Das European Youth Forum Neumarkt blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück und übergibt die operative Leitung an Dave Kock
Das Europäische Jugendforum Neumarkt hat seinen Jahresbericht 2025 veröffentlicht und wichtige Weichen für die Zukunft gestellt.
Das Europäische Jugendforum Neumarkt (EYFON) hat seine Erfolgsbilanz für das Jahr 2025 präsentiert und dabei nicht nur auf ein arbeitsreiches Jahr zurückgeblickt, sondern auch bedeutende personelle und inhaltliche Weichenstellungen für die Zukunft vorgenommen. Die in der steirischen Europaburg beheimatete Initiative hat sich als wichtiger Akteur im europäischen Jugenddialog etabliert und will diese Position in den kommenden Jahren weiter ausbauen.
Das vergangene Jahr stand für EYFON ganz im Zeichen der inhaltlichen Vertiefung und internationalen Vernetzung. Die Organisation konnte ihr Profil durch eine Vielzahl von Programmen schärfen, die politische Bildung, europäische Werte und interkulturellen Austausch auf professionellem Niveau miteinander verbanden. Internationale Jugendbegegnungen bildeten dabei ebenso einen Schwerpunkt wie thematische Formate zu den großen Fragen unserer Zeit: Demokratie, Menschenrechte und Nachhaltigkeit.
Besonders hervorzuheben ist der partizipative Ansatz, der die Arbeit von EYFON prägt. Junge Menschen werden nicht nur als Teilnehmerinnen und Teilnehmer betrachtet, sondern aktiv in die Gestaltung der Diskussionen eingebunden. Diese Methodik befähigt sie dazu, Verantwortung zu übernehmen und europäische Debatten aktiv mitzugestalten – eine Kompetenz, die angesichts der aktuellen politischen Herausforderungen in Europa von besonderer Bedeutung ist.
Im steirischen Neumarkt, genauer gesagt auf Schloßleiten, hat EYFON seinen Sitz in einer historischen Burganlage gefunden, die zum symbolträchtigen Ort des europäischen Austauschs geworden ist. Jährlich sind mehrere hundert sogenannte „EYFONISTAS" – so werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer liebevoll genannt – Gäste auf der Europaburg. Dort erleben sie interkulturellen Dialog in verschiedenen Formaten, darunter die etablierten PeaceDays und YouthDays sowie diverse Partnerformate.
Die Zielgruppe von EYFON sind junge Europäerinnen und Europäer im Alter von 18 bis 25 Jahren. In dieser prägenden Lebensphase, in der viele junge Menschen ihre Ausbildung abschließen, ins Berufsleben eintreten oder studieren, bietet EYFON ihnen die Möglichkeit, über nationale Grenzen hinweg zu denken und europäische Perspektiven zu entwickeln.
Die Arbeit von EYFON wird durch ein breites Netzwerk namhafter Kooperationspartner ermöglicht. Der Wiener Städtische Versicherungsverein, die Wirtschaftskammerorganisation, der internationale Automobilzulieferer Magna sowie die Energie Steiermark zählen zu den wichtigsten Unterstützern der Initiative. Diese Partnerschaften unterstreichen die gesellschaftliche Relevanz, die der europäischen Jugendarbeit von verschiedenen Seiten der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft beigemessen wird.
Die Zusammenarbeit mit derart unterschiedlichen Partnern – von Versicherungen über Industrieunternehmen bis hin zu Energieversorgern – zeigt auch, dass europäische Jugendbildung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden wird, die nicht allein vom öffentlichen Sektor getragen werden kann.
Mit Beginn des neuen Jahres vollzieht sich bei EYFON ein wichtiger personeller Wechsel. Kathrin Traumüller, die die Organisation in einer prägenden Aufbauphase maßgeblich mitgestaltet hat, übergibt die operative Projektkoordination an ihren Nachfolger. EYFON-Geschäftsführer Christian Buchmann würdigte ihr Engagement mit deutlichen Worten: „Für ihr langjähriges Engagement, ihre strukturierte Aufbauarbeit und ihre maßgebliche Rolle in der Profilbildung von EYFON sprechen wir unseren ausdrücklichen Dank aus."
Die operative Leitung übernimmt künftig Dave Kock, der umfassende Erfahrung im Management europäischer Bildungs- und Dialogprojekte mitbringt. Seine Expertise liegt in der strategischen Partnerkoordination und wirkungsorientierten Programmentwicklung – Kompetenzen, die für die weitere Entwicklung von EYFON als zentral erachtet werden.
