Während sich Österreich auf das Osterfest vorbereitet, wirft die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN einen kritischen Blick auf unseren Eierkonsum. Die erschreckende Realität: 250 Eier pro Kopf und Jahr verzehren die Österreicher laut Statistik Austria – ein hoher Verbrauch, der Folgen für die Hühner hat.
Während sich Österreich auf das Osterfest vorbereitet, wirft die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN einen kritischen Blick auf unseren Eierkonsum. 250 Eier pro Kopf und Jahr verzehren die Österreicher laut Statistik Austria – ein hoher Verbrauch, der laut VIER PFOTEN Hühnern einen Preis abverlangt. Die Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck sagt: "Für die Körper der Tiere ist dieser Eierlegemarathon mit zahlreichen Problemen verbunden, die so schwerwiegend sind, dass die ausgelaugten Tiere in der Regel nach ein bis zwei Jahren geschlachtet werden."
Während die wilde Stammform unserer Haushühner einst nur 20–30 Eier pro Jahr legte, sind es bei heutigen Legehennen über 300 Eier im Jahr. Laut VIER PFOTEN wurden Legehennen auf möglichst hohe Eierproduktion gezüchtet. Für die Körper der Tiere ist dieses hohe Leistungsniveau mit zahlreichen Problemen verbunden, die VIER PFOTEN als schwerwiegend beschreibt.
VIER PFOTEN weist außerdem darauf hin, dass im konventionellen Bereich nach wie vor das Problem des Tötens männlicher Küken besteht: Da die Brüder der Legehennen weder Eier legen noch für die Mast genutzt werden können, werden sie in Österreich laut OTS nach wie vor fast zehn Millionen Küken jährlich mittels Gas getötet.
VIER PFOTEN kritisiert, dass Haltungsbedingungen oft unzureichend sind. Mehr als die Hälfte der Legehennen in Österreich werden in Bodenhaltung gehalten. Diese Haltungsform ist aus Sicht der Organisation nicht ausreichend, unter anderem wegen hoher Besatzdichten und des fehlenden Grünauslaufs, wodurch Verhaltensweisen wie Futtersuche, Scharren und Picken nur begrenzt ausgeübt werden können.
Wenn die Haltungsform auf verarbeiteten Produkten mit Eieranteil nicht ausgewiesen ist, rät VIER PFOTEN Verbraucher:innen, diese Produkte nicht zu kaufen. Die Kennzeichnung der Haltung ist bei Produkten wie Kuchen, bunten Eiern, Keksen oder Eiernudeln im Gegensatz zum Frischei generell keine Pflicht. In der industriellen Fertigung oder in der Gastronomie kommen laut VIER PFOTEN oft Billigeier aus dem Ausland zum Einsatz. Alleine in der EU werden noch immer fast 40 Prozent der Hühner in Käfigen gehalten, weltweit ist der Anteil laut OTS noch viel höher; dementsprechend sei die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass verarbeitete Eier aus Käfighaltung stammen.
VIER PFOTEN empfiehlt, beim Kauf von Eiern auf Biohaltung (auf dem Ei-Stempel mit 0 gekennzeichnet) zu achten. In dieser Haltungsform haben die Tiere laut OTS den großzügigsten Auslauf und Platz im Stall und die männlichen Küken werden dort zumindest einige Wochen lang großgezogen.
Die Organisation setzt sich nach eigenen Angaben seit Jahren nicht nur für ein Verbot der Käfighaltung, sondern auch für eine umfassende verpflichtende Kennzeichnung verarbeiteter Eier nach Haltungsform und Herkunft ein, wie sie beim Frischei bereits besteht. VIER PFOTEN betont außerdem, dass es pflanzliche Eiweißalternativen gibt, mit denen sich der Eiweißbedarf decken lässt.