Von Fotografie über Malerei bis zu interaktiven Museumsangeboten
Das Land Niederösterreich bietet Ende Februar und Anfang März ein reichhaltiges Kulturprogramm mit neuen Ausstellungen und Vermittlungsangeboten.
Das kulturelle Leben in Niederösterreich zeigt sich Ende Februar und Anfang März besonders lebendig. Zahlreiche Museen, Galerien und Kunstvereine präsentieren neue Ausstellungen und innovative Vermittlungsprogramme, die von zeitgenössischer Fotografie über historische Frauenfiguren bis hin zu interaktiven Familienerlebnissen reichen.
Den Auftakt macht am 25. Februar die Ausstellung "Between White and Night" in der Ausstellungsbrücke im NÖ Landhaus in St. Pölten. Der in Wiener Neustadt aufgewachsene Multimediakünstler Patrick Topitschnig erforscht in seinen Arbeiten, wie Realität durch Licht geformt, angehalten und transformiert wird. Als Filmemacher, Fotograf und Audio-Künstler bringt Topitschnig verschiedene Medien zusammen und schafft dabei neue Perspektiven auf die Wahrnehmung von Zeit und Raum.
Die Vernissage findet am 25. Februar um 18:30 Uhr statt. Besucher können die Ausstellung bis zum 29. März täglich von 8 bis 18 Uhr kostenfrei besichtigen. Die zentrale Lage im Landhaus macht die Schau besonders für Berufstätige und Touristen zugänglich.
Am 26. Februar eröffnet im Foyer des Kremser Rathauses um 17 Uhr die Preview von "IMAGINE HERstory". Sieben Studierende des Masterstudiengangs Digital Design der University of Applied Sciences St. Pölten haben sich mit bedeutenden historischen Frauenfiguren auseinandergesetzt und diese fotografisch neu interpretiert.
Die Auswahl der porträtierten Frauen zeigt die Bandbreite weiblicher Pionierarbeit: Hannah Wilke als Konzeptkünstlerin, Ingeborg Bachmann als Literatin, Ana Mendieta als Performance-Künstlerin, Shere Hite als Sexualforscherin, Lili Elbe als Transgender-Pionierin, Johanna Dohnal als Frauenpolitikerin und Valie Export als Medienkünstlerin.
Besonders innovativ ist die Präsentation: Während die Hauptausstellung in Kooperation mit dem museumkrems bis zum 27. März im Rathaus zu sehen ist, wird "IMAGINE HERstory" vom 6. bis 18. März als Citylight-Ausstellung in 22 Kremser Citylights im öffentlichen Raum präsentiert. Diese Strategie bringt Kunst direkt zu den Menschen und macht sie im Stadtalltag sichtbar.
Am 27. Februar um 19 Uhr laden der Kunstverein Mistelbach und die Blau-Gelbe Viertelsgalerie zur Eröffnung der Ausstellung "Zauber des Anfangs" ins Barockschlössl Mistelbach. Neun Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Arbeiten: Alexandra Uccusic, Alfred Hruschka, Anita Steinwidder, Bruno Pisek, Crackthefiresister, Christiane Spatt, Fria Elfen, Greta Znojemsky und Susanne Guzei-Taschner.
Die Ausstellung läuft bis zum 22. März und ist an Wochenenden von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Das historische Ambiente des Barockschlössls bildet einen reizvollen Kontrast zu zeitgenössischer Kunst und schafft einen besonderen Rahmen für die Werkpräsentation.
Der Kunstverein Baden eröffnet am 28. Februar um 16 Uhr gleich zwei Ausstellungen: "not quite there" und "Tauchgang". In "not quite there" setzen sich Anja Nowak und Letizia Werth auf unterschiedliche Weise mit Zeitlichkeit, Veränderung und Sprache auseinander – zentrale Themen der zeitgenössischen Kunst.
Im benachbarten Projektraum begibt sich Rosa Roedelius gemeinsam mit Kameramann Benny Paya auf "Tauchgang". Diese Installation ist Teil ihres fortlaufenden Filmprojekts "Zwischenland" und wurde in einem eigens entwickelten Bühnenbild realisiert. Beide Ausstellungen laufen bis zum 29. März und sind an Wochenenden von 13 bis 18 Uhr zugänglich.
Ein besonderes Highlight wartet in Tulln: Am 28. Februar öffnet das Hundertwasser-Schiff "Regentag" im Gästehafen wieder seine Luken. Das schwimmende Kunstwerk war einst Friedensreich Hundertwassers Zuhause und künstlerisches Hauptquartier und bietet nun seltene Einblicke in das Leben und Schaffen des berühmten Künstlers.