EYFON-Präsident Christoph Leitl, der als langjähriger Präsident der Wirtschaftskammer Österreich und des europäischen Wirtschaftskammerverbandes Eurochambres über beste Verbindungen zur europäischen Politik und Wirtschaft verfügt, blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir freuen uns auf die gemeinsame Umsetzung der kommenden Programme und die nächste Entwicklungsphase von EYFON."
Für das kommende Jahr hat EYFON ambitionierte Pläne. Der Fokus soll auf der Weiterentwicklung und inhaltlichen Schärfung der bestehenden Formate liegen. Dabei werden drei Schwerpunktbereiche besonders in den Vordergrund gerückt:
Diese thematische Ausrichtung erscheint angesichts der aktuellen Entwicklungen in Europa besonders relevant. Die Frage, wie demokratische Werte und rechtsstaatliche Prinzipien in Zeiten von Populismus und autoritären Tendenzen gestärkt werden können, beschäftigt die europäische Politik auf allen Ebenen. Gleichzeitig verändert die digitale Transformation nicht nur Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend, sondern auch die Art und Weise, wie politische Debatten geführt und Meinungen gebildet werden.
Die Arbeit von EYFON gewinnt vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage zusätzliche Bedeutung. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der nun schon seit mehr als drei Jahren andauert, hat Europa vor fundamentale Fragen gestellt. Was bedeutet Frieden in Freiheit? Wie können europäische Werte verteidigt werden? Welche Rolle spielen junge Menschen bei der Gestaltung der Zukunft des Kontinents?
EYFON versteht sich als Raum, in dem diese Fragen diskutiert werden können – ohne vorgefertigte Antworten, aber mit dem klaren Bekenntnis zu einem Europa, das Frieden in Freiheit lebt. Dieser programmatische Leitsatz der Organisation gewinnt in Zeiten, in denen bewaffnete Konflikte wieder auf europäischem Boden ausgetragen werden, besondere Aktualität.
Die im Jahresbericht erwähnte wachsende Sichtbarkeit von EYFON in ganz Europa ist kein Zufall. In einer Zeit, in der nationale Egoismen und populistische Bewegungen den europäischen Zusammenhalt herausfordern, wächst auch das Bewusstsein für die Notwendigkeit grenzüberschreitender Initiativen, die junge Menschen zusammenbringen.
Die Alumninetzwerke ehemaliger EYFON-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer erstrecken sich mittlerweile über den gesamten Kontinent. Viele ehemalige EYFONISTAS sind heute in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft tätig und tragen die in Neumarkt gesammelten Erfahrungen in ihre beruflichen und privaten Netzwerke weiter. Diese Multiplikatorenwirkung ist ein wesentlicher Bestandteil der langfristigen Wirkung von EYFON.
Dass eine Initiative wie EYFON in Österreich beheimatet ist, fügt sich in eine längere Tradition ein. Die Alpenrepublik hat sich seit dem EU-Beitritt 1995 immer wieder als Brückenbauer zwischen verschiedenen europäischen Regionen profiliert. Die geografische Lage im Herzen Europas und die historischen Verbindungen sowohl in den westlichen als auch in den mittel- und südosteuropäischen Raum machen Österreich zu einem natürlichen Standort für europäische Begegnungsformate.
Die Steiermark, in der EYFON seinen Sitz hat, grenzt an Slowenien und liegt in unmittelbarer Nähe zu Kroatien und Ungarn. Diese Nachbarschaft zu EU-Mitgliedstaaten, die erst in jüngerer Zeit der Union beigetreten sind, prägt auch die Arbeit von EYFON. Der Dialog zwischen „alten" und „neuen" EU-Mitgliedern, zwischen West und Ost, zwischen verschiedenen politischen Kulturen und historischen Erfahrungen ist ein wesentlicher Bestandteil des europäischen Austauschs, der in Neumarkt gepflegt wird.
Der vorgelegte Jahresbericht und die angekündigten Weichenstellungen zeigen, dass EYFON nicht auf dem Erreichten ausruhen will. Die Kombination aus bewährten Formaten und inhaltlicher Weiterentwicklung, aus personeller Erneuerung und institutioneller Kontinuität verspricht eine positive Entwicklung für die kommenden Jahre.
In einer Zeit, in der das europäische Projekt von verschiedenen Seiten in Frage gestellt wird, leisten Initiativen wie EYFON einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des europäischen Zusammenhalts. Sie zeigen, dass Europa nicht nur ein politisches oder wirtschaftliches Konstrukt ist, sondern vor allem von Menschen getragen wird – von jungen Menschen, die bereit sind, über Grenzen hinweg zu denken und gemeinsam an der Zukunft des Kontinents zu arbeiten.