Eine technologische Revolution in der österreichischen Polizeiarbeit: Ab sofort können Beamte verdächtige Personen direkt vor Ort per Smartphone identifizieren – ohne zeitraubende Fahrten zur nächs
Die innovative „BioCapture“-Technologie ermöglicht es, Fingerabdrücke kontaktlos mit dem dienstlichen Smartphone zu scannen und binnen weniger Minuten mit bestehenden Datenbanken abzugleichen. Damit können gesuchte Straftäter und Personen ohne Ausweis vor Ort identifiziert werden.
Innenminister Gerhard Karner, Direktor des Bundeskriminalamts Andreas Holzer und Vertreter des AIT präsentierten im Rahmen eines Lokalaugenscheins die gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) entwickelte "BioCapture"-Lösung. "Die Fahndung nach Kriminellen wird noch moderner, schneller und effizienter", sagte Karner im Zuge der Präsentation.
Die Technologie ermöglicht es, Fingerabdrücke kontaktlos zu erfassen und vor Ort mit bestehenden Datenbanken abzugleichen. Dadurch entfällt in vielen Fällen die Notwendigkeit, Personen zwecks Identitätsfeststellung zur Dienststelle zu transportieren; Entscheidungen über weitere polizeiliche Maßnahmen können unmittelbar vor Ort getroffen werden.
Im Testbetrieb, der im August 2025 bei ausgewählten Einheiten begonnen hat, erzielte das System Treffer: Bei 643 Kontrollen wurden 170 Treffer im AFIS-System registriert. Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamts, zog eine positive Bilanz und nannte unter anderem Fälle, in denen gesuchte Personen trotz falscher Angaben identifiziert werden konnten.
Bei der Entwicklung wurde auf die Einhaltung datenschutzrechtlicher und gesetzlicher Vorgaben geachtet. Laut Darstellung werden die erfassten Fingerabdrücke ausschließlich für den unmittelbaren Abgleich verwendet, nicht gespeichert und nach Abschluss des Vorgangs gelöscht.
Die gemeinsame Entwicklung des Bundeskriminalamts mit dem AIT stößt laut OTS auf internationales Interesse und wird von Österreich auch bei einer UNO-Veranstaltung in New York vorgestellt. Innovations- und Technologieminister Peter Hanke betonte die Bedeutung von Schlüsseltechnologien wie KI und Sensorik für das digitale Identitätsmanagement.
Ein weiterer Entwicklungsschritt ist die geplante Anbindung an europäische biometrische Systeme ab 2027; OTS nennt dabei einen möglichen Datenbestand von bis zu 400 Millionen Personen im Kontext der europäischen Systeme.
Die Implementierung erfolgte laut OTS über mehrere Jahre hinweg unter Beachtung rechtlicher Vorgaben; die Anwendung ist für Situationen vorgesehen, in denen Personen sich nicht ausweisen können oder Zweifel an der Identität bestehen.