Am 9. Dezember 2025 kündigte die Hochschule Campus Wien eine bedeutende öffentliche Lehrveranstaltung an, die sich mit einem der drängendsten gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit befasst: der geschlechtsspezifischen Gewalt. Diese Veranstaltung, die am 17. Dezember stattfinden wird, verspricht, n
Am 9. Dezember 2025 kündigte die Hochschule Campus Wien eine bedeutende öffentliche Lehrveranstaltung an, die sich mit einem der drängendsten gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit befasst: der geschlechtsspezifischen Gewalt. Diese Veranstaltung, die am 17. Dezember stattfinden wird, verspricht, neue Perspektiven und Lösungsansätze in der Gewaltprävention zu eröffnen.
Im Jahr 2025 wurden in Österreich bereits 15 Frauen Opfer von Femiziden, und 34 weitere überlebten Mordversuche oder erlitten schwere Gewalt. Diese erschreckenden Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit, mit der dieses Thema angegangen werden muss. Die Hochschule Campus Wien, in Kooperation mit dem Projekt StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf diese Gewaltformen aufmerksam zu machen und Wege der Prävention aufzuzeigen.
Unter dem Begriff Femizid versteht man die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Dieser Begriff hebt die geschlechtsspezifische Dimension der Gewalt hervor und wird zunehmend in der öffentlichen Diskussion verwendet, um die systematische Natur solcher Verbrechen sichtbar zu machen. Prävention bezieht sich auf Maßnahmen, die darauf abzielen, das Auftreten von Gewalt zu verhindern, bevor sie geschieht. Dies kann durch Bildung, Sensibilisierung und die Förderung von Zivilcourage erreicht werden.
Die Bemühungen zur Gewaltprävention haben in Österreich eine lange Geschichte. Bereits in den 1970er Jahren begannen feministische Bewegungen, das Thema der häuslichen Gewalt auf die politische Agenda zu setzen. Mit der Verabschiedung des Gewaltschutzgesetzes 1997 wurde ein wichtiger rechtlicher Rahmen geschaffen, der es Opfern von Gewalt ermöglicht, Schutzmaßnahmen zu beantragen. Trotz dieser Fortschritte bleibt die Prävention von Gewalt eine komplexe Herausforderung, die kontinuierliche Anstrengungen erfordert.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in Bezug auf die gesetzliche Unterstützung von Gewaltopfern gut aufgestellt ist. Deutschland hat ähnliche Schutzgesetze, während die Schweiz in den letzten Jahren verstärkt auf Präventionsprogramme setzt, die Männer gezielt einbeziehen. Diese internationalen Ansätze bieten wertvolle Erkenntnisse, die auch in Österreich angewendet werden können, um die Prävention zu stärken.
Ein zentrales Thema der Veranstaltung an der Hochschule Campus Wien ist die Rolle der Männer in der Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt. Männer werden oft als Täter wahrgenommen, doch sie können auch als wichtige Verbündete in der Gewaltprävention agieren. Die Veranstaltung wird eine Fishbowl-Diskussion beinhalten, bei der Experten wie Simon Seboth von Neustart Wien und Stefan Glaser von der Männerberatung Wien ihre Erfahrungen und Erkenntnisse teilen.
Die Auswirkungen geschlechtsspezifischer Gewalt sind weitreichend und betreffen nicht nur die Opfer, sondern auch Familien und Gemeinschaften. Ein Beispiel ist das Projekt StoP, das sich auf die Schaffung gewaltfreier Stadtteile konzentriert. Durch die Einbindung von Männern in Präventionsprogramme können diese Projekte effektiver werden. Männer können als Vorbilder in ihren Gemeinschaften fungieren und andere dazu ermutigen, sich gegen Gewalt auszusprechen.
Statistiken zeigen, dass Präventionsprogramme, die Männer einbeziehen, signifikante Erfolge erzielen können. Studien belegen, dass Männer, die an solchen Programmen teilnehmen, ein höheres Bewusstsein für die Problematik entwickeln und eher bereit sind, aktiv gegen Gewalt vorzugehen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, Männer als Partner in der Gewaltprävention zu gewinnen.
Die Zukunft der Gewaltprävention in Österreich hängt stark von der Fähigkeit ab, innovative Ansätze zu entwickeln und umzusetzen. Die Hochschule Campus Wien plant, die gewonnenen Erkenntnisse aus der Veranstaltung in zukünftige Lehrpläne zu integrieren und die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen zu intensivieren. Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung sind entscheidend, um langfristige Veränderungen zu bewirken.
Die bevorstehende Veranstaltung an der Hochschule Campus Wien bietet eine wertvolle Gelegenheit, sich mit der Rolle der Männer in der Gewaltprävention auseinanderzusetzen. Sie lädt dazu ein, bestehende Haltungen zu reflektieren und neue Handlungsoptionen zu erarbeiten. Interessierte sind eingeladen, am 17. Dezember teilzunehmen und gemeinsam mit Experten und anderen Teilnehmern neue Wege in der Gewaltprävention zu erkunden.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Arbeit der Hochschule Campus Wien finden Sie auf der offiziellen Website der Hochschule. Die Teilnahme ist kostenlos und erfordert keine vorherige Anmeldung.