Die Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze präsentiert ab Februar 2026 eine Einzelausstellung der Künstlerin, die mit Alltagsmaterialien Fragen zu Geschlecht und Identität verhandelt
Ab Februar 2026 zeigt die ÖGGK in Wien Werke von Verena Bretschneider. Albertina-Modern-Direktorin Angela Stief eröffnet die Outsider-Art-Schau.
Die Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze (ÖGGK) setzt ihre Ausstellungsreihe zu Outsider-Art im kommenden Jahr mit einer besonderen Personale fort: Ab 26. Februar 2026 werden in den Räumlichkeiten der Gesellschaft in der Wiener Innenstadt Werke von Verena Bretschneider unter dem Titel „Transsexual Revolution" zu sehen sein. Die Vernissage findet am 25. Februar 2026 um 18.30 Uhr statt, einführende Worte spricht dabei Angela Stief, Direktorin der Albertina Modern.
Verena Bretschneider, 1957 als Georgy Bretschneider in Bonn geboren, vollzog in den 1990er Jahren eine persönliche und künstlerische Transformation. Die in dieser Zeit und danach entstandenen Arbeiten werden nun erstmals in Österreich in einer umfassenden Einzelausstellung präsentiert. Ihre Werke kreisen um zentrale Fragen der zeitgenössischen Kunst und Gesellschaft: Was bedeutet Geschlecht? Wie konstituiert sich Identität? Und wo verlaufen die Grenzen dessen, was wir als Kunst akzeptieren?
Diese Fragestellungen verhandelt Bretschneider nicht in akademischer Distanz, sondern mit den Mitteln des Alltäglichen, des Trivialen, ja mitunter des bewusst Kitschigen. Genau darin liegt die Kraft ihrer Arbeiten, die den Betrachter zunächst mit ihrer scheinbaren Harmlosigkeit locken, um dann tiefgreifende Reflexionen auszulösen.
Was Verena Bretschneiders Werk von vielen anderen zeitgenössischen Positionen unterscheidet, ist ihre radikale Hinwendung zu billigen Alltagsmaterialien. Die Künstlerin bezieht ihre Werkstoffe nicht aus dem Künstlerbedarfshandel, sondern aus Discountläden und Baumärkten: künstliche Blumen, Plastikbesteck, Wischmopps, Reinigungshandschuhe und viele weitere Gegenstände des täglichen Gebrauchs werden unter ihren Händen zu Kunstobjekten transformiert.
Angela Stief, die als Direktorin der Albertina Modern zu den profiliertesten Kunstexpertinnen Österreichs zählt, beschreibt Bretschneiders Schaffen mit deutlicher Wertschätzung: „Geschlecht und Identität sind zentrale Fragestellungen im vielseitigen Werk von Verena Bretschneider, das mit dem Kitsch kokettiert und stets die Grenzen der Kunst auslotet." Die Materialien für ihre Arbeiten finde sie in Discountläden und Baumärkten. „Mittels billigem Dekor und großem handwerklichem Geschick entstehen so grenzgeniale Kunstwerke, die das Alltägliche übersteigern, ein Transformationsakt erster Güte