßstäbe gesetzt und Wien als internationale Ballhauptstadt weiter etabliert. Die Mischung aus Wiener Charme und internationaler Ausstrahlung scheint die perfekte Formel für den anhaltenden Erfolg zu sein.