Spitzenplatz bei Marie Skłodowska-Curie Actions mit 13,1% Erfolgsquote
Österreich erzielt bei europäischer Forschungsförderung Rekordergebnis: 56 Projekte mit 12,66 Millionen Euro Fördervolumen bewilligt.
Österreichs Wissenschaftslandschaft kann einen bemerkenswerten Erfolg verbuchen: Im aktuellen Call der „Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) Postdoctoral Fellowships 2025" erreichte das Land eine Erfolgsquote von 13,1 Prozent und liegt damit im Vergleich der 27 EU-Mitgliedstaaten an der absoluten Spitze. Lediglich die assoziierte Schweiz weist eine noch höhere Erfolgsquote auf.
Insgesamt 56 exzellente Forschungsprojekte werden mit einem Fördervolumen von rund 12,66 Millionen Euro nach Österreich geholt – das bedeutet einen Anstieg um 16 Projekte beziehungsweise 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2024. Diese Zahlen unterstreichen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Forschungseinrichtungen.
Die Dimension des Erfolgs wird deutlich, wenn man die Zahlen der gesamten Ausschreibung betrachtet: Europaweit wurden 17.066 Projektanträge eingereicht – ein beeindruckendes Plus von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von diesen können lediglich 1.610 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 404 Millionen Euro gefördert werden, was einer durchschnittlichen Erfolgsquote von nur 9,6 Prozent entspricht.
Österreich trug mit 429 evaluierten Projekten zur Rekordteilnahme bei – eine Zunahme von 74 Prozent gegenüber 2024. Diese Zahlen zeigen nicht nur das gestiegene Interesse an internationaler Forschungskooperation, sondern auch die hohe Qualität der österreichischen Forschungsanträge.
Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, zeigt sich erfreut über diesen Erfolg: "Der Erfolg bei den MSCA Postdoctoral Fellowships zeigt, wie stark und international unsere Forschung aufgestellt ist. Postdoktorandinnen und Postdoktoranden bringen neue Ideen, neue Perspektiven und Innovation in unsere Hochschulen und Forschungseinrichtungen."
Die Ministerin betont weiter: "Dass sich so viele Projekte im hochkompetitiven europäischen Umfeld durchsetzen konnten, ist ein klares Zeichen für die hohe Qualität der Forschung in Österreich. Es unterstreicht zudem, dass Österreich ein attraktiver Ort für Forscher:innen aus aller Welt ist."
Die 56 bewilligten Projekte decken ein beeindruckend breites Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen ab. Die Verteilung nach Bewertungs-Panels zeigt die Stärken der österreichischen Forschungslandschaft:
Diese Verteilung spiegelt die traditionell starke Position Österreichs in den Geistes- und Sozialwissenschaften wider, zeigt aber auch eine gesunde Balance zu naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen.
Insgesamt konnten 17 verschiedene österreichische Organisationen erfolgreich Projekte einwerben. Die forschungsstärksten Einrichtungen in dieser Ausschreibungsrunde sind:
Diese Verteilung zeigt, dass sowohl etablierte Universitäten als auch spezialisierte Forschungseinrichtungen wie das ISTA international erfolgreich agieren können.
Der Erfolg österreichischer Forschung zeigt sich nicht nur bei den geförderten Projekten. Zusätzlich werden 246 aus Österreich eingereichte Anträge mit einem "Seal of Excellence" ausgezeichnet. Dieses prestigeträchtige Gütesiegel erhalten Projekte, die in der Begutachtung mindestens 85 von 100 Punkten erreichen, aber aufgrund des begrenzten Budgets keine Förderung erhalten können.
Das mit diesen exzellent beurteilten, aber nicht geförderten Projekten verbundene Antragsvolumen beläuft sich auf beeindruckende 55,5 Millionen Euro. Diese Zahlen verdeutlichen das enorme Potenzial der österreichischen Forschungslandschaft und den Bedarf an zusätzlichen Fördermitteln.
