Ein vier mal vier Meter großes Sackgassenschild markiert das Ende einer Kontroverse, die Österreich seit Jahren beschäftigt: Die Lobau-Autobahn. Greenpeace-Aktivisten haben das Schild symbolisch am...
Ein vier mal vier Meter großes Sackgassenschild markiert das Ende einer Kontroverse, die Österreich seit Jahren beschäftigt: Die Lobau-Autobahn. Greenpeace-Aktivisten haben das Schild symbolisch am Ende der geplanten Trasse aufgestellt und damit ein Verkehrsprojekt ins Rampenlicht gerückt, das rechtlich auf wackligen Beinen steht. Während die Vorarbeiten für die umstrittene Autobahn bereits begonnen haben, fehlt nach wie vor die entscheidende Genehmigung für den Lobau-Tunnel – ohne den würde die Autobahn buchstäblich im Nirgendwo enden.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) verhandelt derzeit darüber, ob für den Lobau-Tunnel eine strategische Umweltprüfung (SUP) notwendig ist. Solche Prüfungen sind seit 2004 europarechtlich vorgeschrieben. Ausnahmen gibt es jedoch für Projekte, die zum Stichtag der nationalen Umsetzung bereits in der konkreten Vorbereitung waren. Es liegt nun am EuGH zu klären, ob die Pläne für den Lobautunnel 2004 bereits konkret genug waren. Ein entsprechendes Urteil würde den ohnehin für frühestens 2030 geplanten Baubeginn des Lobautunnels nochmals um Jahre verzögern. Mit einem Urteil des EuGH wird gegen Ende 2026 gerechnet. Bis zu einer Urteilsverkündung ruhen zudem die noch offenen wasser- und naturschutzrechtlichen Verfahren.
Greenpeace fordert den sofortigen Stopp aller Bauvorbereitungen und eine klima- und sozialverträgliche Mobilitätswende, die konsequent auf den Ausbau von Bahn- und Busverbindungen statt auf fossile Großprojekte setzt. Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in Österreich, sagte: „Der Startschuss für Österreichs größte Sackgasse – die Lobauautobahn – ist gefallen. Mit viel Geld und Beton soll hier ein Steinzeitprojekt durchgedrückt werden, das die Natur zerstört, wertvollen Boden versiegelt und die Klimakrise befeuert. Minister Hanke muss das Projekt unbedingt stoppen. Stattdessen braucht es schnelle und einfache Mobilitätsangebote für die Menschen in der Donaustadt: Die S80 muss taktverdichtet und die 25er Bim über die Stadtgrenze hinaus bis nach Groß-Enzersdorf ausgebaut werden.”
Für die Menschen in Wien und Niederösterreich fordert Greenpeace mehr öffentliche Verkehrsmittel, eine bessere Radinfrastruktur sowie eine zielgerichtete Parkraumbewirtschaftung. Das führt nach Ansicht der Umweltschutzorganisation zu weniger versiegelten Böden und weniger fossilem Verkehr.
Für Donnerstag, den 2. April 2026 um 9:00 Uhr kündigen mehrere Umweltorganisationen eine spontane Demonstration vor dem Verkehrsministerium an.
Fotos und Videos von der Aktion finden Sie hier: https://bit.ly/4teFSLw
Fotomaterial steht unter Angabe der Credits für die redaktionelle Nutzung kostenlos zur Verfügung
Fotos: © Mitja Kobal / Greenpeace
Videos: © Greenpeace