Vielfältiges Musikprogramm vom 19. bis 24. Februar in Baden, St. Pölten, Krems und weiteren Orten
Niederösterreich bietet diese Woche ein buntes Konzertprogramm: Vom singenden Rabbi in Baden über Austropop-Hommagen bis zu klassischen Meisterwerken.
Die kommende Woche steht in Niederösterreich ganz im Zeichen der Musik. Von der Uraufführung eines besonderen Musikabends über den singenden Rabbi Shlomo Carlebach bis hin zu klassischen Orchesterkonzerten und Nachwuchstalenten – das Bundesland präsentiert sich einmal mehr als kulturelle Hochburg mit einem beeindruckend vielfältigen Programm.
Den Auftakt dieser ereignisreichen Konzertwoche macht am Donnerstag, dem 19. Februar, ein ganz besonderes Ereignis in Baden. Das Zentrum für interkulturelle Begegnungen (ZiB) feiert das 20-jährige Jubiläum der Renovierung und Wiedereröffnung der Badener Synagoge. Zu diesem Anlass erwartet die Besucherinnen und Besucher ab 19.30 Uhr eine Uraufführung der besonderen Art.
Roman Grinberg präsentiert an diesem Abend "Shlomo Carlebach – der singende Rabbi", einen Musikabend inklusive szenischer Lesung. Das Programm porträtiert das bewegte Leben des orthodoxen Rabbiners Shlomo Carlebach und nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch dessen Lebensgeschichte. Von Wien und Baden führt der musikalische Weg über New York bis nach San Francisco, von chassidischen Liturgien bis zu den charakteristischen Klängen der Folkbewegung der 1968er-Jahre.
Der Eintritt zu dieser einzigartigen Veranstaltung ist frei, allerdings ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Zudem wird beim Einlass ein gültiger Lichtbildausweis benötigt – eine Sicherheitsmaßnahme, die bei Veranstaltungen in jüdischen Einrichtungen mittlerweile zum Standard gehört.
Am Freitag, dem 20. Februar, macht die Künstlerin Anna Buchegger im Rahmen ihrer "Soiz"-Tour Station im Freiraum St. Pölten. Ab 20 Uhr erwartet das Publikum eine ungewöhnliche musikalische Erfahrung, bei der alpenländische Traditionen auf Selbstironie und avantgardistischen Wagemut treffen. Buchegger ist bekannt dafür, traditionelle Elemente aufzubrechen und in einen zeitgenössischen Kontext zu setzen – sowohl musikalisch als auch visuell.
Ebenfalls am Freitagabend, allerdings bereits ab 19.30 Uhr, gastieren die Rabtaldirndln in der Bühne im Hof in St. Pölten. Monika Klengel und Antonia Stabinger treten als "Hormone Singers" auf und nehmen sich mit ihrem charakteristischen Humor und musikalischem Können das Thema Ehe vor. Die beiden Künstlerinnen sind für ihre pointierten und unterhaltsamen Programme bekannt, die gesellschaftliche Themen mit viel Witz und Musikalität aufarbeiten.
In Mistelbach widmet sich die Band "Grüß Gott, Frau Kompott" am Freitag, dem 20. Februar, ab 19.30 Uhr im Alten Depot einem der großen österreichischen Liedermacher: Georg Danzer. Das Besondere an diesem Abend ist der Fokus auf die weniger bekannten, dafür umso politischeren und gesellschaftskritischeren Lieder des 2007 verstorbenen Musikers.
Während Hits wie "Jö schau" oder "Ruaf mi ned au" einem breiten Publikum bekannt sind, hatte Danzer in seinem umfangreichen Schaffen auch zahlreiche Lieder verfasst, die sich kritisch mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzten. Die Band "Grüß Gott, Frau Kompott" holt diese Stücke nun aus dem Schatten der großen Hits hervor und präsentiert sie dem Mistelbacher Publikum.
