Österreichischer Margarine-Spezialist wechselt für 2026 den Besitzer
Die Vivatis Holding verkauft die Senna Nahrungsmittel GmbH an Orkla Food Ingredients. Der Wiener Traditionsbetrieb soll weiter wachsen.
Die österreichische Lebensmittelbranche erlebt eine bedeutende Übernahme: Die Vivatis Holding AG verkauft ihr Tochterunternehmen Senna Nahrungsmittel GmbH & Co KG an Orkla Food Ingredients, eine Tochtergesellschaft des norwegischen Konzerns Orkla ASA und der Rhône Group. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden und soll in der ersten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.
Der Verkauf ist das Ergebnis eines umfassenden Strategieprozesses der Vivatis Holding, bei dem verschiedene Optionen für die Zukunft des Unternehmens geprüft wurden. "Mit dem Verkauf von Senna an Orkla Food Ingredients schaffen wir langfristige Perspektiven für Senna und stärken gleichzeitig die Präsenz im Markt durch neue Synergien", erklärt Gerald Hackl, Vorstandsvorsitzender der Vivatis Holding AG.
Das Ziel der strategischen Überprüfung war es, die langfristige Stärke, Wettbewerbsfähigkeit und den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen. Dabei stand die nachhaltige Weiterentwicklung sowie der langfristige Bestand und die Relevanz der Marke Senna sowohl in Österreich als auch in den etablierten Exportmärkten im Fokus.
Senna, mit Hauptproduktionsstandort in Wien Hütteldorf, ist ein etablierter Player im österreichischen Lebensmittelmarkt. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte im Wirtschaftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 80 Millionen Euro. Die Marke verfügt über eine starke Marktposition, die auf fast einem Jahrhundert Erfahrung und Kundenvertrauen basiert.
"Unter Vivatis haben wir unsere Kompetenzen gestärkt und eine solide Grundlage für weiteres Wachstum geschaffen. Wir freuen uns, Teil von Orkla Food Ingredients zu werden, dessen Geschäftsmodell und fundierte Branchenkenntnisse eine hervorragende Plattform für die nächste Entwicklungsphase von Senna bieten", kommentiert Christof Kessler, CEO von Senna, den bevorstehenden Eigentümerwechsel.
Wichtig für die österreichischen Standorte: Das Unternehmen wird weiterhin mit seinem Sitz in Österreich fortbestehen, was Arbeitsplätze und die lokale Wertschöpfung sichert.
Mit Orkla Food Ingredients bekommt Senna einen erfahrenen neuen Eigentümer, der über umfassendes Branchen-Know-how und eine starke europäische Präsenz verfügt. Das norwegische Unternehmen ist spezialisiert auf die Belieferung von Kunden in den Bereichen Backwaren, Speiseeis und pflanzliche Produkte und nimmt eine führende Position in Europa ein.
"Senna ist ein Profi im Margarinebereich mit einem unternehmerischen Team, das gut zu Orkla Food Ingredients passt. Zudem sind Österreich und Italien neue spannende Märkte für uns, in denen wir durch Sortimentserweiterung und gesteigerte operative Effizienz ein profitables Wachstum anstreben", erklärt Manuela Banu, CEO von Orkla Foods Ingredients CSE.
Orkla Food Ingredients beliefert eine Vielzahl von Kunden und verfügt auch über eine Wachstumsplattform in den USA. Zu den wichtigsten Vertriebskanälen zählen:
Die größten Produktkategorien des neuen Eigentümers umfassen Backmittel und Backmischungen für Brot und Kuchen, Hefe, Marzipan, Eiscreme-Zutaten sowie Margarine- und Buttermischungen – ein Portfolio, das perfekt zu Sennas Kernkompetenz im Margarinebereich passt.
Die Vivatis Holding AG zählt mit mehr als 4.100 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 1,43 Milliarden Euro (2025) zu den größten rein österreichischen Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelbranche. Der Konzern mit Sitz in Linz vereint unter seinem Dach etablierte Markenartikelerzeuger ebenso wie spezialisierte Produktions- und Dienstleistungsunternehmen.
Zum umfassenden Markenprofil der Gruppe gehören bekannte Namen wie:
Die Übernahme von Senna durch Orkla Food Ingredients zeigt die anhaltende Konsolidierung in der europäischen Lebensmittelbranche. Für österreichische Verbraucher dürfte sich zunächst wenig ändern, da das Unternehmen weiterhin von Wien aus operieren wird.
Die Integration in einen größeren europäischen Konzern könnte Senna jedoch neue Möglichkeiten für Produktentwicklung, Vertriebsexpansion und operative Effizienzsteigerungen eröffnen. Besonders interessant ist dabei Orklas Expertise in pflanzlichen Produkten, einem wachsenden Marktsegment.
Der Kaufpreis der Transaktion wird vertraulich behandelt, was in der Branche üblich ist. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden, was bei Transaktionen dieser Größenordnung Standard ist.
Mit dem geplanten Abschluss in der ersten Jahreshälfte 2026 haben beide Unternehmen ausreichend Zeit für eine sorgfältige Integration und die Entwicklung gemeinsamer Synergien. Für die Beschäftigten von Senna bedeutet der Wechsel zu einem etablierten europäischen Player möglicherweise neue Karrierechancen und Entwicklungsmöglichkeiten.
Die Transaktion unterstreicht einmal mehr die Attraktivität österreichischer Lebensmittelhersteller für internationale Investoren und die starke Position heimischer Marken im europäischen Markt.