Am 11. November 2025 fand in Wien eine bedeutende Preisverleihung statt, die einmal mehr die Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis in der Landwirtschaft unterstrich. Die Österreichische Hagelversicherung vergab den renommierten BOKU-Förderpreis an herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die
Am 11. November 2025 fand in Wien eine bedeutende Preisverleihung statt, die einmal mehr die Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis in der Landwirtschaft unterstrich. Die Österreichische Hagelversicherung vergab den renommierten BOKU-Förderpreis an herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit den drängenden Herausforderungen der modernen Landwirtschaft auseinandersetzen. Diese Auszeichnung ist nicht nur eine Anerkennung für die Preisträger, sondern auch ein wichtiger Impulsgeber für die gesamte Branche.
Der BOKU-Förderpreis wird jährlich von der Österreichischen Hagelversicherung in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) verliehen. Ziel ist es, innovative wissenschaftliche Arbeiten zu fördern, die praxisnahe Lösungen für die Landwirtschaft bieten. Die Preisträger des Jahres 2025, DI Dr. Magdalena Wachter-Karpfinger, DI Simon Klaus Schätz und DDI Florian Schmeisser, wurden für ihre wegweisenden Arbeiten in den Bereichen Raumplanung, Bodengesundheit und Pflanzenschutz ausgezeichnet.
DI Dr. Magdalena Wachter-Karpfinger wurde für ihre Dissertation ausgezeichnet, die die Rolle der Raumplanung in der Sicherung landwirtschaftlicher Flächen untersucht. Raumplanung bezeichnet die systematische Gestaltung und Nutzung von Flächen, um eine geordnete Entwicklung von Städten und Gemeinden zu gewährleisten. Wachter-Karpfinger betont, dass die Interessen der Landwirtschaft stärker in Planungsprozesse integriert werden müssen, um die regionale Lebensmittelversorgung zu sichern. Ihre Forschung zeigt, dass eine gezielte Raumplanung entscheidend für die Existenzsicherung landwirtschaftlicher Betriebe ist.
Historisch betrachtet hat die Raumplanung in Österreich eine lange Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert wurden erste Maßnahmen zur geordneten Flächennutzung ergriffen, um den Herausforderungen der Industrialisierung zu begegnen. Heute steht die Raumplanung vor neuen Herausforderungen, insbesondere durch den Klimawandel und die zunehmende Urbanisierung. Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich bereits frühzeitig Maßnahmen zur Integration landwirtschaftlicher Interessen in die Raumplanung ergriffen, was sich positiv auf die Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen auswirkt.
DI Simon Klaus Schätz untersuchte in seiner Masterarbeit die Auswirkungen verschiedener Bodenbearbeitungsmethoden auf die Bodengesundheit. Bodengesundheit beschreibt die Fähigkeit des Bodens, Pflanzenwachstum zu unterstützen, Wasser zu speichern und Nährstoffe bereitzustellen. Schätz' Forschung zeigt, dass konservierende Methoden wie die Direktsaat nicht nur die Bodenfruchtbarkeit langfristig sichern, sondern auch den ökologischen Fußabdruck der Landwirtschaft verringern können.
Bodengesundheit ist ein zentrales Thema in der Landwirtschaft, da sie direkt mit der Ertragsfähigkeit und Nachhaltigkeit von Agrarbetrieben verknüpft ist. In Österreich wird seit Jahren verstärkt auf nachhaltige Bodenbewirtschaftung gesetzt, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland und der Schweiz, die ebenfalls auf nachhaltige Methoden setzen, hat Österreich durch gezielte Förderprogramme und Forschungspartnerschaften eine Vorreiterrolle eingenommen.
DDI Florian Schmeisser erhielt den Förderpreis für seine Arbeit zur Identifikation von Pythium spp. als Hauptverursacher von Auflaufkrankheiten im Ölkürbisanbau. Pythium spp. sind bodenbürtige Krankheitserreger, die Samenfäule und andere Krankheiten verursachen können. Schmeissers Forschung ermöglicht die Entwicklung gezielter Pflanzenschutzstrategien, um die Erträge im Ölkürbisanbau zu sichern.
Der Ölkürbisanbau hat insbesondere in der Steiermark eine große wirtschaftliche Bedeutung. Die Identifikation von Krankheitserregern und die Entwicklung von Schutzstrategien sind entscheidend, um die Qualität und Menge der Ernte zu sichern. Österreich hat im Bereich Pflanzenschutz bereits zahlreiche Fortschritte erzielt, wobei der Fokus auf umweltfreundlichen und nachhaltigen Methoden liegt.
Die ausgezeichneten Arbeiten haben das Potenzial, die österreichische Landwirtschaft nachhaltig zu beeinflussen. Durch die Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis können landwirtschaftliche Betriebe ihre Erträge sichern und gleichzeitig umweltfreundlicher wirtschaften. Dies ist besonders wichtig in Zeiten des Klimawandels, der die Landwirtschaft vor große Herausforderungen stellt.
Die Preisverleihung zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis ist. Die BOKU und die Österreichische Hagelversicherung setzen hier ein starkes Zeichen für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft, die auf Innovation und Nachhaltigkeit setzt.
Die Zukunft der Landwirtschaft in Österreich wird stark von den Entwicklungen in der Wissenschaft abhängen. Die ausgezeichneten Arbeiten geben einen Ausblick darauf, wie innovative Ansätze die Landwirtschaft transformieren können. Raumplanung, Bodengesundheit und Pflanzenschutz werden auch in Zukunft zentrale Themen bleiben, die durch wissenschaftliche Forschung weiterentwickelt werden müssen.
Die Österreichische Hagelversicherung und die BOKU werden auch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle dabei spielen, junge Talente zu fördern und die Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu schlagen. Der BOKU-Förderpreis ist dabei ein wesentlicher Bestandteil dieser Bemühungen und wird auch in Zukunft Impulse für eine nachhaltige Landwirtschaft geben.
Die Preisverleihung 2025 hat gezeigt, dass Österreich auf einem guten Weg ist, die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft zu meistern. Durch die Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die Umsetzung ihrer Erkenntnisse in die Praxis wird die österreichische Landwirtschaft auch in Zukunft wettbewerbsfähig und nachhaltig bleiben.