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Sozialkürzungen in Österreich: Experten warnen vor teuren Folgekosten

25. März 2026 um 09:52
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Eine aktuelle Umfrage unter 590 Sozialarbeitern und Fachkräften im österreichischen Sozialbereich zeichnet ein besorgniserregendes Bild: Vier von fünf Befragten erwarten Kürzungen in ihrem Arbeitsbereich.

Eine aktuelle Umfrage unter 590 Sozialarbeitern und Fachkräften im österreichischen Sozialbereich zeichnet ein besorgniserregendes Bild: Vier von fünf Befragten erwarten Kürzungen in ihrem Arbeitsbereich. Die gemeinsame Erhebung von Caritas und Volkshilfe Österreich legt dar, dass viele Praktiker*innen konkrete Informationen über Einsparungen haben oder diese befürchten.

Dramatische Zahlen aus der Sozialpraxis

79,9 Prozent der teilnehmenden Fachkräfte gehen davon aus, dass ihr Arbeitsbereich von Kürzungen betroffen ist oder sein wird. 37,5 Prozent haben bereits konkrete Informationen über bevorstehende Einsparungen erhalten, weitere 42,4 Prozent befürchten entsprechende Maßnahmen.

92,1 Prozent der Befragten befürchten, dass bereits erreichte Fortschritte von Klient*innen – etwa beim selbstständigen Wohnen, Integration oder anderen Aspekten zur Stabilisierung – wieder verloren gehen könnten.

Vulnerable Gruppen besonders betroffen

Aus Sicht der befragten Sozialarbeiter*innen sehen die Praktiker*innen an erster Stelle Kinder, Jugendliche und Familien (66,3 %), gefolgt von Menschen im Asylverfahren oder mit Schutzstatus (42 %), als besonders betroffen an.

Konkrete Folgen für Betroffene

59,8 Prozent der Befragten erwarten steigende psychische und gesundheitliche Belastungen bei Klient*innen. 53,1 Prozent rechnen mit zunehmender Verschuldung, 52,2 Prozent mit wachsenden Problemen bei grundlegenden Bedürfnissen wie Lebensmitteln. Fast die Hälfte rechnet mit mehr Wohnungs- und Obdachlosigkeit.

97 Prozent der Praktiker*innen gehen davon aus, dass künftig mehr Menschen keine passende Unterstützungsstelle mehr finden werden. 86,4 Prozent der Befragten sehen, dass sich Probleme in andere Bereiche verlagern könnten.

Stimmen aus der Praxis

„Unsere Umfrage zeigt: Die Kürzungen treffen genau jene, die am wenigsten Spielraum haben. Gleichzeitig wird bei den Angeboten gespart, die sie stützen. Das ist weder verantwortungsvoll noch vorausschauend. Not und Armut verschwinden nicht, nur weil die Budgets dafür gestrichen werden. Sie wird größer, komplexer und teurer. Die Regierung verschiebt Probleme, statt sie zu lösen. Das ist sozialpolitisch und ökonomisch falsch. Deshalb sagen wir klar: Hören wir auf, bei den Ärmsten zu sparen. Prüfen wir jede Budgetmaßnahme darauf, wen sie trifft. Wir brauchen einen Armuts-Check. Der Staat muss jene schützen, die besonderen Schutz brauchen. Und sorgen wir mit einer echten Reform der Sozialhilfe dafür, dass Menschen von ihr leben können, statt in Existenzangst zu bleiben“, sagt Nora Tödtling-Musenbichler, Präsidentin der Caritas Österreich.

„Wenn im Sozialbereich weiterhin stark gekürzt wird, trifft das Kinder nicht irgendwann – es trifft sie sofort. Weniger Unterstützung heißt mehr Druck im Alltag auf die Familien und auf vulnerable Gruppen. Wenn die Politik bei Kindern und Jugendlichen spart, spart sie an der Zukunft der nächsten Generationen. Das rächt sich gesellschaftlich doppelt“, warnt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.

Forderungen nach Armuts-Check

Als Reaktion auf die Umfrageergebnisse fordern Caritas und Volkshilfe einen verpflichtenden Armuts-Check fürs Budget, der prüfen soll, wen geplante Einsparungen treffen. Die Organisationen appellieren, den Sozialbereich gezielt zu stärken, anstatt ihn weiter auszuhöhlen.

www.caritas.at/armut-fakten

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