Die Besichtigungstermine sind sorgfältig über das Jahr verteilt: Nach der ersten Öffnung am 28. Februar von 13 bis 16 Uhr folgen weitere Termine am 16. Mai, 11. Juli, 8. August und 6. September jeweils von 14 bis 17 Uhr. Ein besonderer Termin ist der 5. September mit verlängerten Öffnungszeiten von 14 bis 19 Uhr. Den Höhepunkt bildet die Teilnahme an der "Langen Nacht der Museen" am 3. Oktober von 18 bis 23 Uhr.
Neben den Ausstellungseröffnungen bieten verschiedene Institutionen spezielle Vermittlungsprogramme an. Die Landesgalerie Niederösterreich in Krems veranstaltet am 28. Februar ab 15 Uhr einen Artist Talk mit Iris Andraschek, bei dem die Künstlerin persönliche Einblicke in ihre Arbeit und Inspirationsquellen gibt.
Am 1. März folgt eine Spotlight-Tour "Kunst", die in nur 30 Minuten ein Best-of der aktuellen Ausstellungen präsentiert – ideal für Besucher mit wenig Zeit oder als ersten Überblick über das aktuelle Programm.
Besonders familienfreundlich zeigt sich das Programm am ersten März-Wochenende. Das Museum Niederösterreich in St. Pölten lädt zum "Sonntag im Museum" mit Basteln, Mikroshows und familiengerechten Museumstouren. Der "Tierische Dienstag" am 3. März bietet eine Entdeckungstour zu Wandelnden Blättern, Stab- und Gespenstschrecken, die sogar auf die Hand genommen werden können.
Das Karikaturmuseum Krems lockt mit einer interaktiven Familienführung, die den Wald durch Riechen, Sehen, Hören und Fühlen erlebbar macht. Ein besonderes Highlight ist der Abstecher zum Grüffelo, der jüngste Besucher begeistert.
Das Museum Traiskirchen startet am 1. März mit "Vom Einrad zum Hoverboard" in die Saison und erklärt Kindern ab sechs Jahren die Mechanik und Geschichte des Fahrrads. Das Museum Gugging bietet ein "Großes Malspektakel" mit Gemeinschaftsbildern sowie Workshops zur Collagetechnik.
Schloss Hof verbindet Kultur mit Kulinarik: Die "Kaiserliche Tea-Time" am 28. Februar und 1. März kombiniert Aperitif und Tee mit Führungen durch die Prunkräume und den winterlichen Barockgarten. Für Frühaufsteher gibt es "Frühstück & Führung" mit exklusivem Frühstück und anschließenden Führungen.
Die University of Applied Sciences in St. Pölten greift am 3. März ein hochaktuelles gesellschaftliches Thema auf: Im Rahmen der Ausstellung "Wie geht's Alter" findet ein Austausch- und Vernetzungstreffen zum Thema gemeinschaftliches und inklusives Wohnen in Niederösterreich statt. Bereits ab 17 Uhr wird eine Führung durch die Ausstellung angeboten.
Die Galerie GrenzART in Hollabrunn zeigt noch bis 29. März die "NÖDOK / On Tour"-Ausstellung "Dieses Bild hat immer das letzte Wort". 16 Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit der Zirkularität von Abbild, Bedeutung, Konstruktion und Dekonstruktion von Inhalten auseinander – ein hochaktuelles Thema in Zeiten von Social Media und digitaler Bildbearbeitung.
Die meisten Ausstellungen sind kostenfrei oder zu moderaten Preisen zugänglich. Online-Tickets sind teilweise über die Kunstmeile-Website verfügbar. Die Öffnungszeiten variieren je nach Institution, wobei viele Angebote bewusst auf Wochenenden konzentriert sind, um Berufstätigen den Besuch zu ermöglichen.
Die geografische Verteilung der Angebote über ganz Niederösterreich – von St. Pölten über Krems und Baden bis Hollabrunn und Tulln – zeigt die dezentrale Kulturlandschaft des Bundeslandes und macht Kunst für alle Regionen zugänglich.
Diese Vielfalt an Ausstellungen und Vermittlungsprogrammen unterstreicht Niederösterreichs Position als wichtiger Kulturstandort, der sowohl etablierte Institutionen als auch innovative Formate und gesellschaftsrelevante Themen gleichermaßen fördert.