In einer Welt, die sich zunehmend mit den Herausforderungen von Antisemitismus und der Erinnerung an historische Verbrechen konfrontiert sieht, bietet der Simon-Wiesenthal-Preis eine Plattform für zivilgesellschaftliches Engagement. Am 19. November 2025 wurde bekanntgegeben, dass Einreichungen für d
In einer Welt, die sich zunehmend mit den Herausforderungen von Antisemitismus und der Erinnerung an historische Verbrechen konfrontiert sieht, bietet der Simon-Wiesenthal-Preis eine Plattform für zivilgesellschaftliches Engagement. Am 19. November 2025 wurde bekanntgegeben, dass Einreichungen für den prestigeträchtigen Preis noch bis zum 19. Dezember 2025 möglich sind. Diese Auszeichnung, die mit insgesamt 30.000 € dotiert ist, würdigt herausragende Beiträge zur Aufklärung über den Holocaust und den Kampf gegen Antisemitismus. Der Preis, der in Wien vergeben wird, hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und setzt ein starkes Zeichen für die Erinnerungskultur in Österreich und darüber hinaus.
Der Simon-Wiesenthal-Preis wurde 2020 ins Leben gerufen, um das Vermächtnis des berühmten Architekten und Publizisten Simon Wiesenthal zu ehren, der sich zeitlebens der Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus widmete. Wiesenthal, der selbst die Schrecken des Holocaust überlebte, machte es sich zur Aufgabe, die Erinnerung an die Opfer des Naziterrors wachzuhalten. Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben: zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus und Aufklärung über den Holocaust, jeweils mit 7.500 € dotiert. Ein Hauptpreis von 15.000 € wird für herausragende Leistungen vergeben.
Die Gründung des Simon-Wiesenthal-Preises erfolgte in einer Zeit, in der das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Erinnerung an die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs besonders stark war. Seit der ersten Verleihung im Jahr 2021 hat der Preis dazu beigetragen, das gesellschaftliche Verständnis für die Mechanismen und Folgen des Antisemitismus zu schärfen. Simon Wiesenthal selbst war ein Vorreiter in der Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen widmete er sein Leben der Suche nach Gerechtigkeit für die Opfer und der Aufklärung der Öffentlichkeit.
Im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland und der Schweiz, die ebenfalls bedeutende Preise für zivilgesellschaftliches Engagement vergeben, zeichnet sich der Simon-Wiesenthal-Preis durch seinen spezifischen Fokus auf Antisemitismus und Holocaust-Aufklärung aus. In Deutschland gibt es zahlreiche Initiativen und Auszeichnungen, die sich mit der Erinnerungskultur beschäftigen, jedoch hebt sich der Wiesenthal-Preis durch seine internationale Ausrichtung und die Einbindung einer breiten Jury, die aus Experten wie der EU-Antisemitismusbeauftragten Katharina von Schnurbein und dem IKG-Präsidenten Oskar Deutsch besteht, hervor. In der Schweiz wird ebenfalls großer Wert auf die Aufarbeitung der Vergangenheit gelegt, jedoch fehlt dort eine vergleichbare Auszeichnung mit der spezifischen Fokussierung auf Antisemitismus.
Der Simon-Wiesenthal-Preis hat konkrete Auswirkungen auf die Gesellschaft, indem er Projekte fördert, die neue Impulse setzen und einen Vorbildcharakter haben. Ein Beispiel ist die Initiative „Erinnern für die Zukunft“, die 2023 mit dem Preis ausgezeichnet wurde. Dieses Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Menschen in Schulen über die Geschichte des Holocaust zu informieren und sie für die Gefahren von Antisemitismus und Rassismus zu sensibilisieren. Solche Initiativen tragen dazu bei, das Bewusstsein für historische und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu schärfen und fördern eine Kultur der Toleranz und des Respekts.
Seit seiner Einführung hat der Simon-Wiesenthal-Preis über 50 Projekte und Initiativen ausgezeichnet. Die Jury, bestehend aus renommierten Persönlichkeiten, bewertet die Einreichungen nach strengen Kriterien. Die Zahl der Bewerbungen hat sich in den letzten Jahren stetig erhöht, was die wachsende Bedeutung des Preises unterstreicht. Die Dotierung von insgesamt 30.000 € ermöglicht es den Preisträgern, ihre Projekte weiterzuentwickeln und eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.
Die Zukunft des Simon-Wiesenthal-Preises sieht vielversprechend aus. Angesichts der aktuellen globalen Herausforderungen im Bereich Antisemitismus und Erinnerungskultur wird der Preis weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Die Jury plant, in den kommenden Jahren die internationalen Verbindungen zu stärken und noch mehr Projekte aus verschiedenen Ländern zu berücksichtigen. Dies würde nicht nur die Reichweite des Preises erhöhen, sondern auch die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen Antisemitismus fördern.
Der Simon-Wiesenthal-Preis ist mehr als nur eine Auszeichnung. Er ist ein wichtiges Instrument im Kampf gegen Antisemitismus und für die Aufklärung über den Holocaust. Durch die Förderung von Projekten, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen, trägt der Preis dazu bei, die Erinnerung an die Vergangenheit wachzuhalten und das Bewusstsein für die Gefahren von Intoleranz und Hass zu schärfen. Interessierte können ihre Projekte noch bis zum 19. Dezember 2025 einreichen. Weitere Informationen finden sich auf der offiziellen Webseite des Preises. Welche Projekte werden dieses Jahr ausgezeichnet und welche neuen Impulse werden sie setzen? Die Preisverleihung 2026 wird es zeigen.