Der Samstag, 21. Februar, bietet gleich mehrere musikalische Höhepunkte in ganz Niederösterreich. Den Auftakt macht bereits um 17 Uhr der diesjährige "Variacello"-Konzertreigen im Festsaal des BORG Wiener Neustadt. Unter dem Titel "Fabelhafte Begegnungen" gestalten das Trio Amabile und Stefan Teufert am Violoncello einen märchenhaft-musikalischen Abend.
Das Programm verspricht euphonische Raritäten für Bogen, Atem, Tasten und Stimme – eine Kombination, die Liebhaber der Kammermusik besonders ansprechen dürfte. Die "Variacello"-Konzertreihe hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen für qualitativ hochwertige Aufführungen mit besonderem Augenmerk auf das Violoncello gemacht.
In der "babü" in Wolkersdorf öffnet am Samstagabend ab 20.30 Uhr die Hackbrettistin Maria Ma gemeinsam mit dem PUR Ensemble Türen zu den unterschiedlichsten musikalischen Welten. Das Programm trägt den passenden Titel "Wendezeit" und verspricht eine Reise durch verschiedene Genres.
Das Hackbrett, ein traditionelles Saiteninstrument, das vor allem aus der alpenländischen Volksmusik bekannt ist, erfährt in den Händen von Maria Ma eine völlig neue Interpretation. In Kombination mit dem PUR Ensemble entstehen Klangwelten, die weit über die traditionellen Grenzen des Instruments hinausgehen.
Fans des österreichischen Liedguts kommen am Samstag, dem 21. Februar, im VAZ St. Pölten voll auf ihre Kosten. WIR4, die Original Austria 3-Band, macht im Rahmen ihrer "15 Jahre Jubiläumstour 2026" Station in der Landeshauptstadt. Ab 19.30 Uhr erklingen Hits der legendären Supergroup Austria 3, die aus Wolfgang Ambros, Georg Danzer und Rainhard Fendrich bestand.
Neben den bekannten Austria 3-Songs präsentiert WIR4 auch eigene Kompositionen sowie internationale Covers in wienerischen Übersetzungen. Diese besondere Mischung aus Nostalgie und frischen Interpretationen hat die Band zu einem Publikumsliebling gemacht.
Ein ganz besonderes Jubiläum feiern Herbert Prohaska und Pete Art am Samstag in der Babenbergerhalle in Klosterneuburg: 20 Jahre gemeinsames Bühnenschaffen. Ab 20 Uhr präsentieren die beiden Künstler unter dem Motto "Best of: 20 Jahre Pete Art & Herbert Prohaska" Gassenhauer aus den 1950er- bis 1990er-Jahren.
Diese vier Jahrzehnte Musikgeschichte bieten reichlich Material für einen unterhaltsamen Abend, der von Wirtschaftswunder-Schlager bis zu den Hits der frühen Neunziger reicht. Die langjährige Zusammenarbeit der beiden Künstler garantiert ein eingespieltes Programm mit viel Charme und Können.
Wer am Samstag, dem 21. Februar, im Waldviertel unterwegs ist, sollte einen Abstecher ins Dorfzentrum Meiseldorf in Betracht ziehen. Dort spielt ab 19.30 Uhr die Coverband "Jive for Five" und deckt dabei ein beeindruckend breites Spektrum ab: Rock, Jazz, Blues, Boogie, Swing, Jive und Pop-Musik stehen auf dem Programm.
Diese stilistische Vielfalt macht die Band zu einem Garanten für gute Stimmung, da für praktisch jeden Musikgeschmack etwas dabei ist. Coverbands wie "Jive for Five" leisten einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben in ländlichen Regionen und bringen Live-Musik auch abseits der großen Zentren zu den Menschen.
Der Sonntag, 22. Februar, beginnt musikalisch mit einer Sing-Along-Show der besonderen Art. Im Schloss Kottingbrunn bringt die Musical-Fun-Family "Kranner hoch drei" ab 18 Uhr die schönsten ABBA-Hits auf die Bühne. Das Format "ABBA MIA!" ist explizit zum Mitsingen, Mitklatschen und Mittanzen konzipiert.