Bei den "Outgoing Global Fellowships", in deren Rahmen Postdoktorandinnen und Postdoktoranden von Europa in Drittstaaten wechseln, zeigen sich interessante Trends. Die USA sind trotz der aktuellen geopolitischen Lage weiterhin das mit Abstand attraktivste Zielland. Insgesamt 96 geförderte Projekte sind mit einem Forschungsaufenthalt in den Vereinigten Staaten verbunden.
Dahinter folgen mit deutlichem Abstand Kanada (20 Projekte), Australien (15 Projekte) und Brasilien (7 Projekte). Diese Zahlen unterstreichen die anhaltende Anziehungskraft des amerikanischen Wissenschaftssystems für europäische Nachwuchsforscher.
Interessant ist auch die Entwicklung in die Gegenrichtung: Die Ausschreibung 2025 verzeichnete im Vergleich zu früheren Ausschreibungen einen deutlichen Anstieg der Anträge von Forschenden mit Sitz außerhalb der EU. Rund 50 Prozent der Anträge stammten von Forschenden, die außerhalb der EU ansässig sind.
Besonders bemerkenswert ist, dass 997 Anträge von Forschenden aus den USA eingereicht wurden, die an eine Institution in Europa kommen wollten – mehr als doppelt so viele wie die 454 Anträge im Jahr 2024. Dies könnte auf eine veränderte Wahrnehmung Europas als Forschungsstandort hindeuten.
Für Forschende, die sich für die Teilnahme an künftigen MSCA-Ausschreibungen interessieren, bietet die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) als Nationale Kontaktstelle umfassende Unterstützung. Das Serviceangebot der FFG umfasst:
Diese professionelle Betreuung trägt zweifellos zum Erfolg österreichischer Anträge bei und stellt sicher, dass das vorhandene Forschungspotenzial optimal genutzt wird.
Die Marie Skłodowska-Curie Actions sind eines der renommiertesten Förderprogramme für die Mobilität von Forschenden in Europa. Sie zielen darauf ab, die Karriereentwicklung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu unterstützen und gleichzeitig den Wissenstransfer zwischen verschiedenen Ländern und Sektoren zu fördern.
Für Österreich bedeutet dieser Erfolg nicht nur einen direkten finanziellen Zugewinn von 12,66 Millionen Euro, sondern auch einen wichtigen Imagegewinn als internationaler Forschungsstandort. Die geförderten Postdocs bringen nicht nur ihre Expertise mit, sondern entwickeln auch langfristige Netzwerke, die der österreichischen Forschung über die Projektlaufzeit hinaus zugutekommen.
Der 40-prozentige Anstieg gegenüber dem Vorjahr zeigt, dass Österreich seine Position im internationalen Forschungswettbewerb weiter stärken konnte. Dies ist besonders bemerkenswert angesichts der gestiegenen Konkurrenz durch die 65-prozentige Zunahme der europäischen Anträge.
Der Erfolg bei den MSCA Postdoctoral Fellowships 2025 ist ein wichtiger Baustein für die weitere Internationalisierung der österreichischen Forschungslandschaft. Gleichzeitig zeigen die 246 exzellent bewerteten, aber nicht geförderten Projekte, dass noch erhebliches ungenutztes Potenzial vorhanden ist.
Die hohe Zahl amerikanischer Forscher, die nach Europa wechseln möchten, bietet Österreich die Chance, sich als attraktiver Standort für Spitzenforscher zu positionieren. Dies erfordert jedoch kontinuierliche Investitionen in die Forschungsinfrastruktur und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.
Mit der professionellen Unterstützung durch die FFG und der bewiesenen Exzellenz der österreichischen Forschungseinrichtungen ist das Land gut positioniert, um auch in künftigen Ausschreibungen erfolgreich zu sein und seine Rolle als wichtiger Akteur im europäischen Forschungsraum weiter zu stärken.