Die zeitlosen Hits der schwedischen Supergruppe ABBA eignen sich hervorragend für ein solches interaktives Format. Von "Dancing Queen" über "Mamma Mia" bis zu "Waterloo" – die eingängigen Melodien laden förmlich zum Mitsingen ein und versprechen einen unterhaltsamen Familienabend im historischen Ambiente des Schlosses.
Ebenfalls am Sonntag feiert das Ensemble Faltenradio im Kulturbahnhof Altenmarkt-Thenneberg sein 15-jähriges Bestehen. Ab 19.30 Uhr steht der Abend unter dem Motto "15 Jahre musikalische Grenzüberschreitung". Das Ensemble hat sich über die Jahre einen Namen für unkonventionelle musikalische Ansätze gemacht, die verschiedene Genres und Stile miteinander verbinden.
Besonders hervorzuheben ist bei dieser Veranstaltung das Preismodell: Der Eintritt erfolgt nach freiem Ermessen. Diese niederschwellige Herangehensweise ermöglicht es auch Menschen mit kleinerem Budget, an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen – ein Konzept, das im Kulturbetrieb leider noch viel zu selten anzutreffen ist.
Am Montag, dem 23. Februar, erwartet Filmliebhaber und Geschichtsinteressierte ein besonderes Erlebnis im Cinema Paradiso St. Pölten. Der renommierte Stummfilmpianist Gerhard Gruber begleitet ab 18 Uhr live am Klavier den Film "Die schwarze Garde marschiert" aus dem Jahr 1937.
Dieses Zeitdokument wird mit einer fachkundigen Einführung durch Thomas Pulle vom Stadtmuseum St. Pölten und den Historiker Lukas Kalteis eingeleitet. Die Kombination aus historischem Filmmaterial, Live-Musik und wissenschaftlicher Einordnung macht diese Veranstaltung zu einem Gesamtkunstwerk, das sowohl unterhält als auch bildet.
Einen klassischen Höhepunkt bietet das Festspielhaus St. Pölten am Montag, dem 23. Februar. Ab 19.30 Uhr spielt das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich unter der Leitung von Tomáš Netopil Werke der böhmischen Romantik.
Auf dem Programm stehen Antonín Dvořáks Konzert für Violoncello und Orchester in h-moll (op. 104) sowie Josef Suks Symphonie in E-Dur (op. 14). Als Solist am Violoncello ist Julian Steckel zu hören, der zu den führenden Cellisten seiner Generation zählt. Dvořáks Cellokonzert gilt als eines der bedeutendsten Werke für dieses Instrument und ist regelmäßig in den Programmen großer Orchester weltweit zu finden.
Den Abschluss dieser ereignisreichen Konzertwoche bildet am Dienstag, dem 24. Februar, ein Konzert der besonderen Art in der Musikschule Krems. Ab 18 Uhr präsentieren fünf junge Musikerinnen und Musiker im Konzertsaal ihr Können. Die Nachwuchstalente werden im Rahmen des Stipendienprogramms "MUSIC4Kids" gefördert.
Solche Programme sind für die musikalische Nachwuchsförderung von unschätzbarem Wert. Sie ermöglichen talentierten jungen Menschen eine qualitativ hochwertige Ausbildung und geben ihnen die Möglichkeit, Bühnenerfahrung zu sammeln. Das Konzert in Krems bietet dem Publikum die Gelegenheit, die Früchte dieser Förderung hautnah zu erleben und vielleicht die Stars von morgen bei ihren ersten Schritten auf der Bühne zu beobachten.
Für alle genannten Veranstaltungen empfiehlt sich eine rechtzeitige Reservierung, da die Kapazitäten oft begrenzt sind. Die jeweiligen Kontaktdaten und Websites der Veranstalter bieten aktuelle Informationen zu Verfügbarkeit und Preisen. Niederösterreichs vielfältige Kulturlandschaft zeigt sich in dieser Woche von ihrer besten Seite und bietet für jeden Geschmack das passende musikalische Erlebnis.